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April 10, 2026
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""Was aber ist denn dies mein Selbst? Wollte ich von einem ersten Augenblick sprechen, einem ersten Ausdruck dafĂźr, so ist meine Antwort: es ist das Abstrakteste von allem, das doch in sich zugleich das Konkreteste von allem ist"
"Nach Veränderung rufen alle, die sich langweilen."
"Verheirate dich, du wirst es bereuen; verheirate dich nicht, du wirst es auch bereuen."
"Die Sorge ist das Verhältnis zum Leben."
"Je weniger Geist, desto weniger Angst."
"Der Augenblick ist jenes Zweideutige, darin Zeit und Ewigkeit einander berĂźhren."
"Dass das Weib sinnlicher ist als der Mann, das zeigt sogleich ihre leibliche Bildung an."
"Sehnsucht ist die Nabelschnur des hĂśheren Lebens."
""FĂźr drei Dinge danke ich Gott"
"Es ist ganz wahr, was die Philosophie sagt, daĂ das Leben rĂźckwärts verstanden werden muĂ. Aber darĂźber vergiĂt man den andern Satz, daĂ vorwärts gelebt werden muĂ."
"Es gilt, eine Wahrheit zu finden, die Wahrheit fĂźr mich ist, die Idee zu entdecken, fĂźr die ich leben und sterben will."
"Aber Humor ist auch die Freude, welche die Welt Ăźberwunden hat."
"Wo das Chaos auf die Ordnung trifft, gewinnt meist das Chaos, weil es besser organisiert ist."
"Nicht durch Feindschaft kommt Feindschaft zu Ende, durch Freundschaft kommt Feindschaft zu Ende."
"Keiner ist so verrßckt, dass er nicht einen noch Verrßckteren fände, der ihn versteht."
"Der Weg zu allem GroĂen geht durch die Stille."
""ÂťNietzsche ist totÂŤ"
"Einige Analphabeten der Nazis, die wohl deshalb unter die Hitlerschen Schriftgelehrten aufgenommen worden sind, weil sie einmal einem politischen Gegner mit dem Telephonbuch auf den Kopf gehauen haben, nehmen Nietzsche heute als den ihren in Anspruch. Wer kann ihn nicht in Anspruch nehmen! Sage mir, was du brauchst, und ich will dir dafĂźr ein Nietzsche-Zitat besorgen."
"Ein Fälscher ist, wer Nietzsche interpretiert, indem er Zitate aus ihm benutzt, denn er kann ihn all das sagen lassen, worauf er selbst aus ist, indem er authentische Worte und Sätze nach freien Belieben geschickt arrangiert. Im Bergwerk dieses Denkers ist jedes Metall zu finden: Nietzsche hat alles gesagt und das Gegenteil von allem. Und ßberhaupt ist es unredlich, sich der Zitate aus Nietzsche zu bedienen, wenn man ßber ihn spricht; man verleiht so den eigenen Worten Gewicht durch die Wirkung, die von ihm ausgeht, daà die seinen in ihnen erscheinen."
"Lieber Herr Professor, zuletzt wäre ich sehr viel lieber Basler Professor als Gott; aber ich habe es nicht gewagt, meinen Privat-Egoismus so weit zu treiben, um seinetwegen die Schaffung der Welt zu unterlassen. Sie sehen, man muà Opfer bringen, wie und wo man lebt."
"Es ist nicht nÜtig, nicht einmal erwßnscht, Partei fßr mich zu nehmen: im Gegenteil, eine Dosis Neugierde, wie vor einem fremden Gewächs, mit einem ironischen Widerstande, schiene mir eine unvergleichlich intelligentere Stellung zu mir."
""Ich fand die ganze liebe deutsche Bestie gegen mich anspringend"
"In dieser Woche habe ich dreimal die Matthäuspassion gehÜrt, jedesmal mit demselben Gefßhl der unermesslichen Verwunderung. Wer das Christentum vÜllig verlernt hat, der hÜrt es hier wirklich wie ein Evangelium; es ist dies die Musik der Verneinung des Willens, ohne Erinnerung an die Askesis."
"Ich denke immer noch, irgendwann einmal sitzen wir alle in Bayreuth zusammen und begreifen gar nicht mehr, wie man es anderswo aushalten konnte."
"Erziehung: wesentlich das Mittel, die Ausnahme zu ruiniren zu Gunsten der Regel. Bildung: wesentlich das Mittel, den Geschmack gegen die Ausnahme zu richten zu Gunsten des Mittleren."
"Gegen den Positivismus, welcher bei dem Phänomen stehen bleibt âes giebt nur Thatsachenâ, wĂźrde ich sagen: nein, gerade Thatsachen giebt es nicht, nur Interpretationen. Wir kĂśnnen kein Factum âan sichâ feststellen: vielleicht ist es ein Unsinn, so etwas zu wollen. âEs ist alles subjektivâ sagt ihr: aber schon das ist Auslegung, das âSubjektâ ist nichts Gegebenes, sondern etwas Hinzu-Erdichtetes, Dahinter-Gestecktes."
"Ich bringe den Krieg. Nicht zwischen Volk und Volk: ich habe kein Wort, um meine Verachtung fßr die fluchwßrdige Interessen-Politik europäischer Dynastien auszudrßcken, welche aus der Aufreizung zur Selbstsucht Selbst[ßb]erhebung der VÜlker gegen einander ein Prinzip und beinahe eine Pflicht macht."
"Jesus ist das GegenstĂźck eines Genies: Er ist ein Idiot."
"Wir haben also als Missverständnis: [âŚ] eine kirchliche Ordnung, mit Priesterschaft, Theologie, Cultus, Sakramenten; kurz, alles das, was Jesus von Nazareth bekämpft hatte."
"Die Kirche hat deutsche Kaiser auf Grund ihrer Laster in Bann getan: als ob ein MĂśnch oder Priester Ăźber das mitreden dĂźrfte, was ein Friedrich der Zweite von sich fordern darf. Ein Don Juan wird in die HĂślle geschickt: das ist sehr naiv. Hat man bemerkt, dass im Himmel alle interessanten Menschen fehlen?"
""Ein labyrinthischer Mensch sucht niemals die Wahrheit, sondern einzig seine Ariadne"
""In der Flamme der Eifersucht wendet man gleich dem Skorpione den vergifteten Stachel gegen sich selber"
"Indem wir fortwährend uns Ăźben, es mit allerlei Mitmenschen auszuhalten, Ăźben wir uns unbewuĂt darin, uns selber auszuhalten: was eigentlich die unbegreiflichste Leistung des Menschen ist."
"Mit ihm verglichen, war mir selbst Beethoven ein halbbarbarisches Wesen, dessen groĂe Seele schlecht erzogen wurde, so dass sie das Erhabene vom Abenteuerlichen, das Schlichte vom Geringen und Abgeschmackten nie recht zu unterscheiden gelernt hat."
""Der Mensch entdeckt zuletzt nicht die Welt, sondern seine Tastorgane und FĂźhlhĂśrner und deren Gesetze"
"In Wahrheit heiĂt etwas wollen, ein Experiment machen, um zu erfahren, was wir kĂśnnen; darĂźber kann uns allein der Erfolg oder Misserfolg belehren."
"Unsere Meinungen: die Haut, die wir uns umlegen, in der wir gesehen werden wollen, oder in der wir uns sehen wollen; das ĂuĂerlichste, der Schuppenpanzer um die Gedanken eines Menschen. So scheint es. Andererseits ist die Haut ein Erzeugnis wir wissen nicht welcher Kräfte und Triebe, eine Art Ablagerung, fortwährend sich stĂźckweise lĂśsend und neubildend."
"Ein Staatsmann zertheilt die Menschheit in zwei Gattungen, erstens Werkzeuge, zweitens Feinde. Eigentlich giebt es also fĂźr ihn nur Eine Gattung von Menschen: Feinde."
"Die Romantiker ermangeln des Instinktes: die Kunstwahngebilde reizen sie nicht zur That, sie verharren im Reizungszustande."
"Das KĂśnigthum repräsentirt den Glauben an Einen ganz Ăberlegenen, einen FĂźhrer Retter Halbgott. Die Aristokratie repräsentirt den Glauben an eine Elite-Menschheit und hĂśhere Kaste. Die Demokratie repräsentiert den Unglauben an groĂe Menschen und an Elite-Gesellschaft: âJeder ist jedem gleich.â âIm Grunde sind wir allesamt eigennĂźtziges Vieh und PĂśbel.â"
""Nitimur in vetitum: in diesem Zeichen siegt einmal meine Philosophie, denn man verbot bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit." Vorwort"
"Hat man mich verstanden?"
"Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit."
"ÂťEmanzipation des WeibesÂŤ â das ist der InstinkthaĂ des miĂratenen, das heiĂt gebäruntĂźchtigen Weibes gegen das wohlgeratene."
"Ich selbst bin immer noch Pole genug, um gegen Chopin den Rest der Musik hinzugeben."
"Wenn man von einem unerträglichen Druck loskommen will, so hat man Haschisch nÜtig. Wohlan, ich hatte Wagner nÜtig."
"Den hĂśchsten Begriff vom Lyriker hat mir Heinrich Heine gegeben. Ich suche umsonst in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich sĂźĂen und leidenschaftlichen Musik. Er besaĂ eine gĂśttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag (...). â Und wie er das Deutsche handhabt! Man wird einmal sagen, dass Heine und ich bei weitem die ersten Artisten der deutschen Sprache gewesen sind."
"Alle Vorurteile kommen aus den Eingeweiden."
"Die gewĂśhnlichste LĂźge ist die, mit der man sich selbst belĂźgt; das BelĂźgen andrer ist relativ der Ausnahmefall."
""Man nennt das Christenthum die Religion des Mitleidens."