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April 10, 2026
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"Das Kind soll spielen, es soll Erholungsstunden haben, aber es muss auch arbeiten lernen."
"Wir dßrfen uns nicht einander lästig werden; die Welt ist groà genug fßr uns alle."
"Dreist sollte man eigentlich dräust schreiben, denn es kommt von dräuen, drohen her."
"Ist je die Kunst in der Erziehung erlaubt, so ist es allein die der Abhärtung."
"Man bildet sich zwar insgemein ein, daà Experimente bei der Erziehung nicht nÜtig wären, und daà man schon aus der Vernunft urteilen kÜnne, ob etwas gut, oder nicht gut sein werde. Man irret aber hierin aber sehr, und die Erfahrung lehrt, daà sich oft bei unseren Versuchen ganz entgegengesetzte Wßrkung sich zeigen von denen, die man erwartete."
"Wir leben im Zeitpunkte der Disziplinierung, Kultur und Zivilisierung, aber noch lange nicht in dem Zeitpunkte der Moralisierung."
"Der Mensch kann entweder bloà dressiert, abgerichtet, mechanisch unterwiesen, oder wirklich aufgeklärt werden."
"Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung."
"Der Mensch ist das einzige GeschĂśpf, das erzogen werden muĂ."
"Das Feld der Philosophie lässt sich auf folgende Fragen bringen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?"
"Regellosigkeit ist zugleich Unvernunft."
""Die Idee der Menschheit, die Idee einer vollkommenen Republik, eines glĂźckseligen Lebens u. dgl. m. fehlt den meisten Menschen."
"Der Mensch war nicht bestimmt, wie das Hausvieh, zu einer Herde, sondern, wie die Biene, zu einem Stock zu gehĂśren."
"Das Weib wird durch die Ehe frei; der Mann verliert dagegen seine Freiheit."
"Die Frau will herrschen, der Mann beherrscht sein (vornehmlich vor der Ehe)."
"Allein zu essen (solipsismus convictorii) ist fĂźr einen philosophierenden Gelehrten ungesund; nicht Restauration, sondern (vornehmlich wenn es gar einsames Schwelgen wird) Exhaustion; erschĂśpfende Arbeit, nicht belebendes Spiel der Gedanken. Der genieĂende Mensch, der im Denken während der einsamen Mahlzeiten an sich selbst zehrt, verliert allmählich die Munterkeit, die er dagegen gewinnt, wenn ein Tischgenosse ihm durch seine abwechselnde Einfälle neuen Stoff zur Belehrung darbietet; welchen er selbst nicht hat ausspĂźren dĂźrfen."
"Dieses Wort sollte eigentlich Dräustigkeit (von Dräuen oder Drohen), nicht Dreistigkeit geschrieben werden; weil der Ton, oder auch die Miene eines solchen Menschen andere besorgen läĂt, er kĂśnne auch wohl grob sein."
"Leidenschaft dagegen wĂźnscht sich kein Mensch. Denn wer will sich in Ketten legen lassen, wenn er frei sein kann?"
"Ein gutes Gedicht ist das eindringendste Mittel der Belebung des GemĂźts."
"Eine Art, sich zu vergnĂźgen, ist zugleich Kultur: nämlich VergrĂśĂerung der Fähigkeit, noch mehr VergnĂźgen dieser Art zu genieĂen; dergleichen das mit Wissenschaften und schĂśnen KĂźnsten ist."
"Durch SprichwÜrter reden ist daher die Sprache des PÜbels, und beweiset den gänzlichen Mangel des Witzes im Umgange mit der feineren Welt."
"Der BetrĂźger ist eigentlich ein Narr."
"So wie das VermĂśgen, zum Allgemeinen (der Regel) das Besondere auszufinden, Urteilskraft, so ist dasjenige: zum Besonderen das Allgemeine auszudenken, der Witz (ingenium)."
"Zu welchen Kindereien sinkt nicht der Mensch selbst in seinem reifen Alter hinab, wenn er sich am Leitseil der Sinnlichkeit fĂźhren läĂt!"
"Wir spielen gerne mit der Einbildungskraft; aber die Einbildungskraft (als Phantasie) spielt eben so oft und bisweilen sehr ungelegen auch mit uns."
"Alle menschliche Tugend im Verkehr ist ScheidemĂźnze; ein Kind ist der, welcher sie fĂźr echtes Gold nimmt."
"In der Regel ist alle Angewohnheit verwerflich."
"Das BewuĂtsein des sich selbst Beobachtenden ist eine ganz einfache Vorstellung des Subjekts im Urteile Ăźberhaupt wovon man alles weiĂ, wenn man es bloĂ denkt; aber das von sich selbst beobachtende Ich ist ein Inbegriff von so viel Gegenständen der inneren Wahrnehmung daĂ die Psychologie vollauf zu tun hat um alles darin im Verborgenen liegende aufzuspĂźren und nicht hoffen darf damit jemals zu Ende zu kommen und die Frage hinreichend zu beantworten: Was ist der Mensch."
"Alles Erkenntnis setzt Verstand voraus."
"Die Kunst aber, oder vielmehr die Gewandtheit, im gesellschaftlichen Tone zu sprechen, und sich Ăźberhaupt modisch zu zeigen, welche, vornehmlich wenn es Wissenschaft betrifft, fälschlich Popularität genannt wird, da sie vielmehr geputzte Seichtigkeit heiĂen sollte, deckt manche Armseligkeit des eingeschränkten Kopfs. Aber nur Kinder lassen sich dadurch irre leiten."
"Der innere Sinn sieht die Verhältnisse seiner Bestimmungen nur in der Zeit, mithin im FlieĂen; wo keine Dauerhaftigkeit der Betrachtung, die doch zur Erfahrung notwendig ist, statt findet."
"Viele Menschen sind unglĂźcklich, weil sie nicht abstrahieren kĂśnnen."
"Dem Egoism kann nur der Pluralism entgegengesetzt werden, d.i. die Denkungsart: sich nicht als die ganze Welt in seinem Selbst befassend, sondern als einen bloĂen WeltbĂźrger zu betrachten und zu verhalten."
"Der grĂśĂte Sinnengenuss, der gar keine Einmischung von Ekel bei sich fĂźhrt, ist im gesunden Zustande Ruhe nach der Arbeit."
"Freyheit ohne Gesetz und Gewalt ist der Stand der Wilden."
"Es ist nichts beständig als die Unbeständigkeit."
"Der Mensch ist von Natur bĂśse. Er tut das Gute nicht aus Neigung, sondern aus Sympathie und Ehre."
"Der Mensch ist ein Tier, was eine Erziehung nĂśtig hat"
"In welcher Ordnung allein kann der Fortschritt zum Besseren erwartet werden? Die Antwort ist: nicht durch den Gang der Dinge von unten hinauf, sondern den von oben herab."
"So verhindert das Verbot der Publizität den Fortschritt eines Volkes zum Besseren, selbst in dem, was das mindeste seiner Forderung, nämlich bloà sein natßrliches Recht angeht."
"Autokratisch herrschen, und dabei doch republikanisch, d. h., im Geiste des Republikanism und nach einer Analogie mit demselben, regieren, ist das, was ein Volk mit seiner Verfassung zufrieden macht."
"Denn wenn Gott zum Menschen wirklich spräche, so kann dieser doch niemals wissen, daà es Gott sei, der zu ihm spricht."
"Was den Staat in Religionsdingen allein interessieren darf, ist: wozu die Lehren derselben anzuhalten sind, damit er nĂźtzliche BĂźrger, gute Soldaten, und Ăźberhaupt getreue Untertanen habe."
"Es ist eine Sonderbarkeit des deutschen Sprachgebrauchs (oder MiĂbrauchs), daĂ sich die Anhänger unserer Religion Christen nennen; gleich als ob es mehr als einen Christus gebe und jeder Gläubige ein Christus wäre. Sie mĂźĂten sich Christianer nennen."
"Unter Glaubenssätzen versteht man nicht, was geglaubt werden soll (denn das Glauben verstattet keinen Imperativ), sondern das, was in praktischer (moralischer) Absicht anzunehmen mĂśglich und zweckmäĂig, obgleich nicht eben erweislich ist, mithin nur geglaubt werden kann."
"Das Volk will geleitet, d.i. (in der Sprache der Demagogen) es will betrogen sein."
"Das Recht muĂ nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Recht angepaĂt werden."
"Jeder Mensch aber hat nicht allein ein Recht, sondern sogar die strengste Pflicht zur Wahrhaftigkeit in Aussagen, die er nicht umgehen kann: sie mag nun ihm selbst oder anderen Schaden. Er selbst tut also hiermit dem, der dadurch leidet, eigentlich nicht Schaden, sondern diesen verursacht der Zufall."
"Freyheit, (Unabhängigkeit von eines andern nÜthigender Willkßhr), sofern sie mit jedes anderen Freyheit nach einem allgemeinen Gesetz zusammen bestehen kann, ist dieses einzige, ursprßngliche, jedem Menschen, kraft seiner Menschheit, zustehende Recht."
"Das Gebot: du sollst (und wenn es auch in der frÜmmsten Absicht wäre) nicht lßgen, zum Grundsatz in der Philosophie als eine Weisheitslehre innigst aufgenommen, wßrde allein den ewigen Frieden in ihr nicht nur bewirken, sondern auch in alle Zukunft sichern kÜnnen."