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April 10, 2026
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"Es ist nicht nÜtig, nicht einmal erwßnscht, Partei fßr mich zu nehmen: im Gegenteil, eine Dosis Neugierde, wie vor einem fremden Gewächs, mit einem ironischen Widerstande, schiene mir eine unvergleichlich intelligentere Stellung zu mir."
""Ich fand die ganze liebe deutsche Bestie gegen mich anspringend"
"In dieser Woche habe ich dreimal die Matthäuspassion gehÜrt, jedesmal mit demselben Gefßhl der unermesslichen Verwunderung. Wer das Christentum vÜllig verlernt hat, der hÜrt es hier wirklich wie ein Evangelium; es ist dies die Musik der Verneinung des Willens, ohne Erinnerung an die Askesis."
"Ich denke immer noch, irgendwann einmal sitzen wir alle in Bayreuth zusammen und begreifen gar nicht mehr, wie man es anderswo aushalten konnte."
"Erziehung: wesentlich das Mittel, die Ausnahme zu ruiniren zu Gunsten der Regel. Bildung: wesentlich das Mittel, den Geschmack gegen die Ausnahme zu richten zu Gunsten des Mittleren."
"Gegen den Positivismus, welcher bei dem Phänomen stehen bleibt âes giebt nur Thatsachenâ, wĂźrde ich sagen: nein, gerade Thatsachen giebt es nicht, nur Interpretationen. Wir kĂśnnen kein Factum âan sichâ feststellen: vielleicht ist es ein Unsinn, so etwas zu wollen. âEs ist alles subjektivâ sagt ihr: aber schon das ist Auslegung, das âSubjektâ ist nichts Gegebenes, sondern etwas Hinzu-Erdichtetes, Dahinter-Gestecktes."
"Ich bringe den Krieg. Nicht zwischen Volk und Volk: ich habe kein Wort, um meine Verachtung fßr die fluchwßrdige Interessen-Politik europäischer Dynastien auszudrßcken, welche aus der Aufreizung zur Selbstsucht Selbst[ßb]erhebung der VÜlker gegen einander ein Prinzip und beinahe eine Pflicht macht."
"Jesus ist das GegenstĂźck eines Genies: Er ist ein Idiot."
"Wir haben also als Missverständnis: [âŚ] eine kirchliche Ordnung, mit Priesterschaft, Theologie, Cultus, Sakramenten; kurz, alles das, was Jesus von Nazareth bekämpft hatte."
"Die Kirche hat deutsche Kaiser auf Grund ihrer Laster in Bann getan: als ob ein MĂśnch oder Priester Ăźber das mitreden dĂźrfte, was ein Friedrich der Zweite von sich fordern darf. Ein Don Juan wird in die HĂślle geschickt: das ist sehr naiv. Hat man bemerkt, dass im Himmel alle interessanten Menschen fehlen?"
""Ein labyrinthischer Mensch sucht niemals die Wahrheit, sondern einzig seine Ariadne"
""In der Flamme der Eifersucht wendet man gleich dem Skorpione den vergifteten Stachel gegen sich selber"
"Indem wir fortwährend uns Ăźben, es mit allerlei Mitmenschen auszuhalten, Ăźben wir uns unbewuĂt darin, uns selber auszuhalten: was eigentlich die unbegreiflichste Leistung des Menschen ist."
"Mit ihm verglichen, war mir selbst Beethoven ein halbbarbarisches Wesen, dessen groĂe Seele schlecht erzogen wurde, so dass sie das Erhabene vom Abenteuerlichen, das Schlichte vom Geringen und Abgeschmackten nie recht zu unterscheiden gelernt hat."
""Der Mensch entdeckt zuletzt nicht die Welt, sondern seine Tastorgane und FĂźhlhĂśrner und deren Gesetze"
"In Wahrheit heiĂt etwas wollen, ein Experiment machen, um zu erfahren, was wir kĂśnnen; darĂźber kann uns allein der Erfolg oder Misserfolg belehren."
"Unsere Meinungen: die Haut, die wir uns umlegen, in der wir gesehen werden wollen, oder in der wir uns sehen wollen; das ĂuĂerlichste, der Schuppenpanzer um die Gedanken eines Menschen. So scheint es. Andererseits ist die Haut ein Erzeugnis wir wissen nicht welcher Kräfte und Triebe, eine Art Ablagerung, fortwährend sich stĂźckweise lĂśsend und neubildend."
"Ein Staatsmann zertheilt die Menschheit in zwei Gattungen, erstens Werkzeuge, zweitens Feinde. Eigentlich giebt es also fĂźr ihn nur Eine Gattung von Menschen: Feinde."
"Die Romantiker ermangeln des Instinktes: die Kunstwahngebilde reizen sie nicht zur That, sie verharren im Reizungszustande."
"Das KĂśnigthum repräsentirt den Glauben an Einen ganz Ăberlegenen, einen FĂźhrer Retter Halbgott. Die Aristokratie repräsentirt den Glauben an eine Elite-Menschheit und hĂśhere Kaste. Die Demokratie repräsentiert den Unglauben an groĂe Menschen und an Elite-Gesellschaft: âJeder ist jedem gleich.â âIm Grunde sind wir allesamt eigennĂźtziges Vieh und PĂśbel.â"
""Nitimur in vetitum: in diesem Zeichen siegt einmal meine Philosophie, denn man verbot bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit." Vorwort"
"Hat man mich verstanden?"
"Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit."
"ÂťEmanzipation des WeibesÂŤ â das ist der InstinkthaĂ des miĂratenen, das heiĂt gebäruntĂźchtigen Weibes gegen das wohlgeratene."
"Ich selbst bin immer noch Pole genug, um gegen Chopin den Rest der Musik hinzugeben."
"Wenn man von einem unerträglichen Druck loskommen will, so hat man Haschisch nÜtig. Wohlan, ich hatte Wagner nÜtig."
"Den hĂśchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben. Ich suche umsonst in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich sĂźĂen und leidenschaftlichen Musik. Er besaĂ eine gĂśttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag (...). â Und wie er das Deutsche handhabt! Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind."
"Alle Vorurteile kommen aus den Eingeweiden."
"Die gewĂśhnlichste LĂźge ist die, mit der man sich selbst belĂźgt; das BelĂźgen andrer ist relativ der Ausnahmefall."
""Man nennt das Christenthum die Religion des Mitleidens."
""Man muss der Menschheit Ăźberlegen sein durch Kraft, durch HĂśhe der Seele,"
"Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die hÜchste aller denkbaren Korruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur mÜglichen Korruption gehabt."
"Unrecht liegt niemals in ungleichen Rechten, es liegt im Anspruch auf ÂťgleicheÂŤ Rechte."
"ÂťGlaubeÂŤ heiĂt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist."
""Es steht niemandem frei, Christ zu werden: man wird nicht zum Christentum ÂťbekehrtÂŤ,"
""Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt,"
""Das Weib war der zweite Fehlgriff Gottes [âŚ]"
"Das Wort schon Christentum ist ein Missverständnis -, im Grunde gab es nur einen Christen, und der starb am Kreuz."
"Die Schwachen und Missratnen sollen zu Grunde gehen: erster Satz unserer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen."
"Wie? ist der Mensch nur ein Fehlgriff Gottes? Oder Gott nur ein Fehlgriff des Menschen?"
"Was mich nicht umbringt, macht mich stärker."
""Was? du suchst? du mÜchtest dich verzehnfachen, verhundertfachen? du suchst Anhänger?"
"Schopenhauer, der letzte Deutsche, der in Betracht kommt (der ein europäisches Ereigniss gleich Goethe, gleich Hegel, gleich Heinrich Heine ist, und nicht bloà ein lokales, ein "nationales"), ist fßr einen Psychologen ein Fall ersten Ranges: nämlich als bÜsartig genialer Versuch, zu Gunsten einer nihilistischen Gesammt-Abwerthung des Lebens gerade die Gegen-Instanzen, die grossen Selbstbejahungen des "Willens zum Leben", die Exuberanz-Formen des Lebens in's Feld zu fßhren."
"Schiller: oder der Moral-Trompeter von Säckingen."
"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum."
"Ich misstraue allen Systematikern und gehe ihnen aus dem Weg. Der Wille zum System ist ein Mangel an Rechtschaffenheit."
"Ich fĂźrchte, wir werden Gott nicht los, weil wir noch an die Grammatik glauben [âŚ]."
""Hat man sein warum? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem wie?"
"Emerson hat jene gĂźtige und geistreiche Heiterkeit, welche allen Ernst entmutigt."
"Der getretene Wurm krĂźmmt sich. So ist es klug. Er verringert damit die Wahrscheinlichkeit, von neuem getreten zu werden. In der Sprache der Moral: Demut."