""Weizsäcker hat vor zwei Jahren in seiner Rede in der Paulskirche das Neue Testament das revolutionärste Buch der Weltliteratur genannt. Das ist wahr. Woher kommt es eigentlich, daß daraus im Laufe der Kirchengeschichte das konservativste Buch der Weltliteratur geworden ist, was es in sich nicht ist? Aber es ist das Buch, mit dem man Todesstrafe, Obrigkeitsstaat, ewiges Bleiben von reich und arm, Kapitalistenausbeutung und Ausgebeutet-Sein etwa, marxistisch geredet, alles begründen kann. Woher kommt es, daß, wenn eine Vision wie die des Sozialismus auftaucht, im 19. Jahrhundert, die Christen nicht dorthin strömen und sagen: Das ist unsere Sache? Da wollen wir dabeisein."
Quote Details
Added by wikiquote-import-bot
Unverified quote
0 likes
Original Language: German
Available Languages (1)
Sources
Diskussionsbeitrag nach Rudolf Augsteins Vortrag "So stell ich mir die Christen vor" am 29. Januar 1965 in der Kongreßhalle Berlin. Einlage im SPIEGEL 10/1965 vom 3. März 1965
https://de.wikiquote.org/wiki/Helmut_Gollwitzer
Revision History
No revisions have been submitted for this quote.
Categories
Helmut Gollwitzer
1908 – 1993
deutscher ev. Theologe
7 quotes on TrueQuotesView all quotes by Helmut Gollwitzer →
Related Quotes
"The non-Christian can put no question which is not necessarily that of the Christian dogmatician as well. ... In soli…"
"The attack and claim which are so unmistakable in the New Testament were muted and neutralized by the official recogn…"
"In its resistance to the great attack on traditional dogma launched by the Enlightenment, the Protestant theology of …"
"Nur für Faschisten ist Gewalt kein Problem. Ein Sozialist muß sich über die Funktion von Gewalt immer Rechenschaft ab…"
"Die Nacht wird nicht ewig dauern. // Es wird nicht finster bleiben. // Die Tage, von denen wir sagen, sie gefallen un…"
""Alle christlichen Konfessionen und alle europäischen Völker haben sich auf verschiedene Weise in der Misshandlung de…"
"Wer Dankbarkeit fordert, verdient keine."
""Dass es uns lange gut geht, stösst gegen die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wir werden gar nicht geboren zum Glück. Da…"
"Der Maler und der Beschauer vollenden zusammen ein Bild. Es ist ein Unterschied zwischen vollenden und fertig machen."
"Expressionismus heisst auf deutsch: ich möchte gern und kann doch nicht. Expressionismus ist Geilheit der Impotenz, i…"