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April 10, 2026
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"Berlin ist mehr ein Welttheil, als eine Stadt, wo sich aus der grĂśĂeren Menge leichter eine gesellige Einsamkeit erwählen lieĂe. Da fänden Sie Ihren ruhigsten Hafen in Deutschland."
"Alle plÜtzlichen Dämmerungen sind nur die der Sonnenfinsternisse und also keine wachsende, sondern ebenso plÜtzlich verschwindende."
"Der Humor, als das umgekehrt Erhabene, vernichtet nicht das Einzelne, sondern das Endliche durch den Kontrast mit der Idee."
"Die bloĂe Empfindung schafft nicht den Dichter, aber der bloĂe Dichter auch nicht jene. Im ersten Irrtum ist der JĂźngling, im zweiten der Kritiker."
"Nie vergesse der Dichter Ăźber der Zukunft, die ihm eigentlich heller vorschimmert, die Forderungen der Gegenwart und also des nur an diese angeschmiedeten Lesers."
"Hier auf dem offenen Meere der Welt, mitten unter hundert Schiffen, kann ich Dir nicht durch das Sprachrohr der Presse das zuschreien, was ich Dir viel lieber nahe an Deinem Angesicht und an Deiner Brust zuflĂźstern mĂśchte."
"Der Hauptfehler des Menschen bleibt, dass er so viele kleine hat."
"Dass du gewiss in Bayreuth selig sein wirst, so sehr sind dessen Häuser und Berge zu loben."
"Armut ist die einzige Last, die schwerer wird, je mehr Geliebte daran tragen."
"Es ist nicht gut, wenn in die Geschichte eines Mannes â und heckte er täglich die neuen Einfälle zu Schocken â das Schicksal selber ein Wortspiel wie ein Nestei gelegt hat; auf diesem Ei sitzt und brĂźtet er sein Leben lang und will etwas herausbringen."
"Mit einer Kindheit voll Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch fĂźr die kalte Welt haushalten."
"Jedes Ich ist PersÜnlichkeit, folglich geistige Individualität."
"Jede gute Erzählung, so wie gute Dichtung, umgibt sich von selber mit Lehren."
"Hinter einem voranziehenden Gott wĂźrden alle Menschen GĂśtter. Tilgt ihr aber das Ideal aus der Brust, so verschwindet damit Tempel, Opferaltar und alles."
"Einzelne Regeln ohne den Geist der Erziehung sind ein WĂśrterbuch ohne Sprachlehre."
"Einen traurigen Mann erduld' ich, aber kein trauriges Kind."
"Ein verdrieĂlicher Gott ist ein Widerspruch oder der Teufel."
""Die Wiederholung ist die Mutter"
"Die weibliche Kleider-Liebe hat samt der Reinlichkeit, welche gleichsam auf der Grenzscheide zwischen Leib und Sittlichkeit wohnt, eine Wand- und Tßr-Nachbarin, nämlich Herzens-Reinheit."
"Das kĂśrperliche Herz sei das Muster des geistigen: verletzbar, empfindlich, rege und warm, aber ein derber, frei fortschlagender Muskel hinter dem Knochengitter, und seine zarten Nerven sind schwer zu finden."
""Da aber der Deutsche keine Zeit so gern erlebt als Bedenkzeit"
"ein Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffer landen und anstĂźrmende scheitern."
"Wenn man beim Stiche der Biene oder des Schicksals nicht stillehält, so reiĂet der Stachel ab und bleibt zurĂźck."
"Die Leidenschaft macht die besten Beobachtungen und die elendesten SchlĂźsse. Sie ist ein Fernrohr, dessen Feld desto heller, je enger es ist."
"Die Kälte hat ewig ein Sprachrohr und die Empfindung ein HÜrrohr. Die Ankunft einer ungeliebten fßrstlichen Leiche oder dergleichen Braut hÜrt man an den Polarzirkeln; hingegen wenn wir Niedere unsre Gräber oder unsre Arme mit Geliebten fßllen: so fallen bloà einige ungehÜrte Tränen, trostlose oder selige."
"UnglĂźck kann sich wie ein Skorpion in jede Ecke verkriechen."
"Mancher wird ein freier Diogenes, nicht wenn er in dem Fasse, sondern wenn dieses in ihm wohnt."
"Manche Dichter geraten unter dem Malen schlechter Charaktere oft so ins Nachahmen derselben hinein, wie Kinder, wenn sie träumen zu pissen, wirklich ihr Wasser lassen."
"Der Mensch ist nie so schĂśn, als wenn er um Verzeihung bittet oder selber verzeiht."
"In phantasiereichen Menschen liegen, wie in heiĂen Ländern oder auf Bergen, alle Extreme eng beieinander."
"Ich kenne nur eine Sache, die sĂźĂer ist, als ein Buch zu machen, nämlich eines zu entwerfen."
"Gute Weiber gÜnnen einander alles, ausgenommen Kleider, Männer und Flachs."
"Lass sich doch keine Seele vom Glauben an Gott in ihrer Lebens-Geschichte etwa dadurch abneigen, daĂ sie zu klein dafĂźr sei in der Menge der Geister und Sonnen."
"In den Dämmerungen regiert das Herz."
""Man ist neugierig, die Stellen im Buche zu lesen, die ein anderer unterstrichen hat." Bemerkungen ßber uns närrische Menschen, Band 1, 1782"
"Warum lieben wir die Tugend an andern zehnmal mehr als an uns? Warum fßhlen wir so viel Wärme gegen einen Aufopfernden und halten's fßr Schuldigkeit bei uns? Einmal mßssen wir uns irren."
"Jede Freude fĂźllt, jeder Schmerz leert dich, aber in jener hat noch Sehnsucht Platz, in diesem noch Zuversicht."
"An ungebildeten Leuten ärgert einen Eigennutz nicht."
"In der Liebe wird der Ernst der Jungfrau bezaubern; in der Ehe, die selber ein langer Ernst ist, mĂśchte leichtes Scherzen und Bescherzen der Welt besser einschlagen."
"Feststehende philosophische Worte sind gefährlich â man bringt sein ganzes Anschauungssystem darunter â und dann versteht man fremde Worte nicht, die man sonst verstände."
""Es ist leichter, die Menschen zu lieben als zu ertragen"
"Es gibt Menschen, denen jedes Lob Tadel ist, das nicht das grĂśĂte ist."
"Eine lange Zeit lernt man darum die Menschen nicht kennen, weil man sie ßberall fßr besser hält als sich."
"Ein Schmeichler ist's selten aus bloĂem Eigennutz, sondern aus Charakter; denn er schmeichelt Niedrigen wie Hohen."
"Der Mensch ist gut und will nicht, daĂ man vor einem andern als ihm selbst krieche."
"O du geliebtes Bayreuth, in das ich wie in einen Himmel fuhr und in dem ich jede Minute verschlang, aus Furcht, sie fliege ungenossen vorßber -, besuche mich in meinen HÜfer Träumen und spiegle dich in ihnen mit deinen Gegenden und Einwohnern ab wie der Himmel im klaren Bach."
""Du liebes Bayreuth, auf einem so schÜn gearbeiteten, so grßn angestrichenen Präsentierteller von Gegend einem dargeboten"
"Der Weise welcher sich hat Ăźbersich gebracht / Der ruhet wenn er laufft und wirkt wenn er betracht."
"Das licht der Herrligkeit scheint mitten in der Nacht / Wer kan es sehn? Ein Hertz das Augen hat und wacht."
"Zwey Augen hat die Seel: eins schauet in die Zeit / Das andre richtet sich hin in die Ewigkeit."