First Quote Added
April 10, 2026
Latest Quote Added
"Hier Herr bleiben, hier die HÜhe seiner Aufgabe rein halten von den viel niedrigeren und kurzsichtigeren Antrieben, welche in den sogenannten selbstlosen Handlungen thätig sind, das ist die Probe, die letzte Probe vielleicht, die ein Zarathustra abzulegen hat."
"Gleich Jedem, der nie unter seines Gleichen lebte und dem der Begriff âVergeltungâ so unzugänglich ist wie etwa der Begriff âgleiche Rechteâ, verbiete ich mir in Fällen, wo eine kleine oder sehr grosse Thorheit an mir begangen wird, jede Gegenmaassregel, jede Schutzmaassregel,âwie billig, auch jede Vertheidigung, jede âRechtfertigungâ."
"Meine Art Vergeltung besteht darin, der Dummheit so schnell wie mĂśglich eine Klugheit nachzuschicken: so holt man sie vielleicht noch ein."
"Auch scheint es mir, dass das grĂśbste Wort, der grĂśbste Brief noch gutartiger, noch honnetter sind als Schweigen. Solchen, die schweigen, fehlt es fast immer an Feinheit und HĂśflichkeit des Herzens; Schweigen ist ein Einwand, Hinunterschlucken macht nothwendig einen schlechten Charakter,âes verdirbt selbst den Magen."
"Man sieht, ich mÜchte die Grobheit nicht unterschätzt wissen, sie ist bei weitem die humanste Form des Widerspruchs und, inmitten der modernen Verzärtelung, eine unsrer ersten Tugenden."
"Kranksein ist eine Art Ressentiment selbst.âHiergegen hat der Kranke nur Ein grosses Heilmittelâich nenne es den russischen Fatalismus, jenen Fatalismus ohne Revolte, mit dem sich ein russischer Soldat, dem der Feldzug zu hart wird, zuletzt in den Schnee legt. Nichts Ăźberhaupt mehr annehmen, an sich nehmen, in sich hineinnehmen,âĂźberhaupt nicht mehr reagiren ⌠Die grosse Vernunft dieses Fatalismus, der nicht immer nur der Muth zum Tode ist, als lebenerhaltend unter den lebensgefährlichsten Umständen, ist die Herabsetzung des Stoffwechsels, dessen Verlangsamung, eine Art Wille zum Winterschlaf. ⌠Weil man zu schnell sich verbrauchen wĂźrde, wenn man Ăźberhaupt reagirte, reagirt man gar nicht mehr: dies ist die Logik. Und mit Nichts brennt man rascher ab, als mit den Ressentiments-Affekten. Der Ărger, die krankhafte Verletzlichkeit, die Ohnmacht zur Rache, die Lust, der Durst nach der Rache, das Giftmischen in jedem Sinneâdas ist fĂźr ErschĂśpfte sicherlich die nachtheiligste Art zu reagiren."
"Das Ressentiment ist das Verbotene an sich fĂźr den Krankenâsein BĂśses: leider auch sein natĂźrlichster Hang.âDas begriff jener tiefe Physiolog Buddha. Seine âReligionâ, die man besser als eine Hygiene bezeichnen dĂźrfte, um sie nicht mit so erbarmungswĂźrdigen Dingen wie das Christenthum ist, zu vermischen, machte ihre Wirkung abhängig von dem Sieg Ăźber das Ressentiment: die Seele davon frei machenâerster Schritt zur Genesung. âNicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zu Ende, durch Freundschaft kommt Feindschaft zu Endeâ: das steht am Anfang der Lehre Buddha'sâso redet nicht die Moral, so redet die Physiologie.âDas Ressentiment, aus der Schwäche geboren, Niemandem schädlicher als dem Schwachen selbst,âim andern Falle, wo eine reiche Natur die Voraussetzung ist, ein ĂźberflĂźssiges GefĂźhl, ein GefĂźhl, Ăźber das Herr zu bleiben beinahe der Beweis des Reichthums ist."
"Pure habits and honesty toward myself are among the first conditions of my existence. ... I swim, bathe, and splash about, as it were, incessantly in water, in any kind of perfectly transparent and shining element. That is why my relations with fellows try my patience to no small extent; my humanity does not consist in the fact that I understand the feelings of my fellow, but that I can endure to understand."
"Ich habe nie Ăźber Fragen nachgedacht, die keine sind, âich habe mich nicht verschwendet."
"Ich mĂśchte nicht eine Handlung hinterdrein in Stich lassen, ich wĂźrde vorziehn, den schlimmen Ausgang, die Folgen grundsätzlich aus der Werthfrage wegzulassen. Man verliert beim schlimmen Ausgang gar zu leicht den richtigen Blick fĂźr Das, was man that: ein Gewissensbiss scheint mir eine Art âbĂśser Blickâ. Etwas, das fehlschlägt, um so mehr bei sich in Ehren halten, weil es fehlschlugâdas gehĂśrt eher schon zu meiner Moral."
"Ich bin zu neugierig, zu fragwĂźrdig, zu ĂźbermĂźthig, um mir eine faustgrobe Antwort gefallen zu lassen. Gott ist eine faustgrobe Antwort, eine Undelicatesse gegen uns Denker â, im Grunde sogar bloss ein faustgrobes Verbot an uns: ihr sollt nicht denken!"
"In diesem Falle wird einfach Nichts gehÜrt, mit der akustischen Täuschung, dass wo Nichts gehÜrt wird, auch Nichts da ist"
"Wer mir aber durch HĂśhe des Wollens verwandt ist, erlebt dabei wahre Ekstasen des Lernens."
"Es giebt durchaus keine stolzere und zugleich raffinirtere Art von BĂźchern: â sie erreichen hier und da das HĂśchste, was auf Erden erreicht werden kann, den Cynismus."
"âFemininismusâ im Menschen, auch im Manne, ein Thorschluss fĂźr mich: man wird niemals in dies Labyrinth verwegener Erkenntnisse eintreten."
"Man muss sich selbst nie geschont haben, man muss die Härte in seinen Gewohnheiten haben, um unter lauter harten Wahrheiten wohlgemuth und heiter zu sein."
"Das Christenthum ... ist weder apollinisch, noch dionysisch; es negirt alle ästhetischen Wertheâdie einzigen Werthe, die die âGeburt der TragĂśdieâ anerkennt."
"Insgleichen war damit, dass ich Sokrates als dĂŠcadent erkannte, ein vĂśllig unzweideutiger Beweis dafĂźr gegeben, wie wenig die Sicherheit meines psychologischen Griffs von Seiten irgend einer Moral-Idiosynkrasie Gefahr laufen werde:âdie Moral selbst als dĂŠcadence-Symptom ist eine Neuerung, eine Einzigkeit ersten Rangs in der Geschichte der Erkenntniss."
"Ich sah zuerst den eigentlichen Gegensatz:âden entartenden Instinkt, der sich gegen das Leben mit unterirdischer Rachsucht wendet (âChristenthum, die Philosophie Schopenhauers, in gewissem Sinne schon die Philosophie Platos, der ganze Idealismus als typische Formen) und eine aus der FĂźlle, der ĂberfĂźlle geborene Formel der hĂśchsten Bejahung, ein Jasagen ohne Vorbehalt, zum Leiden selbst, zur Schuld selbst, zu allem FragwĂźrdigen und Fremden des Daseins selbst."
"Es ist Nichts, was ist, abzurechnen, es ist Nichts entbehrlichâdie von den Christen und andren Nihilisten abgelehnten Seiten des Daseins sind sogar von unendlich hĂśherer Ordnung in der Rangordnung der Werthe als das, was der DĂŠcadence-Instinkt gutheissen, gut heissen durfte. Dies zu begreifen, dazu gehĂśrt Muth und, als dessen Bedingung, ein Ăberschuss von Kraft."
"Genau so weit als der Muth sich vorwärts wagen darf, genau nach dem Maass von Kraft nähert man sich der Wahrheit."
"Die Erkenntniss, das Jasagen zur Realität ist fĂźr den Starken eine ebensolche Nothwendigkeit als fĂźr den Schwachen, unter der Inspiration der Schwäche, die Feigheit und Flucht vor der Realitätâdas âIdealâ ⌠Es steht ihnen nicht frei, zu erkennen: die dĂŠcadents haben die LĂźge nĂśthig, sie ist eine ihrer Erhaltungs-Bedingungen."
"Heraklit, in dessen Nähe Ăźberhaupt mir wärmer, mir wohler zu Muthe wird als irgendwo sonst. Die Bejahung des Vergehens und Vernichtens, das Entscheidende in einer dionysischen Philosophie, das Jasagen zu Gegensatz und Krieg, das Werden, mit radikaler Ablehnung auch selbst des Begriffs âSeinââdarin muss ich unter allen Umständen das mir Verwandteste anerkennen, was bisher gedacht worden ist."
"Die zweite Unzeitgemässe (1874) bringt das Gefährliche, das Leben-Annagende und -Vergiftende in unsrer Art des Wissenschafts-Betriebs an's Licht â: das Leben krank an diesem entmenschten Räderwerk und Mechanismus, an der âUnpersĂśnlichkeitâ des Arbeiters, an der falschen Ăkonomie der âTheilung der Arbeitâ. Der Zweck geht verloren, die Cultur:âdas Mittel, der moderne Wissenschafts-Betrieb, barbarisirt"
"Es ist meine Klugheit, Vieles und vielerorts gewesen zu sein, um Eins werden zu kĂśnnen,âum zu Einem kommen zu kĂśnnen. Ich musste eine Zeit lang auch Gelehrter sein."
"In keinem andren Sinne will das Wort âfreier Geistâ hier verstanden werden: ein freigewordner Geist, der von sich selber wieder Besitz ergriffen hat."
"Sieht man genauer zu, so entdeckt man einen unbarmherzigen Geist, der alle Schlupfwinkel kennt, wo das Ideal heimisch ist,âwo es seine Burgverliesse und gleichsam seine letzte Sicherheit hat."
"Meine Aufgabe, einen Augenblick hĂśchster Selbstbesinnung der Menschheit vorzubereiten, einen grossen Mittag, wo sie zurĂźckschaut und hinausschaut, wo sie aus der Herrschaft des Zufalls und der Priester heraustritt und die Frage des warum?, des wozu? zum ersten Male als Ganzes stellt â, diese Aufgabe folgt mit Nothwendigkeit aus der Einsicht, dass die Menschheit nicht von selber auf dem rechten Wege ist, dass sie durchaus nicht gĂśttlich regiert wird, dass vielmehr gerade unter ihren heiligsten Werthbegriffen der Instinkt der Verneinung, der Verderbniss, der dĂŠcadence-Instinkt verfĂźhrerisch gewaltet hat."
"The instinct of negation, of corruption, the decadence-instinct, has been seductively at work, and precisely under humanityâs holiest value concepts."
"Das entscheidende Zeichen, an dem sich ergiebt, dass der Priester (âeingerechnet die versteckten Priester, die Philosophen) nicht nur innerhalb einer bestimmten religiĂśsen Gemeinschaft, sondern Ăźberhaupt Herr geworden ist, dass die dĂŠcadence-Moral, der Wille zum Ende, als Moral an sich gilt, ist der unbedingte Werth, der dem Unegoistischen und die Feindschaft, die dem Egoistischen Ăźberall zu Theil wird."
"Mensch will lieber noch das Nichts wollen als nicht wollen."
"Es ist wahr: wir lieben das Leben, nicht, weil wir an's Leben, sondern weil wir an's Lieben gewĂśhnt sind."
"Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber immer auch etwas Vernunft im Wahnsinn."
"Von allem Geschriebenen liebe ich nur Das, was Einer mit seinem Blute schreibt."
"Und nichts BÜses wächst mehr fßrderhin aus dir, es sei denn das BÜse, das aus dem Kampfe deiner Tugenden wächst. Mein Bruder, wenn du Glßck hast, so hast du Eine Tugend und nicht mehr: so gehst du leichter ßber die Brßcke."
"Es ist mehr Vernunft in deinem Leibe, als in deiner besten Weisheit."
""Leib bin ich und Seele"âso redet das Kind. Und warum sollte man nicht wie die Kinder reden?"
"Keine geringe Kunst ist schlafen: es tut schon Noth, den ganzen Tag darauf hin zu wachen."
"Welches ist der groĂe Drache, den der Geist nicht mehr Herr und Gott heiĂen mag? "Du-sollst" heiĂt der groĂe Drache. Aber der Geist des LĂśwen sagt "ich will". "Du-sollst" liegt ihm am Wege, goldfunkelnd, ein Schuppentier, und auf jeder Schuppe glänzt golden "Du sollst!" Tausendjährige Werte glänzen an diesen Schuppen, und also spricht der mächtigste aller Drachen: "aller Wert der Dinge - der glänzt an mir." "Aller Wert ward schon geschaffen, und aller geschaffene Wert - das bin ich. Wahrlich, es soll kein 'Ich will' mehr geben!" Also spricht der Drache."
"A light has dawned for me: I need companions, living ones, not dead companions and corpses which I carry with me wherever I wish. But I need living companions who follow me because they want to follow themselvesâ and who want to go where I want to go. A light has dawned for me: Zarathustra shall not speak to the people but to companions! Zarathustra shall not be herdsman and dog to the herd! To lure many away from the herdâ that is why I have come. The people and the herd shall be angry with me: the herdsmen shall call Zarathustra a robber. I will not be herdsmen or gravedigger. I will not speak again to the people: I have spoken to a dead man for the last time. I will make company with creators, with harvesters, with rejoicers: I will show them the rainbow and the stairway to the Superman."
""We have invented happiness" -say the last men and blink"
"Zweierlei will der echte Mann: Gefahr und Spiel. Deshalb will er das Weib als das gefährlichste Spielzeug."
"Free from what? As if that mattered to Zarathustra! But your eyes should tell me brightly: free for what?"
"Seht sie klettern, diese geschwinden Affen! Sie klettern Ăźber einander hinweg und zerren sich also in den Schlamm und die Tiefe. Hin zum Throne wollen sie Alle: ihr Wahnsinn ist es, â als ob das GlĂźck auf dem Throne sässe! Oft sitzt der Schlamm auf dem Thron â und oft auch der Thron auf dem Schlamme. Wahnsinnige sind sie mir Alle und kletternde Affen und Ăberheisse. Ăbel riecht mir ihr GĂśtze, das kalte Unthier: Ăźbel riechen sie mir alle zusammen, diese GĂśtzendiener."
"Aber der Staat lĂźgt in allen Zungen des Guten und BĂśsen; und was er auch redet, er lĂźgtâund was er auch hat, gestohlen hat er's."
"Ich weiss um den Hass und Neid eures Herzens. Ihr seid nicht gross genug, um Hass und Neid nicht zu kennen. So seid denn gross genug, euch ihrer nicht zu schämen!"
"ÂťJe mehr er hinauf in die HĂśhe und Helle will, um so stärker streben seine Wurzeln erdwärts, abwärts, in's Dunkle, Tiefe, â in's BĂśse.ÂŤ"
"Im Gebirge ist der nächste Weg von Gipfel zu Gipfel: aber dazu musst du lange Beine haben. Sprßche sollen Gipfel sein: und Die, zu denen gesprochen wird, Grosse und Hochwßchsige."
"Ihr seht nach oben, wenn ihr nach Erhebung verlangt. Und ich sehe hinab, weil ich erhoben bin."
"Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tĂśtet man"