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April 10, 2026
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"In großen Städten gehört es leider zum guten Tone, nicht einmal zu wissen, wer mit uns in demselben Hause wohne."
"Handle weniger andern zu gefallen, als um Deine eigene Achtung nicht zu verscherzen, gut und anständig!"
"Gehe von niemand und laß niemand von Dir, ohne ihm etwas Lehrreiches oder etwas Verbindliches gesagt und mit auf den Weg gegeben zu haben; aber beides auf eine Art, die ihm wohltue, seine Bescheidenheit nicht empöre und nicht studiert scheine, daß er die Stunde nicht verloren zu haben glaube, die er bei Dir zugebracht hat, und daß er fühle, Du nehmest Interesse an seiner Person, es gehe Dir von Herzen, Du verkauftest nicht bloß Deine Höflichkeitsware ohne Unterschied jedem Vorübergehenden!"
"Gar zu leicht missbrauchen oder vernachlässigen uns die Menschen, sobald wir mit ihnen in einem vollkommen vertraulichen Tone verkehren. Um angenehm zu leben, muss man fast immer als ein Fremder unter den Leuten erscheinen."
"Eine der wichtigsten Tugenden im gesellschaftlichen Leben, die täglich seltener wird, ist die Verschwiegenheit."
"Ehre das Alter!"
"Die Frau poche nicht auf ihre unverletzte Treue, welche vielleicht das Verdienst des Zufalls oder eines kalten Temperaments ist."
"Der Umgang mit Kindern hat für einen verständigen Mann unendlich viel Interesse. Hier sieht er das Buch der Natur in unverfälschter Ausgabe aufgeschlagen."
"Achte Dich selbst, wenn Du willst, dass Andre Dich achten sollen!"
"„Ich habe lange genug an der offenen Tür des Todes gestanden; es wird Zeit hinauszutreten und sie hinter mir zuzumachen.“ – Letzte Worte, als er in den Armen seines Bruders starb"
"„Auch fordert jede Wirkung eine gleich starke Gegenwirkung, jedes Zeugen ein gleich tätiges Empfangen. Die Gegenwart muss daher schon auf die Zukunft vorbereitet sein.“ – Ideen über Staatsverfassung"
"„Alles, was wir mit Wärme und Enthusiasmus ergreifen, ist eine Art der Liebe.“ – Ideen über Staatsverfassung"
"„... gewiß ist es fast noch wichtiger, wie der Mensch das Schicksal nimmt, als wie sein Schicksal ist.“ – Briefe an eine Freundin, Burgörner, den 6. September 1825. Projekt Gutenberg"
"„Ich finde und habe immer gefunden, daß sich ein Buch gerade vorzugsweise zu einem freundschaftlichen Geschenk eignet. Man liest es oft, man kehrt oft dazu zurück, man nahet sich ihm aber nur in ausgewählten Momenten, braucht es nicht wie eine Tasse, ein Glas, einen Hausrath, so in jedem gleichgültigen Augenblick des Lebens, und erinnert sich so immer des Freundes im Augenblick eines würdigen Genusses.“ – Briefe an eine Freundin, 21. Brief: Tegel, den 4. December 1830. 5. Auflage, 2. Theil. Leipzig: Brockhaus, 1853. S. 103 f."
"„Es ist unglaublich, wie viel Kraft die Seele dem Körper zu leihen vermag.“ – Briefe an eine Freundin"
"„Die schöne und reine Weiblichkeit sollte nur durch die schönste und reinste Männlichkeit angezogen werden.“ – Briefe an eine Freundin"
"Der Mensch muß etwas außer sich gewinnen, an das er sich anschließen, auf das er mit allen vereinten Kräften seines Daseins wirken könne. Allein wenn auch diese Neigung allgemein ist, so ist der Hang und die Sehnsucht nach wahrer Freundschaft und Liebe doch nur ein Vorrecht zarter und innerlich gebildeter Seelen."
"„Das Arbeiten ist meinem Gefühl nach dem Menschen so gut ein Bedürfnis wie Essen und Schlafen.“ – Briefe an eine Freundin"
"„Denn wem sich der Mensch widmet, zu dem gelangt er nach dem Tode. (S.22.VIII.13.IX.25.XVI.19.)“ – Über die unter dem Namen Bhagavad-Gita bekannte Episode des Maha-Bharata (S. 39 books.google)"
"Einkommen und Vermögen sind keine Schande, höchstens die Art, wie sie zustande kommen."
"Ein Bundeskanzler dieser Republik geht nicht durch die Hintertür."
"Wenn die Juden ein Volk sind, so ist es ein mieses Volk."
"Und wenn mich einer fragt, wie denn das mit den Schulden ist, dann sag ich ihm das, was ich immer wieder sage: Dass mir ein paar Milliarden mehr Schulden weniger schlaflose Nächte bereiten als ein paar hunderttausend Arbeitslose mehr bereiten würden."
"Lernen S' a bisserl Geschichte, Herr Reporter!"
"Es ist eine Rache der Geschichte, daß die einst jungen Revolutionäre nun auf ihre alten Tage befrackt und mit Orden behangen auf Bälle gehen müssen, um dort zu repräsentieren."
"Es gibt heute keinen Antisemitismus mehr in Österreich. Das wird den Leuten höchstens eingeredet. Ich habe nie irgendeinen Antisemitismus verspürt."
""Döblin lag nicht richtig. Er kam nicht an. Der progressiven Linken war er zu katholisch, den Katholiken zu anarchisch, den Moralisten versagte er handfeste Thesen, fürs Nachtprogramm zu unelegant, war er dem Schulfunk zu vulgär; weder der ‚Wallenstein‘ noch der ‚Giganten‘-Roman ließen sich konsumieren; und der Emigrant Döblin wagte 1945 in ein Deutschland heimzukehren, das sich bald darauf dem Konsum verschrieb. Soweit die Marktlage: der Wert Döblin wurde und wird nicht notiert." Günter Grass: Mein Lehrer Döblin. Zitiert nach Walter Killy (Hrsg.): Literatur-Lexikon. Band 3, 1989, S. 79."
""Kirchenvater unserer neuen deutschen Literatur." Arno Schmidt: Zitiert nach Gabriele Sander: Alfred Döblin, Reclam, Stuttgart 2001, S. 93."
""Der stilprägende Einfluß, den Döblin auf die Erzählweise deutscher Romanciers nach 1945 ausgeübt hat, lässt sich nur mit dem Kafkas vergleichen: Wolfgang Koeppen und Arno Schmidt, Günter Grass, Uwe Johnson und Hubert Fichte – sie alle kommen, um ein Wort Dostojewskis über Gogol zu verwenden, aus seinem Mantel." Marcel Reich-Ranicki: Sieben Wegbereiter. Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. dtv, München 2004, ISBN 3-423-13245-0."
""D. ist, wie ich schon sagte, ein gigantischer Epiker. Er macht mit der rechten Hand Kunst, noch mit dem kleinen Finger der rechten Hand macht er mehr, als fast alle übrigen Romanciers." Gottfried Benn: Brief an Johannes Weyl. (1946). In: Andreas Winkler, Wolfdietrich Elss (Hrsg.): Deutsche Exilliteratur 1933–1945. Primärtexte und Materialien zur Rezeption. 1982, S. 10."
""Es gibt sehr wenige Leute, die Döblins Bücher zu Ende lesen können, aber sehr viele kaufen sie und allen steht irgendwie fest, daß Döblin ein großer Erzähler ist, obgleich sie einräumen müssen, daß es furchtbar schwer ist, ihm zuzuhören." Thomas Mann: Verkannte Dichter unter uns. In: Gesammelte Werke. Band 10, S. Fischer, Frankfurt am Main 1974, S. 883."
""Er hat mehr Witz als das ganze Preußen Brutalität, und das will etwas heißen." Ignaz Wrobel: Der rechte Bruder. In: Die Weltbühne, 26.01.1922, Nr. 4, S. 104. http://www.textlog.de/tucholsky-rechte-bruder.html"
""Schauerlich, schändlich endet die Mär von den Juden und den Deutschen. Sie waren in eine Falle gegangen. Die Falle der Judenemanzipation." Alfred Döblin: Der Beitrag Heines zu Deutschlands Entwicklung (1935). In: Heine und die Nachwelt. Geschichte seiner Wirkung in den deutschsprachigen Ländern, hrsg von Dietmar Goltschnigg u.a., Berlin 2008, S. 383 books.google; Schriften zu jüdischen Fragen, PT100 books.google"
"Künstlerische Arbeiten von der Art des «Vatermord» sind, gewollt oder nicht, zugleich Gesellschaftskritik; sie fordern eine Antwort; die Unruhe, Ablehnung ist eine Antwort; sie ist möglicherweise oft eine ehrlichere Antwort als der Beifall, der rein ästhetisch wertet und Vogel-Strauß-Politik treibt."
"Geist tritt mit Vorliebe in der Form des Schwachsinns auf."
"Dem Menschen ist gegeben die Vernunft, die Ochsen bilden statt dessen eine Zunft."
"Es ist aber in der Welt so eingerichtet, daß die dämlichsten Sprichworte recht behalten, und wenn ein Mensch glaubt, nu ist gut, dann ist noch lange nicht gut. Der Mensch denkt und Gott lenkt, und der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht."
"Man soll sich nicht dicke tun mit seinem Schicksal. Ich bin Gegner des Fatums. Ich bin kein Grieche, ich bin Berliner."
"Wenn ein Roman nicht wie ein Regenwurm in zehn Stücke geschnitten werden kann und jeder Teil bewegt sich selbst, dann taugt er nicht."
"Deutschland ist das Land einer pedantischen epischen Realistik."
"Kunst ist und bleibt eine seltene Sache."
"Wem kann ich erzählen, daß die »Ilias« mich langweilt?"
"Ich brauche Wiegengesang, und den habe ich in seiner Fülle gefunden in meinem Homer."
"Er las immer Agamemnon statt »angenommen«, so sehr hatte er den Homer gelesen."
"Siehe, kein Wesen ist so eitel und unbeständig wie der Mensch."
"Es mehrt unendliche Trauer das Elend."
"Dulde, mein Herz! Du hast noch härtere Kränkung erduldet."
"Denn im Unglück altern die armen Sterblichen frühe."
"Denn ich begleitete dich als Knab' im Garten; wir gingen unter den Bäumen umher, und du nanntest und zeigtest mir jeden. Dreizehn Bäume mit Birnen und zehn voll rötlicher Äpfel schenktest du mir und vierzig Feigenbäume."
"Denn gerne gedenkt ja ein Mann der Trübsal."