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April 10, 2026
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"Der Rationalist ist einfach ein Mensch, dem mehr daran liegt zu lernen, als recht zu behalten."
"Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren."
"Unser Wissen ist ein kritisches Raten, ein Netz von Hypothesen, ein Gewebe von Vermutungen."
"Es dĂźrfte uns gut tun, uns manchmal daran zu erinnern, dass wir zwar in dem Wenigen, das wir wissen, sehr verschieden sein mĂśgen, dass wir aber in unserer grenzenlosen Unwissenheit alle gleich sind."
"FĂźr den Naturwissenschaftler ist die Spezialisierung eine Versuchung; fĂźr den Philosophen ist sie eine TodsĂźnde."
"Die OzonlĂścher kĂśnnen seit Millionen Jahren existiert haben. MĂśglicherweise haben die keine Beziehung zu irgend etwas Modernem."
"Unser erstes Ziel heute muà der Friede sein. Der ist sehr schwer zu erreichen in einer Welt wie der unseren, wo Leute wie Saddam Hussein und ähnliche Diktatoren existieren. Wir dßrfen hier nicht davor zurßckschrecken, fßr den Frieden Krieg zu fßhren."
"Etwa 1913 begann die Menschenbefreiung oder genauer die Frauenbefreiung sehr langsam mit dem Gaskocher, und etwa 1922 wurde der Gasherd ein ernster Konkurrent des kohlegefeuerten KĂźchenherds. Sogar Zentralheizungen blieben lange noch mit Kohle oder Koks geheizt. Die furchtbare Hausarbeit muĂ die Lebensdauer sehr verkĂźrzt haben, von dem Arbeitsleid, das heute durch Lebensfreude ersetzt wird, ganz zu schweigen. Das verdanken die Frauen der Technik, auch die, die die Feindschaft gegenĂźber der Technik predigen."
"Wir mĂźssen also das ideologische Prinzip des freien Marktes auf jeden Fall durch ein anderes ersetzen: durch das Prinzip, die Freiheit nur dort zu beschränken, wo es aus dringenden GrĂźnden notwendig ist. Und das heiĂt, daĂ die Ansichten in vielen Fällen nicht Ăźbereinstimmen werden, wo die Grenze des Notwendigen zu ziehen ist."
"Wir mĂźssen fĂźr die Freiheit planen und nicht nur fĂźr die Sicherheit, wenn auch vielleicht aus keinem anderen Grund als dem, daĂ nur die Freiheit die Sicherheit sichern kann."
"der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, erzeugt stets die HĂślle. Dieser Versuch fĂźhrt zu Intoleranz, zu religiĂśsen Kriegen und zur Rettung der Seelen durch die Inquisition."
"Und dann mĂźssen wir noch Schulen einfĂźhren, um die Kinder aus dem Weg zu schaffen: der eigentliche Zweck von Schulen."
"Methode von Versuch und Irrtum: Es ist die Methode, kßhne Hypothesen aufzustellen und sie der schärfsten Kritik auszusetzen, um herauszufinden, wo wir uns geirrt haben."
"âKARL KRAUS. Nichts trostloser als seine Adepten, nichts gottverlassener als seine Gegner. Kein Name, der geziemender durch Schweigen geehrt wĂźrde. In einer uralten RĂźstung, ingrimmig grinsend, ein chinesisches Idol, in beiden Händen die gezĂźckten Schwerter schwingend, tanzt er den Kriegstanz vor dem GrabgewĂślbe der deutschen Sprache.â â Walter Benjamin, EinbahnstraĂe, KRIEGERDENKMAL, Rowohlt, Berlin 1928, S. 50"
"âPsychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, fĂźr deren Therapie sie sich hält. â â Nachts (Zeit); in: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen, Reclam Verlag, Stuttgart 1978, S. 227"
"âDer Autor, der fremde KostĂźme ausklopft, kommt dem stofflichen Interesse von der denkbar bequemsten Seite bei. Der geistige Leser hat deshalb das denkbar stärkste Misstrauen gegen jene Erzähler, die sich in exotischen Milieus herumtreiben.â â Heine und die Folgen"
"âDas Feigenblatt des Neides ist sittliche EntrĂźstung.â â Der Fall Riehl"
"âPfui Teufel!â â Letzte Worte, 12. Juni 1936"
"âWie? Die Menschheit verdummt zugunsten des maschinellen Fortschrittes, und wir sollten uns diesen nicht einmal zunutze machen? Sollten mit der Dummheit Zwiesprache halten, wenn wir ihr in einem Automobil entfliehen kĂśnnen?â SprĂźche und WidersprĂźche (IV. Presse, Dummheit, Politik); Suhrkamp, 1988 S.70"
"âWo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?â â SprĂźche und WidersprĂźche (VI. Schreiben und Lesen); in: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen, Reclam Verlag, Stuttgart 1978, S. 220"
"âWir leben in einer Gesellschaft, die Monogamie mit Einheirat Ăźbersetzt.â â SprĂźche und WidersprĂźche (VIII. Stimmungen, Worte); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 174"
"âWas sind alle Orgien des Bacchus gegen die Räusche dessen, der sich zĂźgellos der Enthaltsamkeit ergibt!â â SprĂźche und WidersprĂźche (IX. SprĂźche und WidersprĂźche)"
"âSchĂśnheit vergeht, weil Tugend besteht.â â F229 p 5, SprĂźche und WidersprĂźche (II. Moral, Christentum); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 54"
"âKrieg ist zuerst die Hoffnung, daĂ es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, daĂ es dem anderen schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, daĂ es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Ăberraschung, daĂ es beiden schlechter geht.â â Nachts. Aphorismen 1924. https://www.textlog.de/39302.html, http://gutenberg.spiegel.de/buch/aphorismen-9475/10"
"âEnthaltsamkeit rächt sich immer. Bei dem einen erzeugt sie Wimmerln, beim anderen Sexualgesetze.â â F 229 p 2, SprĂźche und WidersprĂźche (II. Moral, Christentum); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 45. (Anmerkung: âWimmerlnâ ist das Ăśsterreichische Wort fĂźr Akne, Pickel etc.)"
"âDie Zeitung ist die Konserve der Zeit.â â SprĂźche und WidersprĂźche (VIII. Stimmungen, Worte); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 174"
"âDie Sitte verlangt, daĂ ein LustmĂśrder den Mord zugebe, aber nicht die Lust.â â SprĂźche und WidersprĂźche (II. Moral, Christentum); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 45"
"âDie Rechtsstellung des Zuhälters in der bĂźrgerlichen Gesellschaft ist noch nicht geklärt. Er ist ihr Auswurf. Denn er achtet, wo geächtet wird; er beschĂźtzt, wo verfolgt wird. Er kann fĂźr seine Ăberzeugung auch Opfer bringen. Wenn er jedoch fĂźr seine Ăberzeugung Opfer verlangt, fĂźgt er sich in den Rahmen einer Gesellschaftsordnung, die zwar dem Weib die Prostitution nicht verzeiht, aber die Korruption dem Manne.â â SprĂźche und WidersprĂźche (II. Moral, Christentum); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 47 f."
"âDie anständigen Frauen empfinden es als die grĂśĂte Dreistigkeit, wenn man ihnen unter das Bewusstsein greift.â â SprĂźche und WidersprĂźche (I. Weib, Phantasie); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 35"
"âDer Voyeur besteht die Kraftprobe des natĂźrlichen Empfindens: Der Wille, das Weib mit dem Mann zu sehen, Ăźberwindet selbst den Widerwillen, den Mann mit dem Weib zu sehen.â â SprĂźche und WidersprĂźche (I. Weib, Phantasie); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 26"
"âDer Sport ist ein Sohn des Fortschritts, und er trägt schon auf eigene Faust zur Verdummung der Familie bei.â â SprĂźche und WidersprĂźche (IV. Presse, Dummheit, Politik) 1909; Suhrkamp, 1988 S.78"
"âDer Momo ist ein unentbehrlicher pädagogischer Behelf im deutschen Familienleben. Erwachsene schreckt man damit, daĂ man ihnen droht, der Psychiater werde sie holen.â â SprĂźche und WidersprĂźche (IV. Presse, Dummheit, Politik); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 90"
"âDen Leuten ein X fĂźr ein U vormachen â wo ist die Zeitung, die diesen Druckfehler zugibt?â â SprĂźche und WidersprĂźche (IV. Presse, Dummheit, Politik); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 82"
"âZum Teufel mit dem Geschwätz Ăźber die sexuelle Aufklärung der Jugend! Sie erfolgt noch immer besser durch den MitschĂźler, der im Lesebuch das Wort ÂťHorenÂŤ anstreicht, als durch den Lehrer, der die Sache als eine staatliche Einrichtung erklärt, die so wichtig sei und so kompliziert wie das Steuerzahlen.â â Fackel 264/265 24; SprĂźche und WidersprĂźche"
"âWohltätige Frauen sind oft solche, denen es nicht mehr gegeben ist, wohlzutun.â â Fackel 275/276 28; SprĂźche und WidersprĂźche"
"âWien, diese vollständige Schatzkammer aller menschlichen FĂźhllosigkeit und politischen Ehrlosigkeit â â Fackel 501/507 91; âNachrufâ 25. JANUAR 1919 âWeltgerichtâ II. Band, Leipzig 1919. S. 282 archive.org, https://www.textlog.de/39275.html"
"âVielleicht ginge es besser, wenn die Menschen MaulkĂśrbe und die Hunde Gesetze bekämen, wenn die Menschen an der Leine und die Hunde an der Religion gefĂźhrt wĂźrden. Die Hundswut kĂśnnte in gleichem MaĂe abnehmen wie die Politik.â â Fackel 198;299 46; Pro domo et mundo"
"âVieles, was bei Tisch geschmacklos ist, ist im Bett eine WĂźrze. Und umgekehrt. Die meisten Verbindungen sind darum so unglĂźcklich, weil diese Trennung von Tisch und Bett nicht vorgenommen wird.â â Fackel 445/453 9; Nachts"
"âTugend und Laster sind verwandt wie Kohle und Diamant.â â Fackel 445/453, S. 3"
"âSie sagte sich: Mit ihm schlafen, ja â aber nur keine Intimität!â â Fackel 202 2; SprĂźche und WidersprĂźche"
"âSie ist mit einer LĂźge in die Ehe getreten. Sie war eine Jungfrau und hat es ihm nicht gesagt.â â Fackel 256 26; SprĂźche und WidersprĂźche"
"âSatiren, die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten.â â Fackel 309/310 40; Pro domo et mundo"
"âKĂźnstler ist nur einer, der aus der LĂśsung ein Rätsel machen kann.â â Fackel 406/412 138; Nachts"
"âKeinen Gedanken haben und ihn ausdrĂźcken kĂśnnen â das macht den Journalisten.â â Fackel 281, 20 books.google (1909); Pro domo et mundo"
"âKein Zweifel, der Hund ist treu. Aber sollen wir uns deshalb ein Beispiel an ihm nehmen? Er ist doch dem Menschen treu und nicht dem Hund.â â Fackel 251/252 39; SprĂźche und WidersprĂźche"
"âIn Wien stellen sich die Nullen vor den Einser.â â Fackel 324/325 26; Pro domo et mundo"
"âIch habe mich mein Lebtag geschämt, ein Ăsterreicher zu sein, und nie mich dieser Scham geschämt, wissend, daĂ sie der bessere Patriotismus sei.â â Fackel 554/556 2; Klarstellung"
"âGedanken sind zollfrei. Aber man hat doch Scherereien.â â Fackel 237 7; SprĂźche und WidersprĂźche"
"âEs gibt nur eine MĂśglichkeit, sich vor der Maschine zu retten. Das ist, sie zu benĂźtzen. Nur mit dem Auto kommt man zu sich.â â Fackel 323 17; Pro domo et mundo"
"âErotik ist Ăberwindung von Hindernissen. Das verlockendste und populärste Hindernis ist die Moral.â â Fackel 198, S. 3"