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April 10, 2026
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"Der Dogmatism (beispielsweise der Wolffischen Schule) ist ein Polster zum Einschlafen, und das Ende aller Belebung, welche letztere gerade das Wohltätige der Philosophie ist."
"In praktischer (moralisch-praktischer) Bedeutung aber ist ein Glaube an das Ăbersinnliche nicht allein mĂśglich, sondern er ist gar mit dieser unzertrennlich verbunden."
"Es lebe also die Philosophie aus GefĂźhlen, die uns gerade zur Sache selbst fĂźhrt!"
"Die Natur will unwiderstehlich, dass das Recht zuletzt die Obergewalt behalte."
"Die bĂźrgerliche Verfassung in jedem Staate soll republikanisch sein."
"Wenn es Pflicht, wenn zugleich gegrßndete Hoffnung da ist, den Zustand eiens Üffentlichen Rechts, obgleich nur in einer ins Unendliche fortschreitenden Annäherung wirklich zu machen, so ist der ewige Friede, der auf bisher fälschlich so genannte Friedensschlßsse (eigentlich Waffenstillstände) folgt, keine leere Idee, sondern eine Aufgabe, die, nach und nach, aufgelÜst, ihrem Ziele (weil die Zeiten, in denen gleiche Fortschritte geschehen, hoffentlich immer kßrzer werden) näher kommt."
"Das Recht der Menschen muss heilig gehalten werden, der herrschenden Gewalt mag es auch noch so groĂe Aufopferung kosten. Man kann hier nicht halbieren, und das Mittelding eines pragmatisch-bedingten Rechts (zwischen Recht und Nutzen) aussinnen, sondern alle Politik muss ihre Knie vor dem erstern beugen, kann aber dafĂźr hoffen, ob zwar langsam, zu der Stufe zu gelangen, wo sie beharrlich glänzen wird."
"Die wahre Politik kann also keinen Schritt tun, ohne vorher der Moral gehuldigt zu haben, und ob zwar Politik fĂźr sich selbst eine schwere Kunst ist, so ist doch die Vereinigung derselben mit der Moral gar keine Kunst; denn diese haut den Knoten entzwei, den jene nicht aufzulĂśsen vermag, sobald beide einander widerstreiten."
"Die Welt wird keineswegs dadurch untergehen, daĂ der bĂśsen Menschen weniger wird."
"Ich kann mir nun zwar einen moralischen Politiker, d.i. einen, der die Prinzipien der Staatsklugheit so nimmt, daà mit der Moral zusammen bestehen kÜnnen, aber nicht einen politischen Moralisten denken, der sich eine Moral so schmiedet, wie es der Vorteil des Staatsmanns sich zuträglich findet."
"Verschiedenheit der Religionen: ein wunderlicher Ausdruck! gerade, als ob man von verschiedenen Moralen spräche."
"Nun ist die republikanische Verfassung die einzige, welche dem Recht der Menschen vollkommen angemessen, aber auch die schwerste zu stiften, vielmehr noch die schwerste zu erhalten ist, dermaĂen, daĂ viele behaupten, es mĂźsse ein Staat von Engeln sein, weil Menschen mit ihren selbsttĂźchtigen Neigungen einer Verfassung von so sublimer Form nicht fähig wären."
"Der Krieg aber selbst bedarf keines besondern Bewegungsgrundes, sondern scheint auf die menschliche Natur gepropft zu sein, und sogar als etwas Edles, wozu der Mensch durch den Ehrtrieb, ohne eigennĂźtzige Triebfeder, beseelt wird, zu gelten: so, daĂ Kriegesmut (von amerikanischen Wilden sowohl, als den europäischen, in den Ritterzeiten) nicht bloĂ, wenn Krieg ist (wie billig), sondern auch, daĂ Krieg sei, von unmittelbarem groĂem Wert zu sein geurteilt wird, und er oft, bloĂ um jenen zu zeigen, angefangen, mithin in dem Kriege an sich selbst eine innere WĂźrde gesetzt wird, sogar daĂ ihm auch wohl Philosophen, als einer gewissen Veredelung der Menschheit, eine Lobrede halten, uneingedenk des Ausspruchs jenes Griechen: ÂťDer Krieg ist darin schlimm, daĂ er mehr bĂśse Leute macht, als er deren wegnimmtÂŤ."
"Vergleicht man hiemit das inhospitale Betragen der gesitteten, vornehmlich handeltreibenden Staaten unseres Weltteils, so geht die Ungerechtigkeit, die sie in dem Besuche fremder Länder und VÜlker (welches ihnen mit dem Erobern desselben fßr einerlei gilt) beweisen, bis zum Erschrecken weit."
"Unter den drei Staatsformen [Autokratie, Aristokratie und Demokratie (FĂźrstengewalt, Adelsgewalt und Volksgewalt)] ist die der Demokratie, im eigentlichen Verstande des Wortes, notwendig ein Despotism, weil sie eine exekutive Gewalt grĂźndet, da alle Ăźber und allenfalls auch wider Einen (der also nicht mit einstimmt) mithin alle, die doch nicht alle sind, beschlieĂen; welches ein Widerspruch des allgemeinen Willens mit sich selbst und mit der Freiheit ist."
"Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines andern Staats gewalttätig einmischen."
"Sollte es mit dem Christentum einmal dahin kommen, daĂ es aufhĂśrte liebenswĂźrdig zu sein (welches sich wohl zutragen kĂśnnte, wenn es, statt seines sanften Geistes, mit gebieterischer Auktorität bewaffnet wĂźrde): so mĂźĂte, weil in moralischen Dingen keine Neutralität (noch weniger Koalition entgegengesetzer Prinzipien) Statt findet, eine Abneigung und Widersetzlichkeit gegen dasselbe die herrschende Denkart der Menschen werden; und der Antichrist, der ohnehin Vorläufer des jĂźngsten Tages gehalten wird, wĂźrde sein (vermutlich auf Furcht und Eigennutz gegrĂźndetes) obzwar kurzes Regiment anfangen: alsdann aber, weil das Christentum allgemeine Weltreligion zu sein zwar bestimmt, aber es zu werden von dem Schicksal nicht begĂźnstigt sein wĂźrde, das (verkehrte) Ende aller Dinge in moralischer RĂźcksicht eintreten."
"Wenn man nun, um es recht gut zu machen, zum Christentum noch irgend eine Auktorität (wäre es auch die gÜttlichste) hinzutut, die Absicht derselben mag auch noch so gut sein: so ist doch die Liebenswßrdigkeit desselben verschwunden: denn es ist ein Widerspruch, jemanden zu gebieten, daà er etwas nicht allein tue, sondern es auch gern tun sollte."
"Das Christentum hat, auĂer der grĂśĂten Achtung, welche die Heiligkeit seiner Gesetze unwiderstehlich einflĂśĂt, noch etwas LiebenswĂźrdiges in sich."
"Das Ende aller Dinge, die durch der Menschen Hände gehen, ist, selbst bei ihren guten Zwecken, Torheit: das ist, Gebrauch solcher Mittel zu ihren Zwecken, die diesen gerade zuwider sind."
"Tage sind gleichsam Kinder der Zeit, weil der folgende Tag, mit dem was er enthält, das Erzeugnis des vorigen ist."
"Der Mohammedianism unterscheidet sich durch Stolz, weil er, statt der Wunder, an den Siegen und der Unterjochung vieler VÜlker die Bestätigung seines Glaubens findet, und seine Andachtsgebräuche alle von der mutigen Art sind."
"Die enge Pforte und der schmale Weg, der zum Leben fĂźhrt, ist der des guten Lebenswandels; die weite Pforte und der breite Weg, den viele wandeln, ist die Kirche."
"Es gibt keine besondere Pflichten gegen Gott in einer allgemeinen Religion; denn Gott kann von uns nichts empfangen; wir kĂśnnen auf und fĂźr ihn nicht wirken."
"Das hĂśchste, fĂźr Menschen nie vĂśllig erreichbare, Ziel der moralischen Vollkommenheit endlicher GeschĂśpfe ist aber die Liebe des Gesetzes."
"Wir kÜnnen also die allgemeine Kirchengeschichte, sofern sie ein System ausmachen soll, nicht anders, als vom Ursprunge des Christentums anfangen, das, als eine vÜllige Verlassung des Judentums, worin es entsprang, auf ein ganz neues Prinzip gegrßndet, eine gänzliche Revolution in Glaubenslehren bewirkte."
"Da nun ohne Glauben an ein kßnftiges Leben gar keine Religion gedacht werden kann, so enthält das Judentum als ein solches, in seiner Reinigkeit genommen, gar keinen Religionsglauben."
"Ein heiliges Buch erwirbt sich selbst bei denen (und gerade bei diesen am meisten), die es nicht lesen, wenigstens sich daraus keinen grĂśĂeren zusammenhängenden Religionsbegriff machen kĂśnnen, die grĂśĂte Achtung, und alles VernĂźnfteln verschlägt nicht wider den alle EinwĂźrfe niederschlagenden Machtanspruch: da steht's geschrieben."
"Weh aber dem Gesetzgeber, der eine auf ethische Zwecke gerichtete Verfassung durch Zwang bewirken wollte! Denn er wĂźrde dadurch nicht allein gerade das Gegenteil der ethischen bewirken, sondern auch seine politische untergraben und unsicher machen."
"Der Kampf, den ein jeder moralisch wohlgesinnter Mensch, unter der AnfĂźhrung des guten Prinzips gegen die Anfechtung des bĂśsen, in diesem Leben bestehen muĂ, kann ihm, wie sehr er sich auch bemĂźht, doch keinen grĂśĂern Vorteil verschaffen, als die Befreiung von der Herrschaft des letzteren."
"Was aber Wunder ßberhaupt betrifft, so findet sich, daà vernßnftige Menschen den Glauben an dieselbe, dem sie gleichwohl nicht zu entsagen gemeint sind, doch niemals wollen praktische aufkommen lassen; welches so viel sagen will, als: sie glauben zwar, was die Theorie betrifft, daà es dergleichen gebe, in Geschäften aber statuieren sie keine."
"Moral also fĂźhrt unumgänglich zur Religion, wodurch sie sich zur Idee eines machthabenden moralischen Gesetzgebers auĂer dem Menschen erweitert, in dessen Willen dasjenige Endzweck (der WeltschĂśpfung) ist, was zugleich Endzweck des Menschen sein kann und soll."
"Die Moral, so fern sie auf dem Begriffe des Menschen, als eines freien, eben darum aber auch sich selbst durch seine Vernunft an unbedingte Gesetze bindenden Wesens, gegrĂźndet ist, bedarf weder die Idee eines andern Wesens Ăźber ihm, um seine Pflicht zu erkennen, noch einer andern Triebfeder als des Gesetzes selbst, um sie zu beobachten."
"Der Souverän will das Volk nach seinen Begriffen glßcklich machen, und wird Despot; das Volk will sich den allgemeinen menschlichen Anspruch auf eigene Glßckseligkeit nicht nehmen lassen, und wird Rebell."
"Da nun jede Einschränkung der Freiheit durch die WillkĂźr eines andern Zwang heiĂt: so folgt, daĂ die bĂźrgerliche Verfassung ein Verhältnis freier Menschen ist, die (unbeschadet ihrer Freiheit im Ganzen ihrer Verbindung mit andern) doch unter Zwangsgesetzen stehen: weil die Vernunft selbst es so will, und zwar die reine a priori gesetzgebende Vernunft, die auf keinen empirischen Zweck (dergleichen alle unter dem allgemeinen Namen GlĂźckseligkeit begriffen worden) RĂźcksicht nimmt; als Menschen gar verschieden denken, so daĂ ihr Wille unter kein gemeinschaftliches Prinzip, folglich auch unter kein äuĂeres, mit jedermanns Freiheit zusammenstimmendes, Gesetz gebracht werden kann."
"Das Erpressungsmittel der Wahrhaftigkeit in äuĂeren Aussagen, der Eid (tortura spiritualis) wird von einem menschlichen Gerichtshofe nicht bloĂ fĂźr erlaubt, sondern auch fĂźr unentbehrlich gehalten: ein trauriger Beweis von der geringen Achtung der Menschen fĂźr die Wahrheit, selbst im Tempel der Ăśffentlichen Gerechtigkeit, wo die bloĂe Idee von ihr schon fĂźr sich die grĂśĂte Achtung einflĂśĂen sollte!"
"Wir kĂśnnen alle VermĂśgen des menschlichen GemĂźts ohne Ausnahme auf die drei zurĂźckfĂźhren: das ErkenntnisvermĂśgen, das GefĂźhl der Lust und Unlust und das BegehrungsvermĂśgen."
"Es gibt keine praktische Psychologie, als besonderen Teil der Philosophie Ăźber die menschliche Natur."
"Was das Leben fĂźr uns fĂźr einen Wert habe, wenn dieser bloĂ nach dem geschätzt wird, was man genieĂt (dem natĂźrlichen Zweck der Summe aller Neigungen, der GlĂźckseligkeit), ist zu entscheiden. Er sinkt unter Null; denn wer wollte wohl das Leben unter denselben Bedingungen, oder auch nach einem neuen, selbst entworfenen (doch dem Naturlaufe gemäĂen) Plane, der aber auch bloĂ auf GenuĂ gestellt wäre, aufs neue antreten?"
"Voltaire sagte, der Himmel habe uns zum Gegengewicht gegen die vielen MĂźhseligkeiten des Lebens zwei Dinge gegeben: die Hoffnung und den Schlaf. Er hätte noch das Lachen dazu rechnen kĂśnnen; [âŚ]."
"Vernßnftige Bewohner anderer Planeten anzunehmen, ist eine Sache der Meinung; denn, wenn wir diesen näher kommen kÜnnten, welches an sich mÜglich ist, wßrden wir, ob sie sind, oder nicht sind, durch Erfahrung ausmachen; aber wir werden ihnen niemals so nahe kommen, und so bleibt es beim Meinen."
"Urteilskraft Ăźberhaupt ist das VermĂśgen, das Besondere als enthalten unter dem Allgemeinen zu denken."
"Ungläubisch sein heiĂt der Maxime nachhängen, Zeugnissen Ăźberhaupt nicht zu glauben; ungläubig aber ist der, welcher jenen Vernunftideen, weil es ihnen an theoretischer BegrĂźndung ihrer Realität fehlt, darum alle GĂźltigkeit abspricht. Er urteilt also dogmatisch."
"SchÜn ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt."
"Organisation aber, als innerer Zweck der Natur, ßbersteigt unendlich alles VermÜgen einer ähnlichen Darstellung durch Kunst."
"In der Religion ßberhaupt scheint Niederwerfen, Anbetung mit niederhängendem Haupte, mit zerknirschten angstvollen Gebärden und Stimmen, das einzigschickliche Benehmen in Gegenwart der Gottheit zu sein, welches daher auch die meisten VÜlker angenommen haben und noch beobachten."
"Geschmack ist das BeurteilungsvermĂśgen eines Gegenstandes oder einer Vorstellungsart durch ein Wohlgefallen, oder MiĂfallen, ohne alles Interesse. Der Gegenstand eines solchen Wohlgefallens heiĂt schĂśn."
"Darin ist jedermann einig, daĂ Genie dem Nachahmungsgeiste gänzlich entgegen zu setzen sei. Da nun Lernen nichts als Nachahmen ist, so kann die grĂśĂte Fähigkeit, Gelehrigkeit (Kapazität), als Gelehrigkeit, doch nicht fĂźr Genie gelten."
"Zwei Dinge erfßllen das Gemßt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je Üfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel ßber mir, und das moralische Gesetz in mir."
"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten kĂśnne."