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April 10, 2026
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"Alles Erkenntnis setzt Verstand voraus."
"Die Kunst aber, oder vielmehr die Gewandtheit, im gesellschaftlichen Tone zu sprechen, und sich Ăźberhaupt modisch zu zeigen, welche, vornehmlich wenn es Wissenschaft betrifft, fälschlich Popularität genannt wird, da sie vielmehr geputzte Seichtigkeit heiĂen sollte, deckt manche Armseligkeit des eingeschränkten Kopfs. Aber nur Kinder lassen sich dadurch irre leiten."
"Der innere Sinn sieht die Verhältnisse seiner Bestimmungen nur in der Zeit, mithin im FlieĂen; wo keine Dauerhaftigkeit der Betrachtung, die doch zur Erfahrung notwendig ist, statt findet."
"Viele Menschen sind unglĂźcklich, weil sie nicht abstrahieren kĂśnnen."
"Dem Egoism kann nur der Pluralism entgegengesetzt werden, d.i. die Denkungsart: sich nicht als die ganze Welt in seinem Selbst befassend, sondern als einen bloĂen WeltbĂźrger zu betrachten und zu verhalten."
"Der grĂśĂte Sinnengenuss, der gar keine Einmischung von Ekel bei sich fĂźhrt, ist im gesunden Zustande Ruhe nach der Arbeit."
"Freyheit ohne Gesetz und Gewalt ist der Stand der Wilden."
"Es ist nichts beständig als die Unbeständigkeit."
"Der Mensch ist von Natur bĂśse. Er tut das Gute nicht aus Neigung, sondern aus Sympathie und Ehre."
"Der Mensch ist ein Tier, was eine Erziehung nĂśtig hat"
"In welcher Ordnung allein kann der Fortschritt zum Besseren erwartet werden? Die Antwort ist: nicht durch den Gang der Dinge von unten hinauf, sondern den von oben herab."
"So verhindert das Verbot der Publizität den Fortschritt eines Volkes zum Besseren, selbst in dem, was das mindeste seiner Forderung, nämlich bloà sein natßrliches Recht angeht."
"Autokratisch herrschen, und dabei doch republikanisch, d. h., im Geiste des Republikanism und nach einer Analogie mit demselben, regieren, ist das, was ein Volk mit seiner Verfassung zufrieden macht."
"Denn wenn Gott zum Menschen wirklich spräche, so kann dieser doch niemals wissen, daà es Gott sei, der zu ihm spricht."
"Was den Staat in Religionsdingen allein interessieren darf, ist: wozu die Lehren derselben anzuhalten sind, damit er nĂźtzliche BĂźrger, gute Soldaten, und Ăźberhaupt getreue Untertanen habe."
"Es ist eine Sonderbarkeit des deutschen Sprachgebrauchs (oder MiĂbrauchs), daĂ sich die Anhänger unserer Religion Christen nennen; gleich als ob es mehr als einen Christus gebe und jeder Gläubige ein Christus wäre. Sie mĂźĂten sich Christianer nennen."
"Unter Glaubenssätzen versteht man nicht, was geglaubt werden soll (denn das Glauben verstattet keinen Imperativ), sondern das, was in praktischer (moralischer) Absicht anzunehmen mĂśglich und zweckmäĂig, obgleich nicht eben erweislich ist, mithin nur geglaubt werden kann."
"Das Volk will geleitet, d.i. (in der Sprache der Demagogen) es will betrogen sein."
"Das Recht muĂ nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Recht angepaĂt werden."
"Jeder Mensch aber hat nicht allein ein Recht, sondern sogar die strengste Pflicht zur Wahrhaftigkeit in Aussagen, die er nicht umgehen kann: sie mag nun ihm selbst oder anderen Schaden. Er selbst tut also hiermit dem, der dadurch leidet, eigentlich nicht Schaden, sondern diesen verursacht der Zufall."
"Freyheit, (Unabhängigkeit von eines andern nÜthigender Willkßhr), sofern sie mit jedes anderen Freyheit nach einem allgemeinen Gesetz zusammen bestehen kann, ist dieses einzige, ursprßngliche, jedem Menschen, kraft seiner Menschheit, zustehende Recht."
"Das Gebot: du sollst (und wenn es auch in der frÜmmsten Absicht wäre) nicht lßgen, zum Grundsatz in der Philosophie als eine Weisheitslehre innigst aufgenommen, wßrde allein den ewigen Frieden in ihr nicht nur bewirken, sondern auch in alle Zukunft sichern kÜnnen."
"Der Dogmatism (beispielsweise der Wolffischen Schule) ist ein Polster zum Einschlafen, und das Ende aller Belebung, welche letztere gerade das Wohltätige der Philosophie ist."
"In praktischer (moralisch-praktischer) Bedeutung aber ist ein Glaube an das Ăbersinnliche nicht allein mĂśglich, sondern er ist gar mit dieser unzertrennlich verbunden."
"Es lebe also die Philosophie aus GefĂźhlen, die uns gerade zur Sache selbst fĂźhrt!"
"Die Natur will unwiderstehlich, dass das Recht zuletzt die Obergewalt behalte."
"Die bĂźrgerliche Verfassung in jedem Staate soll republikanisch sein."
"Wenn es Pflicht, wenn zugleich gegrßndete Hoffnung da ist, den Zustand eiens Üffentlichen Rechts, obgleich nur in einer ins Unendliche fortschreitenden Annäherung wirklich zu machen, so ist der ewige Friede, der auf bisher fälschlich so genannte Friedensschlßsse (eigentlich Waffenstillstände) folgt, keine leere Idee, sondern eine Aufgabe, die, nach und nach, aufgelÜst, ihrem Ziele (weil die Zeiten, in denen gleiche Fortschritte geschehen, hoffentlich immer kßrzer werden) näher kommt."
"Das Recht der Menschen muss heilig gehalten werden, der herrschenden Gewalt mag es auch noch so groĂe Aufopferung kosten. Man kann hier nicht halbieren, und das Mittelding eines pragmatisch-bedingten Rechts (zwischen Recht und Nutzen) aussinnen, sondern alle Politik muss ihre Knie vor dem erstern beugen, kann aber dafĂźr hoffen, ob zwar langsam, zu der Stufe zu gelangen, wo sie beharrlich glänzen wird."
"Die wahre Politik kann also keinen Schritt tun, ohne vorher der Moral gehuldigt zu haben, und ob zwar Politik fĂźr sich selbst eine schwere Kunst ist, so ist doch die Vereinigung derselben mit der Moral gar keine Kunst; denn diese haut den Knoten entzwei, den jene nicht aufzulĂśsen vermag, sobald beide einander widerstreiten."
"Die Welt wird keineswegs dadurch untergehen, daĂ der bĂśsen Menschen weniger wird."
"Ich kann mir nun zwar einen moralischen Politiker, d.i. einen, der die Prinzipien der Staatsklugheit so nimmt, daà mit der Moral zusammen bestehen kÜnnen, aber nicht einen politischen Moralisten denken, der sich eine Moral so schmiedet, wie es der Vorteil des Staatsmanns sich zuträglich findet."
"Verschiedenheit der Religionen: ein wunderlicher Ausdruck! gerade, als ob man von verschiedenen Moralen spräche."
"Nun ist die republikanische Verfassung die einzige, welche dem Recht der Menschen vollkommen angemessen, aber auch die schwerste zu stiften, vielmehr noch die schwerste zu erhalten ist, dermaĂen, daĂ viele behaupten, es mĂźsse ein Staat von Engeln sein, weil Menschen mit ihren selbsttĂźchtigen Neigungen einer Verfassung von so sublimer Form nicht fähig wären."
"Der Krieg aber selbst bedarf keines besondern Bewegungsgrundes, sondern scheint auf die menschliche Natur gepropft zu sein, und sogar als etwas Edles, wozu der Mensch durch den Ehrtrieb, ohne eigennĂźtzige Triebfeder, beseelt wird, zu gelten: so, daĂ Kriegesmut (von amerikanischen Wilden sowohl, als den europäischen, in den Ritterzeiten) nicht bloĂ, wenn Krieg ist (wie billig), sondern auch, daĂ Krieg sei, von unmittelbarem groĂem Wert zu sein geurteilt wird, und er oft, bloĂ um jenen zu zeigen, angefangen, mithin in dem Kriege an sich selbst eine innere WĂźrde gesetzt wird, sogar daĂ ihm auch wohl Philosophen, als einer gewissen Veredelung der Menschheit, eine Lobrede halten, uneingedenk des Ausspruchs jenes Griechen: ÂťDer Krieg ist darin schlimm, daĂ er mehr bĂśse Leute macht, als er deren wegnimmtÂŤ."
"Vergleicht man hiemit das inhospitale Betragen der gesitteten, vornehmlich handeltreibenden Staaten unseres Weltteils, so geht die Ungerechtigkeit, die sie in dem Besuche fremder Länder und VÜlker (welches ihnen mit dem Erobern desselben fßr einerlei gilt) beweisen, bis zum Erschrecken weit."
"Unter den drei Staatsformen [Autokratie, Aristokratie und Demokratie (FĂźrstengewalt, Adelsgewalt und Volksgewalt)] ist die der Demokratie, im eigentlichen Verstande des Wortes, notwendig ein Despotism, weil sie eine exekutive Gewalt grĂźndet, da alle Ăźber und allenfalls auch wider Einen (der also nicht mit einstimmt) mithin alle, die doch nicht alle sind, beschlieĂen; welches ein Widerspruch des allgemeinen Willens mit sich selbst und mit der Freiheit ist."
"Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen."
"Sollte es mit dem Christentum einmal dahin kommen, daĂ es aufhĂśrte liebenswĂźrdig zu sein (welches sich wohl zutragen kĂśnnte, wenn es, statt seines sanften Geistes, mit gebieterischer Auktorität bewaffnet wĂźrde): so mĂźĂte, weil in moralischen Dingen keine Neutralität (noch weniger Koalition entgegengesetzer Prinzipien) Statt findet, eine Abneigung und Widersetzlichkeit gegen dasselbe die herrschende Denkart der Menschen werden; und der Antichrist, der ohnehin Vorläufer des jĂźngsten Tages gehalten wird, wĂźrde sein (vermutlich auf Furcht und Eigennutz gegrĂźndetes) obzwar kurzes Regiment anfangen: alsdann aber, weil das Christentum allgemeine Weltreligion zu sein zwar bestimmt, aber es zu werden von dem Schicksal nicht begĂźnstigt sein wĂźrde, das (verkehrte) Ende aller Dinge in moralischer RĂźcksicht eintreten."
"Wenn man nun, um es recht gut zu machen, zum Christentum noch irgend eine Auktorität (wäre es auch die gÜttlichste) hinzutut, die Absicht derselben mag auch noch so gut sein: so ist doch die Liebenswßrdigkeit desselben verschwunden: denn es ist ein Widerspruch, jemanden zu gebieten, daà er etwas nicht allein tue, sondern es auch gern tun sollte."
"Das Christentum hat, auĂer der grĂśĂten Achtung, welche die Heiligkeit seiner Gesetze unwiderstehlich einflĂśĂt, noch etwas LiebenswĂźrdiges in sich."
"Das Ende aller Dinge, die durch der Menschen Hände gehen, ist, selbst bei ihren guten Zwecken, Torheit: das ist, Gebrauch solcher Mittel zu ihren Zwecken, die diesen gerade zuwider sind."
"Tage sind gleichsam Kinder der Zeit, weil der folgende Tag, mit dem was er enthält, das Erzeugnis des vorigen ist."
"Der Mohammedianism unterscheidet sich durch Stolz, weil er, statt der Wunder, an den Siegen und der Unterjochung vieler VÜlker die Bestätigung seines Glaubens findet, und seine Andachtsgebräuche alle von der mutigen Art sind."
"Die enge Pforte und der schmale Weg, der zum Leben fĂźhrt, ist der des guten Lebenswandels; die weite Pforte und der breite Weg, den viele wandeln, ist die Kirche."
"Es gibt keine besondere Pflichten gegen Gott in einer allgemeinen Religion; denn Gott kann von uns nichts empfangen; wir kĂśnnen auf und fĂźr ihn nicht wirken."
"Das hĂśchste, fĂźr Menschen nie vĂśllig erreichbare, Ziel der moralischen Vollkommenheit endlicher GeschĂśpfe ist aber die Liebe des Gesetzes."
"Wir kÜnnen also die allgemeine Kirchengeschichte, sofern sie ein System ausmachen soll, nicht anders, als vom Ursprunge des Christentums anfangen, das, als eine vÜllige Verlassung des Judentums, worin es entsprang, auf ein ganz neues Prinzip gegrßndet, eine gänzliche Revolution in Glaubenslehren bewirkte."
"Da nun ohne Glauben an ein kßnftiges Leben gar keine Religion gedacht werden kann, so enthält das Judentum als ein solches, in seiner Reinigkeit genommen, gar keinen Religionsglauben."
"Ein heiliges Buch erwirbt sich selbst bei denen (und gerade bei diesen am meisten), die es nicht lesen, wenigstens sich daraus keinen grĂśĂeren zusammenhängenden Religionsbegriff machen kĂśnnen, die grĂśĂte Achtung, und alles VernĂźnfteln verschlägt nicht wider den alle EinwĂźrfe niederschlagenden Machtanspruch: da steht's geschrieben."