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April 10, 2026
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"Prosper MĂŠrimĂŠe in Ehren⌠Vielleicht bin ich selbst auf Stendhal neidisch? Er hat mir den besten Atheisten-Witz weggenommen, den gerade ich hätte machen kĂśnnen: âdie einzige Entschuldigung Gottes ist, dass er nicht existirtââŚ"
"Um die Gleichheit ganz zu erreichen, die die Quelle des GlĂźcks beider Geschlechter wäre, mĂźĂte den Frauen das Duell gestattet werden: Die Pistole erfordert nur Geschicklichkeit. So kĂśnnte jede Frau, die sich zwei Jahre lang zur Gefangenen macht, nach dem VerfluĂ dieses Zeitraumes die Scheidung erlangen. Gegen das Jahr 2000 hin, werden diese Ideen nicht mehr lächerlich sein!"
"Ich befand mich in einer Art Ekstase bei dem Gedanken, in Florenz und den Gräbern so vieler GroĂen so nahe zu sein. Ich war in Bewunderung der erhabenen SchĂśnheit versunken; ich sah sie aus nächster Nähe und berĂźhrte sie fast. Ich war auf dem Punkt der Begeisterung angelangt, wo sich die himmlischen Empfindungen, wie sie die Kunst bietet, mit leidenschaftlichen GefĂźhlen gatten. Als ich die Kirche verlieĂ, klopfte mir das Herz; man nennt das in Berlin Nerven; mein Lebensquell war versiegt, und ich fĂźrchtete umzufallen."
"Ich befand mich bei dem Gedanken, in Florenz zu sein, und durch die Nähe der groĂen Männer, deren Gräber ich eben gesehen hatte, in einer Art Ekstase. [âŚ] Als ich Santa Croce verlieĂ, hatte ich starkes Herzklopfen; in Berlin nennt man das einen Nervenanfall; ich war bis zum ĂuĂersten erschĂśpft und fĂźrchtete umzufallen."
"Man muss in Paris und ausschlieĂlich mit Leuten zusammenleben, die ein frĂśhliches Leben fĂźhren! Sie sind glĂźcklich und daher weniger bĂśsartig. Die Menschenseele ist wie ein verpesteter Sumpf; wenn man nicht rasch darĂźber hinweggleitet, versinkt man darin."
"Wäre ich nicht so alt, wßrde ich Arabisch lernen, so beglßckt bin ich, endlich etwas zu finden, das keine steife Kopie von schon Vorhandenem ist."
"Man muss am Leben rĂźtteln, sonst nagt es an uns."
"Ich habe diese Sucht, Kinder zu kriegen, nie begriffen, niedliche Puppen, die zu solchen DummkÜpfen werden, daà man vor ihnen wegrennen mÜchte, es sei denn, sie erhalten eine strenge und unverfälschte Erziehung, und wer hat schon die Geduld, ihnen diese Erziehung zukommen zu lassen?"
"FĂźr mich gibt es nur eine Regel: klar zu sein. Bin ich es nicht, so stĂźrzt meine Welt in sich zusammen."
"Alles, was in dieser Welt der MĂźhe lohnt, ist das eigene Ich."
"Wer wird so vermessen sein, sich in eine KĂśnigin zu verlieben, ohne dass sie ihn zuvor ermutigt?"
"PrĂźderie ist eine Art von Geiz, die schlimmste von allen."
"Mohammed war Puritaner, er wollte den Genuss aus der Welt schaffen, auch wenn dieser niemanden schädigte. Er hat in den Ländern, die den Islam angenommen haben, die Liebe vernichtet. Deshalb hat seine Religion auch weniger in Arabien, ihrer Wiege, als in allen anderen morgenländischen Ländern Wurzel gefasst."
"Man muss einen prosaischen Ehemann haben und sich einen romantischen Liebhaber zulegen."
"In welchem Land der Erde sind die Ehen am glĂźcklichsten? Unzweifelhaft im protestantischen Deutschland."
""In der Einsamkeit kann man alles erlangen"
"Die Macht der Gewohnheit behauptet sich selbst in den leidenschaftlichsten Augenblicken."
"Die jungen Deutschen, denen ich in GĂśttingen, Dresden, KĂśnigsberg usw. begegnete, sind unter dem Einfluss so genannter philosophischer Richtungen herangewachsen, die man eigentlich als dunkle, schlecht geschriebene Dichtung ansehen muss, aber in sittlichem Betracht etwas AuĂerordentliches, erhaben Reines haben. Ich bekam den Eindruck, dass sie sich nicht die republikanische Gesinnung des Mittelalters, nicht das Misstrauen und die Bereitschaft zum DolchstoĂ wie die Italiener bewahrt haben, sondern eine starke Anlage von Begeisterungsfähigkeit und Gewissenhaftigkeit."
"Der Vers ist als eine Gedächtnishilfe erfunden worden. Später hat man ihn beibehalten aus gesteigertem VergnĂźgen an der Ăberwindung von Schwierigkeiten. In der dramatischen Kunst heute noch an ihm festzuhalten, ist ein Ăberrest von Barbarei. Ein Beispiel: die Dienstordnung fĂźr Kavallerie, in Verse gesetzt von De Bonnay."
"Der Schmerz der Eifersucht ist deshalb so bitter, weil die Eitelkeit sich gegen ihn sträubt."
"Das grĂśĂte GlĂźck, das die Liebe zu geben vermag, liegt im ersten Händedruck der geliebten Frau."
"Bei Hofe ist der Unglaube verpÜnt, weil er den Interessen der Fßrsten als schädlich gilt, Unglaube ist auch in Gegenwart junger Mädchen verpÜnt, wie leicht kÜnnte er sie abhalten zu heiraten. Man wird zugeben, wenn es einen Gott gibt, muss es ihm sehr wohlgefällig sein, aus solchen Beweggrßnden verehrt zu werden."
"Ave Maria, die Dämmerstunde, ist in Italien die Stunde der Zärtlichkeit, der Seelenfreuden und der Schwermut: Empfindungen, die durch den Klang jener schÜnen Glocken noch verstärkt werden. Wonnige Stunden, die einem erst in der Erinnerung bewusst werden."
"Wer sich entschuldigt, klagt sich an."
"Jeder fĂźr sich in dieser WĂźste des Egoismus, die man Leben nennt."
"Die Ăffentliche Meinung ist eine gefährliche Sache in einem Land, das eine Verfassung hat."
"Wie dem Adler der Himmel offen steht, so ist dem tĂźchtigen Mann die ganze Welt das Vaterland."
"Sei bei mir, in MaĂen zwar, doch verlasse mich nicht."
"Ob einem reiche Totengabe wird zuteil, das ist nur eitle Prahlerei der Lebenden."
"Nichts ist schrecklich, was notwendig ist."
"Ein vorsichtiger ist besser als ein waghalsiger HeerfĂźhrer."
"Ein guter Mann wird stets das Bessre wählen."
"Du zählst im Elend keinen Freund."
"Die Zeit entlarvt den BĂśsen."
"Die Ăbung ist in allem beste Lehrerin den Sterblichen."
"Abwechslung in allem ist sĂźĂ."
"Ich weiĂ nicht, was ich mache; ich bin eine Mikrobe. Alles, was ich weiĂ, ist, daĂ ich jeden Morgen um fĂźnf zu Bett geh. Ich liebe Louis Armstrong, die chinesische Philosophie und den Zirkus."
"Wenn Du immer noch fragen musst, schäme Dich!"
"Nun erschrecken gerade viele Gebildete. Sie fßrchten, sie hätten das Denken um den Preis der religiÜsen Unmittelbarkeit zu teuer erkauft. Aber nun kÜnnen wir nicht zurßck. Aus dem Denken gibt es keinen ehrlichen Rßckweg in einen naiven Glauben. Nach einem alten Satz trennt uns der erste Schluck aus dem Becher der Erkenntnis von Gott, aber auf dem Grunde des Bechers wartet Gott auf den, der ihn sucht. Wenn es so ist, dann gibt es einen Weg des Denkens, der vorwärts zu religiÜsen Wahrheiten fßhrt, und nur diesen Weg zu suchen ist lohnend. Wenn es nicht so ist, wird unsere Welt auf die Religion ihre Hoffnungen vergeblich setzen."
"Technik ist Mittel zu Zwecken, nicht Selbstzweck"
"Philosophie ist die Wissenschaft, Ăźber die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben."
"Ich habe zum ersten Mal einen Physiker gesehen. Er leidet am Denken."
"Es ist nĂźtzlich, wenn wir lernen, uns Ăźber die richtigen Dinge zu wundern."
"Die alte Ethik der Nächstenliebe reicht aus, wenn wir sie auf die Realitäten der neuen technischen Welt anwenden; und wenn wir sie hier nicht anwenden, so ist es uns mit ihr nicht Ernst. Das revolutionärste Buch, das wir besitzen, das Neue Testament, ist nicht erschÜpft."
""Damit den Heiligen die Seligkeit besser gefalle und sie Gott noch mehr dafĂźr danken, dĂźrfen sie die Strafen der Gottlosen vollkommen schauen." (Original lat.: "et ideo, ut beatitudo sanctorum eis magis complaceat, et de ea uberiores gratias Deo agant, dantur eis ut poenam impiorum perfecte intueantur.") Super Sent., lib. 4 d. 50 q. 2 a. 4 qc. 1 co."
"Wohl kĂśnnen wir Gott unser Herz Ăśffnen, aber nicht ohne gĂśttliche Hilfe."
"Weder Christ noch Heide erkennt das Wesen Gottes, wie es in sich selbst ist."
": (Original lat.: "Tristitia inter omnes animae passiones magis corpori nocet.")"
"Unter allen Leidenschaften der Seele bringt die Traurigkeit am meisten Schaden fĂźr den Leib."
": (Original lat.: "Intellectus noster ad infinitum in intelligendo extenditur")"