First Quote Added
April 10, 2026
Latest Quote Added
"Weh aber dem Gesetzgeber, der eine auf ethische Zwecke gerichtete Verfassung durch Zwang bewirken wollte! Denn er wĂźrde dadurch nicht allein gerade das Gegenteil der ethischen bewirken, sondern auch seine politische untergraben und unsicher machen."
"Der Kampf, den ein jeder moralisch wohlgesinnter Mensch, unter der AnfĂźhrung des guten Prinzips gegen die Anfechtung des bĂśsen, in diesem Leben bestehen muĂ, kann ihm, wie sehr er sich auch bemĂźht, doch keinen grĂśĂern Vorteil verschaffen, als die Befreiung von der Herrschaft des letzteren."
"Was aber Wunder ßberhaupt betrifft, so findet sich, daà vernßnftige Menschen den Glauben an dieselbe, dem sie gleichwohl nicht zu entsagen gemeint sind, doch niemals wollen praktische aufkommen lassen; welches so viel sagen will, als: sie glauben zwar, was die Theorie betrifft, daà es dergleichen gebe, in Geschäften aber statuieren sie keine."
"Moral also fĂźhrt unumgänglich zur Religion, wodurch sie sich zur Idee eines machthabenden moralischen Gesetzgebers auĂer dem Menschen erweitert, in dessen Willen dasjenige Endzweck (der WeltschĂśpfung) ist, was zugleich Endzweck des Menschen sein kann und soll."
"Die Moral, so fern sie auf dem Begriffe des Menschen, als eines freien, eben darum aber auch sich selbst durch seine Vernunft an unbedingte Gesetze bindenden Wesens, gegrĂźndet ist, bedarf weder die Idee eines andern Wesens Ăźber ihm, um seine Pflicht zu erkennen, noch einer andern Triebfeder als des Gesetzes selbst, um sie zu beobachten."
"Der Souverän will das Volk nach seinen Begriffen glßcklich machen, und wird Despot; das Volk will sich den allgemeinen menschlichen Anspruch auf eigene Glßckseligkeit nicht nehmen lassen, und wird Rebell."
"Da nun jede Einschränkung der Freiheit durch die WillkĂźr eines andern Zwang heiĂt: so folgt, daĂ die bĂźrgerliche Verfassung ein Verhältnis freier Menschen ist, die (unbeschadet ihrer Freiheit im Ganzen ihrer Verbindung mit andern) doch unter Zwangsgesetzen stehen: weil die Vernunft selbst es so will, und zwar die reine a priori gesetzgebende Vernunft, die auf keinen empirischen Zweck (dergleichen alle unter dem allgemeinen Namen GlĂźckseligkeit begriffen worden) RĂźcksicht nimmt; als Menschen gar verschieden denken, so daĂ ihr Wille unter kein gemeinschaftliches Prinzip, folglich auch unter kein äuĂeres, mit jedermanns Freiheit zusammenstimmendes, Gesetz gebracht werden kann."
"Das Erpressungsmittel der Wahrhaftigkeit in äuĂeren Aussagen, der Eid (tortura spiritualis) wird von einem menschlichen Gerichtshofe nicht bloĂ fĂźr erlaubt, sondern auch fĂźr unentbehrlich gehalten: ein trauriger Beweis von der geringen Achtung der Menschen fĂźr die Wahrheit, selbst im Tempel der Ăśffentlichen Gerechtigkeit, wo die bloĂe Idee von ihr schon fĂźr sich die grĂśĂte Achtung einflĂśĂen sollte!"
"Wir kĂśnnen alle VermĂśgen des menschlichen GemĂźts ohne Ausnahme auf die drei zurĂźckfĂźhren: das ErkenntnisvermĂśgen, das GefĂźhl der Lust und Unlust und das BegehrungsvermĂśgen."
"Es gibt keine praktische Psychologie, als besonderen Teil der Philosophie Ăźber die menschliche Natur."
"Was das Leben fĂźr uns fĂźr einen Wert habe, wenn dieser bloĂ nach dem geschätzt wird, was man genieĂt (dem natĂźrlichen Zweck der Summe aller Neigungen, der GlĂźckseligkeit), ist zu entscheiden. Er sinkt unter Null; denn wer wollte wohl das Leben unter denselben Bedingungen, oder auch nach einem neuen, selbst entworfenen (doch dem Naturlaufe gemäĂen) Plane, der aber auch bloĂ auf GenuĂ gestellt wäre, aufs neue antreten?"
"Voltaire sagte, der Himmel habe uns zum Gegengewicht gegen die vielen MĂźhseligkeiten des Lebens zwei Dinge gegeben: die Hoffnung und den Schlaf. Er hätte noch das Lachen dazu rechnen kĂśnnen; [âŚ]."
"Vernßnftige Bewohner anderer Planeten anzunehmen, ist eine Sache der Meinung; denn, wenn wir diesen näher kommen kÜnnten, welches an sich mÜglich ist, wßrden wir, ob sie sind, oder nicht sind, durch Erfahrung ausmachen; aber wir werden ihnen niemals so nahe kommen, und so bleibt es beim Meinen."
"Urteilskraft Ăźberhaupt ist das VermĂśgen, das Besondere als enthalten unter dem Allgemeinen zu denken."
"Ungläubisch sein heiĂt der Maxime nachhängen, Zeugnissen Ăźberhaupt nicht zu glauben; ungläubig aber ist der, welcher jenen Vernunftideen, weil es ihnen an theoretischer BegrĂźndung ihrer Realität fehlt, darum alle GĂźltigkeit abspricht. Er urteilt also dogmatisch."
"SchÜn ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt."
"Organisation aber, als innerer Zweck der Natur, ßbersteigt unendlich alles VermÜgen einer ähnlichen Darstellung durch Kunst."
"In der Religion ßberhaupt scheint Niederwerfen, Anbetung mit niederhängendem Haupte, mit zerknirschten angstvollen Gebärden und Stimmen, das einzigschickliche Benehmen in Gegenwart der Gottheit zu sein, welches daher auch die meisten VÜlker angenommen haben und noch beobachten."
"Geschmack ist das BeurteilungsvermĂśgen eines Gegenstandes oder einer Vorstellungsart durch ein Wohlgefallen, oder MiĂfallen, ohne alles Interesse. Der Gegenstand eines solchen Wohlgefallens heiĂt schĂśn."
"Darin ist jedermann einig, daĂ Genie dem Nachahmungsgeiste gänzlich entgegen zu setzen sei. Da nun Lernen nichts als Nachahmen ist, so kann die grĂśĂte Fähigkeit, Gelehrigkeit (Kapazität), als Gelehrigkeit, doch nicht fĂźr Genie gelten."
"Zwei Dinge erfßllen das Gemßt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je Üfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel ßber mir, und das moralische Gesetz in mir."
"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten kĂśnne."
"Aufklärung in einzelnen Subjekten durch Erziehung zu grĂźnden, ist also gar leicht; man muĂ nur frĂźh anfangen, die jungen KĂśpfe zu dieser Reflexion zu gewĂśhnen. Ein Zeitalter aber aufzuklären, ist sehr langwierig; denn es finden sich viel äuĂere Hindernisse, welche jene Erziehungsart teils verbieten, teils erschweren."
"Der Freiheit zu denken ist erstlich der bĂźrgerliche Zwang entgegengesetzt."
"Sich im Denken Ăźberhaupt orientieren heiĂt also: sich, bei der Unzulänglichkeit der objektiven Prinzipien der Vernunft, im FĂźrwahrhalten nach einem subjektiven Prinzip derselben bestimmen."
"Und so ist der Ausschlag einer durch Philosophie versuchten ältesten Menschheitsgeschichte: Zufriedenheit mit der Vorsehung und dem Gange menschlicher Dinge im ganzen, der nicht vom Guten anhebend zum BÜsen fortgeht, sondern sich vom Schlechten zum Besseren allmählich entwickelt; zu welchem Fortschritte denn ein jeder an seinem Teile, so viel in seinen Kräften steht, beizutragen durch die Natur selbst berufen ist."
"Man muss gestehen: daĂ die grĂśĂten Ăbel, welche gesittete VĂślker drĂźcken, uns vom Kriege, und zwar nicht so sehr von dem, der wirklich oder gewesen ist, als von der nie nachzulassenden und so gar unaufhĂśrlich vermehrten ZurĂźstung zum kĂźnftigen, zugezogen werden."
"Der Mensch sollte sich aus der Rohigkeit seiner Naturanlagen selbst herausarbeiten, und, indem er sich Ăźber sie erhebt, dennoch Acht haben, daĂ er nicht wider sie verstoĂe: eine Geschicklichkeit, die er nur spät und nach vielen miĂlingenden Versuchen erwarten kann, binnern welcher Zwischenzeit die Menschheit unter den Ăbeln seufzt, die sie sich aus Unerfahrenheit selbst antut."
"Ăbrigens beruht die MĂśglichkeit der Beschleunigung Ăźberhaupt, durch ein fortwährendes Moment derselben, auf dem Gesetze der Trägheit."
""Alles, was uns der Bedßrfnis ßberhebt, zu leeren Räumen unsere Zuflucht zu nehmen, ist wirklicher Gewinn fßr die Naturwissenschaft."
"Ich behaupte aber, daĂ in jeder besonderen Naturlehre nur so viel eigentliche Wissenschaft angetroffen werden kĂśnne, als darin Mathematik anzutreffen ist."
""Eine bloà empirische Rechtslehre ist (wie der hÜlzerne Kopf in Phädrus' Fabel) ein Kopf, der schÜn sein mag, nur schade! daà er kein Gehirn hat." Die Methaphysik der Sitten, Einleitung in die Rechtslehre, § B Was ist Recht?, 230"
"Die menschliche Vernunft hat ⌠vorher alle mÜgliche unrechte Wege versucht, ehe es ihr gelingt, den einzigen wahren zu treffen."
"Zur inneren Freiheit werden zwei Stßcke gefordert: seiner selbst in einem gegebenen Fall Meister und ßber sich selbst Herr zu sein, d.i. seine Affekte zu zähmen und seine Leidenschaften zu beherrschen."
"Schriftsteller wĂźrden sich manche IrrtĂźmer, manche verlorne MĂźhe (weil sie auf Blendwerk gestellt war) ersparen, wenn sie sich nur entschlieĂen kĂśnnten, mit etwas mehr Offenheit zu Werke zu gehen."
"Mit einem Worte, das moralische Gesetz verlangt Befolgung aus Pflicht, nicht aus Vorliebe, die man gar nicht voraussetzen kann und soll."
"Kinder Handlungen als edele, groĂemĂźtige, verdienstliche zum Muster aufzustellen, in der Meinung, sie durch EinflĂśĂung eines Enhusiasmus fĂźr dieselbe einzunehmen, ist vollends zweckwidrig."
"Hat er aber gemordet, so muss er sterben."
"Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloĂ als Mittel brauchest."
"Eine jede Handlung ist recht, die oder nach deren Maxime die Freiheit der WillkĂźr eines jeden mit jedermanns Freiheit nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann."
"Das Verhalten der Menschen, so lange ihre Natur, wie sie jetzt ist, bliebe, wĂźrde also in einem bloĂen Mechanismus verwandelt werden, wo, wie im Marionettenspiel, alles gut gestikuliert, aber in den Figuren doch kein Leben anzutreffen sein wĂźrde."
"Also demĂźtigt das moralische Gesetz unvermeidlich jeden Menschen, indem dieser mit demselben den sinnlichen Hang seiner Natur vergleicht."
"Aber Liebe zu Gott als Neigung (pathologische Liebe) ist unmĂśglich; denn er ist kein Gegenstand der Sinne. Eben dieselbe gegen Menschen ist zwar mĂśglich, kann aber nicht geboten werden; denn es steht in keines Menschen VermĂśgen, jemanden bloĂ auf Befehl zu lieben."
"So schädlich ist es, Vorurteile zu pflanzen, weil sie sich zuletzt an denen selbst rächen, die, oder deren Vorgänger, ihre Urheber gewesen sind."
"Es ist so bequem, unmĂźndig zu sein. Habe ich ein Buch, das fĂźr mich Verstand hat, einen Seelsorger, der fĂźr mich Gewissen hat, einen Arzt der fĂźr mich die Diät beurtheilt, u. s. w. so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemĂźhen. Ich habe nicht nĂśthig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrieĂliche Geschäft schon fĂźr mich Ăźbernehmen."
"Die Menschen arbeiten sich von selbst nach und nach aus der Rohigkeit heraus, wenn man nur nicht absichtlich kĂźnstelt, um sie darin zu erhalten."
"Wenn denn nun gefragt wird: Leben wir jetzt in einem aufgeklärten Zeitalter? so ist die Antwort: Nein, aber wohl in einem Zeitalter der Aufklärung."
"Was aber nicht einmal ein Volk Ăźber sich selbst beschlieĂen darf, das darf noch weniger ein Monarch Ăźber das Volk beschlieĂen; denn sein gesetzgebendes Ansehen beruht darauf, daĂ er den gesammten Volkswillen in dem seinigen vereinigt."
"Ein Mensch kann zwar fĂźr eine Person, und auch alsdann nur auf einige Zeit, in dem, was ihm zu wissen obliegt, die Aufklärung aufschieben; aber auf sie Verzicht tun, es sei fĂźr seine Person, mehr aber noch fĂźr die Nachkommenschaft, heiĂt die heiligen Rechte der Menschheit verletzen und mit FĂźĂen treten."
"DaĂ aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher mĂśglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läĂt, beinahe unausbleiblich."