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April 10, 2026
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""Zeile fĂźr Zeile // Meine eigene WĂźste // Zeile fĂźr Zeile // Mein Paradies." - Marie Luise Kaschnitz, Ein Gedicht. Aus: Dein Schweigen - meine Stimme. Hamburg: Claassen, 1962. S. 82"
"Verwegen machende Armut trieb mich an, Verse zu schmieden."
"Unsere Handlungen sind wie Verse, fßr die jeder den Reim finden kann, der ihm gefällt."
"Mit den Augen und mit dem Abzählen ist's nicht getan; man muà das Lied von innen heraus zum Klingen bringen, wozu gehÜrt, daà man Wort und Vers und Stimmung zugleich in sich lebendig macht. Klingen muà das Lied."
"Man gilt in der Welt nicht fßr einen Sachverständigen in Versen, wenn man nicht mit dem Aushängeschild des Dichters, Mathematikers usw. auftritt."
"Der Vers ist als eine Gedächtnishilfe erfunden worden. Später hat man ihn beibehalten aus gesteigertem VergnĂźgen an der Ăberwindung von Schwierigkeiten. In der dramatischen Kunst heute noch an ihm festzuhalten, ist ein Ăberrest von Barbarei. Ein Beispiel: die Dienstordnung fĂźr Kavallerie, in Verse gesetzt von De Bonnay."
"DaĂ die Verse den poetischen Sinn steigerten oder wohl gar hervorlockten."
"Da ich ganz ohne Stolz bin, kann ich meiner innerlichen Ăberzeugung glauben, die mir sagt, daĂ ich einige Eigenschaften besitze, die zu einem Poeten erfordert werden und daĂ ich durch FleiĂ einmal einer werden kĂśnnte. Ich habe von meinem zehnten Jahre angefangen, Verse zu schreiben, und habe geglaubt, sie seien gut. Jetzo in meinem siebzehnten sehe ich, dass sie schlecht sind, aber ich bin doch sieben Jahre älter und mache sie um sieben Jahre besser."
"Da habe ich nun in meinem Leben viele Verse gemacht, darunter sind ein paar gute und viele mittelmäĂige, da macht der Eyck ein solches Bild, das mehr wert ist als alles, was ich gemacht habe."
"Allerlieblichste Trochäen // Aus der Zeile zu vertreiben // Und schwerfälligste Spondeen // An die Stelle zu verleiben, // Bis zuletzt ein Vers entsteht, // Wird mich immerfort verdrieĂen. // LaĂ die Reime lieblich flieĂen, // LaĂ mich des Gesangs genieĂen // Und des Blicks, der mich versteht!"
"Kein Literat, auch von den glänzendsten Gaben, ist jemals zum Dichter geworden."
"Der Dichter scheint sich vom Literaten manchmal nur durch seine geringere Geschicklichkeit in den BemĂźhungen um einen äuĂeren Erfolg zu unterscheiden, der ihm oft erst die Voraussetzung fĂźr die MĂśglichkeit weiteren Schaffens bieten wĂźrde oder bietet."
"Wer das ABC recht kann, hat die schwerste Arbeit getan."
"Wer das ABC nicht ertragen kann, dem muss man keine Bibel geben."
"Mit dem ABC kann man richten, // Krieg und groĂe Sachen schlichten."
"Das ABC mach das meiste Weh."
"Auf A folgt B in unserem ABC."
"Hinter dem U kommt gleich das Weh, // das ist die Ordnung im ABC."
"Das GrĂśĂeste ist das Alphabet, // Denn alle Weisheit steckt darin, // Aber nur der erkennt den Sinn, // Der's recht zusammenzusetzen versteht."
""Ich befand mich bei dem Gedanken, in Florenz zu sein, und durch die Nähe der groĂen Männer, deren Gräber ich eben gesehen hatte, in einer Art Ekstase. [âŚ] Als ich Santa Croce verlieĂ, hatte ich starkes Herzklopfen; in Berlin nennt man das einen Nervenanfall; ich war bis zum ĂuĂersten erschĂśpft und fĂźrchtete umzufallen." - Stendhal, Reise In Italien; In: Gesammelte Werke (Hrsg. Manfred Naumann). RĂźtten und LĂśning, Berlin 1964, S. 234."
"Was ich des Tags mit der Leier verdien', das geht des Nachts wieder alles dahin!"
"TĂśne, frohe Leier, // TĂśne Lust und Wein! // TĂśne, sanfte Leier, // TĂśne Liebe drein!"
"Soll nicht die dichterische Leier tĂśnen // Dem KĂśnig der den Frieden liebt // An Kriegesschall nicht kann sein mildes Ohr gewĂśhnen // Und sich bei Mord betrĂźbt."
"Etwas anderes ist das Szepter, etwas anderes die Leier."
"Gottlose Altweiberfabeln weise zurĂźck! Ăbe dich in der FrĂśmmigkeit!"
"Was auch als Wahrheit oder Fabel // In tausend BĂźchern dir erscheint, // Das alles ist ein Turm zu Babel, // Wenn es die Liebe nicht vereint."
"Einem Roman, der eigentlich romantisch geschrieben und auf Ăberraschung berechnet wäre, wĂźrde man einen schlechten Dienst erzeigen, wenn man seine Fabel auszĂśge."
"Die wahre Geschichte der ersten zehn Jahre meines weimarischen Lebens kÜnnte ich nur im Gewande der Fabel oder eines Märchens darstellen, als wirkliche Tatsache wßrde die Welt es nimmermehr glauben."
"Die Tierfabel gehĂśrt eigentlich dem Geiste, dem GemĂźt, den sittlichen Kräften, indessen sie uns eine gewisse derbe Sinnlichkeit vorspiegelt. Den verschiedenen Charakteren, die sich im Tierreich aussprechen, borgt sie Intelligenz, die den Menschen auszeichnet, mit allen ihren Vorteilen: dem BewuĂtsein, dem EntschluĂ, der Folge, und wir finden es wahrscheinlich, weil kein Tier aus seiner beschränkten, bestimmten Art herausgeht und deshalb immer zweckmäĂig zu handeln scheint."
"Die Fabel von der Pandora ist mir von jeher nicht klar gewesen, ja, ungereimt und verkehrt vorgekommen."
"Die Fabel ist der Liebe Heimatwelt."
"Das Erste, was ein aufrichtiges GemĂźt aus der Betrachtung alter Fabel und Sage lernen kann, ist, dass hinter ihnen kein eitler Grund, keine Erdichtung, sondern wahrhafte Dichtung liegt."
"Auf dem GlĂźck der Fabel beruht freilich alles, man ist wegen des Hauptaufwandes sicher, die meisten Leser und Zuschauer nehmen denn doch nichts weiter mit davon, und dem Dichter bleibt doch das ganze Verdienst einer lebendigen AusfĂźhrung..."
"Ach, wenn wir schon Fabeln und Wundergeschichten nĂśtig haben, so sollen sie wenigstens ein Symbol der Wahrheit sein!"
"Einem weisen Knechte muĂ der Herr dienen, und ein vernĂźnftiger Herr murret nicht darum."
"Wie der Herr, so auch der Knecht."
"Wer nach seinem Gewissen lebt, der ist kein Knecht, der befiehlt sich selbst und gehorcht sich selbst; der lebt wirklich menschlich."
"Sie streiten sich, [..] um Freiheitsrechte; // Genau besehn, sind's Knechte gegen Knechte."
"Jeglicher Zeit ihr Recht, macht manchen armen Knecht."
"Es liegt etwas Knechtisches in Zwang und Strenge."
"Ein Christenmensch ist ein freier Herr Ăźber alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan."
""Der ist ein Narr, der dem verfällt: // wolln dienen Gott sowie der Welt; // denn wo zwei Herren hat ein Knecht, // kann dieser keinem dienen recht."
"Der Eine fragt: was kommt danach? // Der Andre fragt nur: ist es recht? // Und also unterscheidet sich // Der Freie von dem Knecht."
"Das wird eine knechtische Seele werden, bei der man mit Strenge etwas erreicht."
""Ach! der Menge gefällt, was // auf den Marktplatz taugt, // Und es ehret der Knecht nur // den Gewaltsamen." Friedrich HÜlderlin, Menschenbeifall zeno.org"
""Die heutige Dichtung der Expressionisten ist nicht unverständlicher oder absonderlicher als irgendein hymnisches oder ekstatisches Gedicht von Goethe, mit dessen Grundformen sie sich berßhrt." - Klabund, Deutsche, lest Eure Dichter. Aus: Klabunds Literaturgeschichte. Hrsg. von Ludwig Goldscheider. Wien: Phaidon, 1929. S. 197"
"Die Kunst soll nach Vollendung streben, soll ehrliche, grĂźndliche Arbeit verrichten, und soweit dies die modernen ÂťImpressionistenÂŤ tun, schlieĂe ich auch diese Richtung innerhalb der Kunst (Fr. von Uhde, Max Klinger) von der Kunst selbst nicht aus."
"Ein Amboss hätte viel zu tun, wenn er bei jedem Schlage seufzen wollte."
"Doch wir horchen allein dem GerĂźcht und wissen durchaus nichts."
"Der Welt SchlĂźssel heiĂt Demut. Ohne ihn ist alles Klopfen, Horchen und Spähen umsonst."