"Wie E.L. (Euer Liebden) mir nun die teutsche höf beschreiben, würde ich eine große verenderung drin finden; allein von der teutschen aufrichtigkeit halte ich mehr als von der magnificence und ist mir recht leyd zu vernehmen, daß solche sich verlieret im vatterland. Es ist leicht zu erachten, wovon der luxe die treuherzigkeit verjagt; man kann nicht magnifik sein ohne geld, und wenn man so sehr nach geld fragt, wird man interessiert, und wenn man einmal interessiert wird, sucht man alle mittel hervor, was zu bekommen, wodurch dann die falschheit, lügen und betriegen einreißt, welches dann treu, glauben und aufrichtigkeit ganz verjagt."
Quote Details
Added by wikiquote-import-bot
Unverified quote
0 likes
Original Language: German
Available Languages (1)
Sources
Liselottes Klagen über die sittliche Verderbnis der französischen Führungsschicht wurden im 19. Jahrhundert von deutschen Nationalisten gegen Frankreich instrumentalisiert. Brief vom 1. Mai 1692 an ihre Tante Sophie von Hannover. Briefe der Liselotte von der Pfalz, hg. v. Helmuth Kiesel, Insel Verlag, 1981, S. 91. Online
https://de.wikiquote.org/wiki/Liselotte_von_der_Pfalz
Revision History
No revisions have been submitted for this quote.
Categories
Liselotte von der Pfalz
1652 – 1722
18 quotes on TrueQuotesView all quotes by Liselotte von der Pfalz →
Related Quotes
"Were man nicht persuadiert, daß alles vorgesehen und nicht zu endern stehet, müßte man in steter Qual leben und allez…"
"Glaubt mir, liebe Louise! unterschied der Christenreligionen bestehet nur in pfaffengezäng, so, welche sie auch sein …"
"In dießem morgen erfahre ich, daß die alte Maintenon verreckt ist, gestern zwischen 4 und 5 Uhr abendt. Es were ein g…"
"Ich kann nicht leben, ohne gar nichts zu tun; arbeyten noch spinnen kann ich ohnmöglich, allezeit plauderen were mir …"
"Es seind viel königliche personen, so man übel erzogen und in der jugend verdorben hat, ihnen nur ihre grandeur geler…"
"Ich habe keinen ehrgeiz, will nichts regieren, würde auch keinen lust drin finden. Das ist der franzoschen weiber ein…"
"Ich glaube, daß Mons. de Louvois in jener welt wegen der Pfalz brennt; er war greulich cruel, nichts konnte ihn jammern…"
"Denn ich habe Mannheim all mein Leben lieb gehabt."
"… das macht mir das hertz blutten, undt man nimbt mir es noch hoch vor übel daß ich trawerig drüber bin…"
"Ich vor mein theil wolte lieber ein reicher regierender reichsgraff sein mitt seiner freyheitt, alß ein enfant (König…"