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April 10, 2026
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"Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernĂźnftigen Gebrauchs oder vielmehr MiĂbrauchs seiner Naturgaben, sind die FuĂschellen einer immerwährenden UnmĂźndigkeit."
"Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so groĂer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmĂźndig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren VormĂźndern aufzuwerfen."
"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten UnmĂźndigkeit. UnmĂźndigkeit ist das UnvermĂśgen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese UnmĂźndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der EntschlieĂung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."
"Alles Gute aber, das nicht auf moralisch-gute Gesinnung gepropft ist, ist nichts als lauter Schein und schimmerndes Elend."
"Wir sind im hohen Grade durch Kunst und Wissenschaft kultiviert."
""aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden." Idee zur allgemeinen Geschichte, A 396, AA VII S.23"
"Ohne jene, an sich zwar eben nicht liebenswĂźrdige, Eigenschaft der Ungeselligkeit, woraus der Widerstand entspringt, den jeder bei seinen selbstsĂźchtigen AnmaĂungen notwendig antreffen muĂ, wĂźrde in einem arkadischen Schäferleben, bei vollkommener Eintracht, GenĂźgsamkeit und Wechselliebe, alle Talente auf ewig in ihren Keimen verborgen bleiben: die Menschen gutartig wie Schafe die sie weiden, wĂźrden in ihrem Dasein kaum einen grĂśĂeren Wert verschaffen, als dieses ihr Haustier hat; sie wĂźrden das Leere der SchĂśpfung in Ansehung ihres Zweckes, als vernĂźnftige Natur, nicht ausfĂźllen."
"Der Mensch will Eintracht; aber die Natur weiĂ besser, was fĂźr seine Gattung gut ist: sie will Zwietracht."
"Alle falsche Kunst, alle eitele Weisheit dauert ihre Zeit; denn endlich zerstĂśrt sie sich selbst, und die hĂśchste Kultur derselben ist zugleich der Zeitpunkt ihres Unterganges."
"So viel ist gewiĂ: wer einmal die Kritik [der reinen Vernunft] gekostet hat, den ekelt auf immer alles dogmatische Gewäsche, womit er vorher aus Not vorlieb nahm, weil seine Vernunft etwas bedurfte, und nichts Besseres zu ihrer Unterhaltung finden konnte. Die Kritik verhält sich zur gewĂśhnlichen Schulmetaphysik gerade wie Chemie zur Alchemie, oder wie Astronomie zur wahrsagenden Astrologie."
"Der Skeptizism ist uranfänglich aus der Metaphysik und ihrer polizeilosen Dialektik entsprungen."
"Dieses Produkt [die kosmologischen Ideen] der reinen Vernunft in ihrem transzendentalen Gebrauch ist das merkwßrdigste Phänomen derselben, welches auch unter allen am kräftigsten wirkt, die Philosophie aus ihrem dogmatischen Schlummer zu erwecken, und sie zu den schweren Geschäfte der Kritik der reinen Vernunft selbst zu bewegen."
"Alle Metaphysiker sind demnach von ihren Geschäften feierlich und gesetzmäĂig so lange suspendiert, bis sie die Frage: Wie sind synthetische Erkenntnisse a priori mĂśglich? genugtuend beantwortet haben."
"Ich gestehe frei: die Erinnerung des David Hume war eben dasjenige, was mir vor vielen Jahren zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach, und meinen Untersuchungen im Felde der spekulativen Philosophie eine ganz andre Richtung gab."
"Es ist niemals zu spät, vernßnftig und weise zu werden; es ist aber jederzeit schwer, wenn die Einsicht spät kommt, sie in Gang zu bringen."
"Diese Prolegomena sind nicht zum Gebrauch von Lehrlinge, sondern vor kĂźnftige Lehrer, und sollen auch diesen nicht etwa dienen, um den Vortrag einer schon vorhandenen Wissenschaft anzuordnen, sondern um diese Wissenschaft selbst allererst zu erfinden."
"Hundert wirkliche Taler entÂhalten nicht das mindeste mehr als hundert mĂśgliche."
"Zufällig im reinen Sinne der Kategorie ist das, dessen kontradiktorisches Gegenteil mÜglich ist."
"Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muss. Religion, durch ihre Heiligkeit, und Gesetzgebung, durch ihre Majestät, wollen sich gemeiniglich derselben entziehen. Aber alsdenn erregen sie gerechten Verdacht wider sich, und kÜnnen auf unverstellte Achtung nicht Anspruch machen, die die Vernunft nur demjenigen bewilligt, was ihre freie und Üffentliche Prßfung hat aushalten kÜnnen."
"Wir werden, so weit die praktische Vernunft uns zu fĂźhren das Recht hat, Handlungen nicht darum fĂźr verbindlich halten, weil sie Gebote Gottes sind, sondern sie darum als gĂśttliche Gebote ansehen, weil wir dazu innerlich verbindlich sind."
"Ohne Sinnlichkeit wĂźrde uns kein Gegenstand gegeben, und ohne Verstand keiner gedacht werden. Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind."
"Man kann also zwar richtig sagen: daĂ die Sinne nicht irren, aber nicht darum, weil sie jederzeit richtig urteilen, sondern weil sie gar nicht urteilen."
"Ich musste das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen."
"Es ist demßtigend fßr die menschliche Vernunft, dass sie in ihrem reinen Gebrauch nichts ausrichtet, und sogar noch einer Disziplin bedarf, um ihre Ausschweifungen zu bändigen, und die Blendwerke, die ihr daherkommen, zu verhßten."
"Die Philosophie wimmelt von fehlerhaften Definitionen, vornehmlich solche, die zwar wirkliche Elemente zur Definition, aber noch nicht vollständig enthalten."
"Die Metaphysik hat zum eigentlichen Zwecke ihrer Nachforschung nur drei Ideen: Gott, Freiheit und Unsterblichkeit."
"Die leichte Taube, indem sie im freien Fluge die Luft teilt, deren Widerstand sie fĂźhlt, kĂśnnte die Vorstellung fassen, dass es ihr im luftleeren Raum noch viel besser gelingen werde."
"Die allgemeine Logik nun, als vermeintes Organon, heiĂt Dialektik."
"Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen."
"Das schlechthin Unbedingte wird in der Erfahrung gar nicht angetroffen."
"Das: Ich denke, muss alle meine Vorstellungen begleiten kĂśnnen; denn sonst wĂźrde etwas in mir vorgestellt werden, was gar nicht gedacht werden kĂśnnte, welches eben so viel heiĂt als: die Vorstellung wĂźrde entweder unmĂśglich, oder wenigstens fĂźr mich nichts sein."
"Daher, wenn man schon den Dogmatiker mit zehn Beweisen auftreten sieht, da kann man sicher glauben, dass er gar keinen habe."
"Doch scheint es geratener: am Ufer derjenigen Erkenntnisse entlangzusegeln, die uns durch die MittelmäĂigkeit unseres Verstandes vergĂśnnt sind, als sich auf die hohe See derart mystischer Nachforschungen hinauszuwagen, wie es Malebranche getan hat, dessen Meinung von der hier erĂśrterten nicht weit entfernt ist: nämlich daĂ wir alles in Gott schauen."
"Ein Ganzes von Substanzen ist demnach ein Ganzes von Zufälligem, und die Welt besteht, ihrem Wesen nach, aus lauter Zufälligem."
"Ein ganzes aus notwendigen Substanzen ist unmĂśglich."
""Eigentlich sollte man nämlich sagen: von etwas abstrahieren, nicht etwas abstrahieren."
"Denn alles, was den Gesetzen des Verstandes und der Vernunft widerstreitet, ist freilich unmĂśglich; was aber, da es Gegenstand der reinen Vernunft ist, lediglich den Gesetzen der anschauenden Erkenntnis nicht unterliegt, ist es nicht ebenso."
"Wie die Zergliederung beim substantiellen Zusammengesetzten nur in dem Teil ihre Grenze findet, der kein Ganzes ist, d.i. dem Einfachen: so die Verbindung nur in dem Ganzen, das kein Teil ist, d.i. der Welt."
"Die wahre Weisheit ist die Begleiterin der Einfalt."
"So wird man einer Seits durch etwas tiefere Nachforschung einsehen lernet: daĂ die Ăźberzeugende und philosophische Einsicht in dem Falle, wovon wir reden, unmĂśglich sei, so wird man auch anderer Seits bei einem ruhigen und vorurteilfreien GemĂźte gestehen mĂźssen, daĂ sie entbehrlich und unnĂśtig sei."
"Wenn die Wissenschaft ihren Kreis durchlaufen hat, so gelanget sie natĂźrlicher Weise zu dem Punkte eines bescheidenen MiĂtrauens, und sagt, unwillig Ăźber sich selbst, wie viele Dinge gibt es doch, die ich nicht einsehe."
"In so ferne ist die Metaphysik eine Wissenschaft von den Grenzen der menschlichen Vernunft, und da ein kleines Land jederzeit viel Grenze hat, ßberhaupt auch mehr daran liegt, seine Besitzungen wohl zu erkennen und zu behaupten, als blindlings auf Eroberung auszugehen, so ist dieser Nutze der erwähnten Wissenschaft der unbekannteste und zugleich wichtigste, wie er denn auch nur ziemlich spät und nach langer Erfahrung erreichet wird."
"Das groĂe Werk dieses Schriftstellers [Schwedenberg] enthält acht Quartbände voll Unsinn, welche er unter dem Titel: Aracana caelestia, der Welt als Offenbarung vorlegt, und wo seine Erscheinungen mehrerenteils auf die Entdeckung des geheimen Sinnes in den zwei ersten BĂźchern Mosis und eine ähnliche Erklärungsart der ganzen H. Schrift angewendet werden."
"Denn man muss wissen, daĂ alle Erkenntnis zwei Enden habe, bei denen man sie fassen kann, das eine a priori das andere a posteriori."
"Die Philosophie, deren Eigendßnkel macht, daà sie sich selbst allen eiteln Fragen bloà stellet, siehet sich bloà oft bei dem Anlasse gewisser Erzählungen in schlimmer Verlegenheit, wenn sie entweder an einigem in demselben ungestraft nicht zweifeln oder manches davon unausgelacht nicht glauben darf."
"Ich habe meine Seele von Vorurteilen gereinigt, ich hab eine jede blinde Ergebenheit vertilgt, welche sich damals einschlich, um manchen eingebildeten Wissen in mir Eingang zu verschaffen."
"Der Hylozoismus belebt alles, der Materialismus dagegen, wenn er genau erwogen wird, tĂśtet alles."
"Es ist bisweilen nÜtig, den Denker, der auf unrechtem Wege ist, durch die Folgen zu erschrecken, damit er aufmerksamer auf die Grundsätze werde, durch welche er sich gleichsam träumend hat fortfßhren lassen."
"Das Schattenreich ist das Paradis der Phantasten."
"Mir ist es so BedĂźrfnis: Du handle, wie du handeln muĂt."