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April 10, 2026
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"Aber, im Ganzen genommen, liegt, wie längst gesagt ist, die Welt im Argen: die Wilden fressen einander und die Zahmen betrßgen einander, und Das nennet man den Lauf der Welt."
"Es gibt keine Absurdität, die so handgreiflich wäre, daà man sie nicht allen Menschen fest in den Kopf setzen kÜnnte, wenn man nur schon vor ihrem sechsten Jahre, anfienge, sie ihnen einzuprägen, indem man unablässig und mit feierlichstem Ernst sie ihnen vorsagte."
"Aller Eigensinn beruht darauf, daà der Wille sich an die Stelle der Erkenntnià gedrängt hat."
"Hoffnung ist die Verwechselung des Wunsches einer Begebenheit mit ihrer Wahrscheinlichkeit."
"Die Konsonanten sind das Skelett und die Vokale das Fleisch der WĂśrter."
"Unwissenheit degradirt den Menschen erst dann, wann sie in Gesellschaft des Reichthums angetroffen wird."
""Wann wir lesen, denkt ein Anderer fĂźr uns: wir wiederholen bloĂ seinen mentalen ProceĂ. [âŚ] Daher kommt es, daĂ wer sehr viel und fast den ganzen Tag liest, dazwischen aber sich in gedankenlosem Zeitvertreibe erholt, die Fähigkeit, selbst zu denken, allmälig verliert,"
"Lesen heiĂt mit einem fremden Kopfe, statt des eigenen, denken."
"Die Barberei kommt wieder, trotz Eisenbahnen, elektrischen Drähten und Luftballons."
"Wie schlecht wßrde es also um das menschliche Wissen stehn, wenn Schrift und Druck nicht wären! Daher sind die Bibliotheken allein das sichere und bleibende Gedächtnis des menschlichen Geschlechts."
"Unter den Dichtern unserer Zeit ist GĂśthe der objektivste, Bryon der subjektivste."
"Die Fabel von der Pandora ist mir von jeher nicht klar gewesen, ja, ungereimt und verkehrt vorgekommen."
"Entweder glauben oder philosophiren! was man erwählt sei man ganz."
"Das Christentum ist eine Allegorie, die einen wahren Gedanken abbildet; aber nicht ist die Allegorie an sich selbst das Wahre."
"Der Grundunterschied der Religionen liegt darin, ob sie Optimismus oder Pessimismus sind; keineswegs darin, ob Monotheismus, Polytheismus, Trimurti, Dreieinigkeit, Pantheismus, oder Atheismus (wie der Buddhismus)."
"Man mĂśchte wahrlich sagen: die Menschen sind die Teufel der Erde, und die Tiere die geplagten Seelen."
"Alles, was im Christentum Wahres findet, findet sich auch im Brahmanismus und Buddhismus."
""Aber so ein Gott Jehova, der animi causa und de gaietĂŠ de coeur diese Welt der Noth und des Jammers hervorbringt und dann noch gar sich selber Beifall klatscht, mit ĎΏνĎÎą κιΝΏ Νίιν,"
"Wird nämlich das Unrecht von Einer Seite herausgeworfen, so schleicht es sich von der andern wieder herein; weil eben die Unrechtlichkeit tief im menschlichen Wesen liegt."
"Ein eigenthĂźmlicher Fehler der Deutschen ist, daĂ sie, was vor ihren FĂźĂen liegt, in den Wolken suchen."
"Denn bei mir findet, in England, der rothe Rock mehr Glauben, als der schwarze, und Alles, was daselbst zu Gunsten der Kirche, dieser so reichen und bequemen Versorgungsanstalt der mittellosen jßngern SÜhne der gesammten Aristokratie, gesagt wird, ist mir eo ipso verdächtig."
"Denn die Moral mittels des Theismus stĂźtzen, heiĂt sie auf Egoismus zurĂźckfĂźhren; obgleich die Engländer, wie auch bei uns die untersten Klassen der Gesellschaft, gar nicht die MĂśglichkeit einer anderen BegrĂźndung absehen."
"Jede menschliche Vollkommenheit ist einem Fehler verwandt, in welchen Ăźberzugehen sie droht; jedoch auch umgekehrt, jeder Fehler, einer Vollkommenheit."
"Ach, es ist doch ein saures StĂźck Brod, das Philosophieprofessorenbrod!"
"Alles wirkliche Dichten und Denken nämlich ist gewissermaaĂen ein Versuch, den kleinen Leuten einen groĂen Kopf aufzusetzen: kein Wunder, daĂ er nicht gleich gelingt."
"Was aber die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche."
"Zorn oder Haà in Worten, oder Mienen blicken zu lassen ist unnßtz, ist gefährlich, ist unklug, ist lächerlich, ist gemein."
"Dem intellektuell hochstehenden Menschen gewährt nämlich die Einsamkeit einen zweifachen Vortheil: erstlich den, mit sich selber zu seyn, und zweitens den, nicht mit Anderen zu seyn."
"Was nun andererseits die Menschen gesellig macht ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit, und in dieser sich selbst, zu ertragen."
"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein kĂśnnte, indem er sonst nicht zu dem greifen wĂźrde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persĂśnliche VorzĂźge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein kĂśnnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehĂśrt, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und FĂźĂen zu verteidigen."
"Der Arzt sieht den Menschen in seiner ganzen Schwäche, der Advokat in seiner ganzen Schlechtigkeit und der Priester in seiner ganzen Dummheit."
"Es gibt nur eine Heilkraft, und das ist die Natur; in Salben und Pillen steckt keine. HĂśchstens kĂśnnen sie der Heilkraft der Natur einen Wink geben, wo etwas fĂźr sie zu tun ist."
"Es gibt keine andere Offenbarung als die Gedanken der Weisen."
"Ein unpersĂśnlicher Gott ist gar kein Gott, sondern bloĂ ein missbrauchtes Wort, ein Unbegriff, eine contradictio in adjecto, ein Schiboleth fĂźr Philosophieprofessoren, welche, nachdem sie die Sache haben aufgeben mĂźssen, mit dem Worte durchzuschleichen bemĂźht sind."
"Zur Philosophie verhält sich die Poesie, wie die Erfahrung sich zur empirischen Wissenschaft verhält."
"Zur Logik verhält sich die Grammatik wie das Kleid zum Leibe."
"Was dem Herzen widerstrebt, läĂt der Kopf nicht ein."
"Religionen sind dem Volke notwendig, und sind ihm eine unschätzbare Wohltat. Wenn sie jedoch den Fortschritten der Menschheit in der Erkenntnis der Wahrheit sich entgegenstellen wollen; so mßssen sie mit mÜglichster Schonung bei Seite geschoben werden."
"Man betrachte z.B. den Koran: dieses schlechte Buch war hinreichend, eine Weltreligion zu begrßnden, das metaphysische Bedßrfnià zahlloser Millionen Menschen seit 1200 Jahren zu befriedigen, die Grundlage ihrer Moral und einer bedeutenden Verachtung des Todes zu werden, wie auch, sie zu blutigen Kriegen und den ausgedehntesten Eroberungen zu begeistern. Wir finden in ihm die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus. Viel mag durch die Uebersetzungen verloren gehen; aber ich habe keinen einzigen werthvollen Gedanken darin entdecken kÜnnen."
"In jedem Mikrokosmos liegt der ganze Makrokosmos, und dieser enthält nichts mehr als jener."
"Er Kant hat aus der Philosophie den Theismus eliminiert, da in ihr, als einer Wissenschaft, und nicht Glaubenslehre, nur Das eine Stelle finden kann, was entweder empirisch gegeben, oder durch haltbare Beweise festgestellt ist."
"Eine gefasste Hypothese gibt uns Luchsaugen fßr alles sie Bestätigende, und macht uns blind fßr alles ihr Widersprechende."
"Eine Allegorie ist ein Kunstwerk, welches etwas Anderes bedeutet, als es darstellt."
"Die Wahrheit ist keine Hure, die sich Denen an den Hals wirft, welche ihrer nicht begehren: vielmehr ist sie eine so sprĂśde SchĂśne, daĂ selbst wer ihr Alles opfert noch nicht ihrer Gunst gewiĂ seyn darf."
"Die Welt ist meine Vorstellung."
"Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt."
"Der heimliche Prosaiker hingegen sucht zum Gedanken den Reim; der Pfuscher zum Reim den Gedanken."
"Denn, ich wiederhole es, alle Tugend, die irgendwie eines Lohnes wegen geĂźbt wird, beruht auf klugen, methodischen, weitsehenden Egoismus."
"Das Talent gleicht dem SchĂźtzen, der ein Ziel trifft, welches die Uebrigen nicht erreichen kĂśnnen; das Genie dem, der eines trifft, bis zu welchem sie nicht ein Mal zu sehn vermĂśgen..."
"Das Leben, mit seinen stĂźndlichen, täglichen, wĂśchentlichen und jährlichen, kleinen, grĂśĂern und groĂen Widerwärtigkeiten, mit seinen getäuschten Hoffnungen und seinen alle Berechnung vereitelnden Unfällen, trägt so deutlich das Gepräge von etwas, das uns verleidet werden soll, daĂ es schwer zu begreifen ist, wie man dies hat verkennen kĂśnnen und sich Ăźberreden lassen, es sei da, um dankbar genossen zu werden, und der Mensch, um glĂźcklich zu seyn."