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April 10, 2026
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"Keine siegreiche Revolution ohne Idee. Bestimmt! Aber ebenso bestimmt: Nicht die Idee macht die Revolution, sondern die Not bringt sie zum Ausbruch. Und einmal in Aktion, weicht sie von der Idee ab."
"Wer denkt, will nicht Ăźberredet, sondern Ăźberzeugt sein; wer systematisch denkt, ist doppelt schwer zu Ăźberzeugen."
"Was jemand willentlich verbergen will, sei es vor anderen, sei es vor sich selber, auch was er unbewuĂt in sich trägt: die Sprache bringt es an den Tag."
"Von der Gegenwart bis zum Tode leben wir in allen Stunden, aber zum Erlebnis werden uns nur die auĂerordentlichen, in denen unsere Leidenschaft schwingt, in denen wir das Wirken des Schicksals spĂźren."
"Alles war doch bei uns [den Deutschen, d. Verf.] nicht nur schlimmer, sondern im Kern anders und giftiger als in Italien. [...] Doch nun der Einwand, den ich mir jahrelang immer auf neue gemacht habe: ßberschätzte ich nicht, weil mich das selber so furchtbar traf, die Rolle des Antisemitismus innerhalb des nazistischen Systems? Nein, ich habe sie nicht ßberschätzt, es liegt jetzt ganz klar am Tage, daà er das Zentrum und in jeder Hinsicht das entscheidende Moment des gesamten Nazismus gebildet hat."
"Antisemitismus als soziale, als religiÜs und wirtschaftlich begrßndete Abneigung ist zu allen Zeiten und in allen VÜlkern, bald hier, bald dort, bald schwächer, bald stärker, aufgetreten; ihn an sich gerade den Deutschen und ihnen allein zuzurechnen, wäre durchaus ungerecht."
"Ich bin Sohn der Freiheit, ihr verdanke ich alles, was ich bin."
"Italien ist geschaffen, alles ist in Ordnung."
""Bei einer Herztransplantation mÜchten wir nicht der Spender, sondern der Empfänger sein, aber bei einer Gehirntransplantation wären wir lieber der Spender"
"Man muss doch sehen, dass Gottes Rolle seit Ăonen schrumpft. Anfangs wurde er noch fĂźr Adam und Eva gebraucht, dann hieĂ es, er habe die Evolution ins Rollen gebracht. Die Erkenntnisse der Kosmologie zeigen uns jedoch: Leben entwickelt sich Ăźberall dort, wo es kann. Gott kann keine neuen Arten erschaffen, er vollbringt keine Wunder, er passt auf keine Stellenausschreibung."
"Wir haben es mit einer Allianz aus evangelischen Fundamentalisten und rechten Politikern zu tun. Sie wollen in Amerika eine Gottesherrschaft errichten. Es ist erschreckend, dass viele von ihnen Ăźberzeugt sind, das JĂźngste Gericht stehe kurz bevor."
"Wenn ich mit einem Fingerdruck England in die Luft sprengen kÜnnte, so täte ich's und wäre glßcklich."
"Sollen gehĂśrt von Hause aus der Theologie an, bedeutet eine Verpflichtung oder Verschuldung des Menschen gegen Gott; Âťdu schuldest, nicht zu tĂśtenÂŤ, hätte das soundsovielte Gebot im Geiste der althochdeutschen Sprache heiĂen kĂśnnen; und wieder bei anderer Entwicklung der Sprache hätte Schiller vielleicht seinen Satz so geformt, Âťder Ăbel grĂśĂtes aber ist das SollenÂŤ."
"Die Worte der Sprache sind wenig geeignet zur Mitteilung, weil Worte Erinnerungen sind und niemals zwei Menschen die gleichen Erinnerungen haben. Die Worte der Sprache sind wenig geeignet zur Erkenntnis, weil jedes einzelne Wort umschwebt ist von den NebentĂśnen seiner Geschichte. Die Worte der Sprache sind endlich ungeeignet zum Eindringen in das Wesen der Wirklichkeit, weil die Worte nur Erinnerungszeichen sind fĂźr die Empfindungen unserer Sinne und weil diese Sinne Zufallssinne sind, [...]."
"Die niederste Erkenntnisform ist in der Sprache; die hĂśhere ist im Lachen; die letzte ist in der Kritik der Sprache, in der himmelstillen, himmelsheitern Resignation oder Entsagung."
"Will ich emporklimmen in der Sprachkritik, die gegenwärtig das wichtigste Geschäft der denkenden Menschheit ist, so muss ich die Sprache hinter mir und vor mir und in mir vernichten von Schritt zu Schritt, so muss ich jede Sprosse der Leiter zertrßmmern, indem ich sie betrete. Wer folgen will, der zimmere die Sprossen wieder, um sie abermals zu zertrßmmern."
"Und die Natur ist vollends sprachlos. Sprachlos wĂźrde auch, wer sie verstĂźnde."
"Leute mit verschiedenen Sprachen mĂźssen eben streiten, wenn sie so dumm sind, miteinander sprechen zu wollen."
"Die Sprache ist Gemeineigentum. Alles gehĂśrt allen, alle baden darin, alle saufen es, und alle geben es von sich."
"Die Sprache ist die Peitsche, mit der die Menschen sich gegenseitig zur Arbeit peitschen."
"Die Sprache aus dem gemeinen Mitteilungstrieb ist schlechte Fabrikarbeit, zusammengestoppelt von Milliarden von TagelĂśhnern."
"Die meisten Menschen leiden an dieser geistigen Schwäche, zu glauben, weil ein Wort da sei, mßsse es auch das Wort fßr Etwas sein, weil ein Wort da sei, mßsse dem Worte etwas Wirkliches entsprechen."
"Die Kultursprachen haben die Fähigkeit verloren, den Menschen ßber das GrÜbste hinaus zur Verständigung zu dienen. Es wäre Zeit, wieder schweigen zu lernen."
"Was ist Wahrheit?"
"Sehet, welch ein Mensch!"
"Ich finde keine Schuld an ihm."
"Ich bin tief eingedrungen in die Geheimnisse der Darstellung und meine Stellung zur Kunst ist heute klar und bewust, wo sie frĂźher instinktiv war."
"FrĂźher war Deutschland auch fĂźr mich die Achse, um die sich die Welt drehte, aber damit hat man natĂźrlich keinen richtigen Standpunkt fĂźr richtig und falsch."
"Ein einiges Europa wäre das Ende der Kriege und es wird kommen, aber wann?"
"Es sind Hieroglyphen (aus "Ekstase" und daraus durch "Phantasie" entstanden in seine Kunst, Ed.) in dem Sinne, dass sie die Naturformen in einfachere Flächenformen bringen und dem Beschauer ihre Bedeutung suggerieren, wie das geschriebene Wort Pferd jedem die Form Pferd vor Augen stellt. Es sind nicht Hieroglyphen in dem bekannten Sinn des Wortes..."
"Man wird nie fĂźr das Schaffen selbst Regeln aufstellen kĂśnnen, man kann aber immer, wenn man es will, sie in den fertigen Werken ablesen. Jeder Meister hat seine ihm allein angehĂśrenden. Sie sind das einzig sichere Argument, diesen von StĂźmper und vom raffinierten Eklektiker zu unterscheiden."
"Parallel mit der Gestaltung der Form geht die der Farbe. Es gibt wieder Licht noch Schatten. Einzig die Farben in ihrem Zusammenhang geben das Erlebnis. Alles ist Fläche. Rein spricht in dieser Fläche der geistige Wert der Farbe... ...Farbe und Form greifen organisch ineinander. Einfachheit, Ordnung und Klarheit bei allem Reichtum erzeugen eine neue SchÜnheit, die fähig ist alle Gestalten und Empfindungen des heutigen Lebens zu tragen."
"Wie bei Briefen sensibeler Menschen die Schrift an sich schon den Seelenzustand des Schreibenden andeutet, so sind diese Zeichnungen (seine Pinselzeichnungen von Berlin) in der Art ihrer LinienfĂźhrtung ein Hinweis und Bild des geschilderten Vorganges."
"Kirchner fand (schreibt Kirchner! in sein Tagebuch, 1925) das Gefßhl, was ßber einer Stadt liegt, sich darstellt in der Art von Kraftlinien, in der Art wie sich die Menschen im Gedränge komponieren, ja in den Bahnen, wie sie liefen, fand er die Mittel, jeweils das Erlebte zu fassen. Es gibt Bilder und Grafiken von ihm, wo ein reines Liniengerßst mit fast schematischen Figuren doch aufs Lebendigste Strassenleben darstelt."
"Nicht nur die Linien und die von ihnen gebildeten Formen, sondern auch die unbezeichnet bleibende Teile des Blattes formen das Bild. Alle diese Gebilde sind an sich keine Darstellungen bestimmter Gegenstände, sie erhalten erst durch ihre Stellung, ihre GrÜsse und ihr Verhältnis gegenßber den Anderen in der Blattfläche ihre ganz bestimmte Bedeutung."
"...Der eigenartigste und beste ist sicherlich Picasso. Er ringt doch um Form in den alten Bildern wie in den neuen, nur kommt er nie zu einem Resultat, weil er alles unfertig lässt. Die Skizze ist immer interessant, aber damit schafft man noch keine Still...Nach Picasso kommt Braque, sehr zart und fein, aber Mahler und Sucher."
"Der Weg der Entwicklung in diesen Dingen des äusseren Lebens, von der ersten applizierten Decke im ersten Dresdener Atelierzimmer (wo Kirchner anfang zu mahlen) bis zum vollendeten harmonischen Raum in der Berliner Ateliers der einzelnen, ist eine ununterbrochene logische Steigerung, die Hand in Hand ging mit der malerischen Entwicklung der Bilder und Grafik und Plastik."
"Als die Katholiken Spanien von den Muslimen zurĂźckerobert hatten, begannen sie eine Herrschaft des religiĂśsen Terrors. Juden und Muslime wurden vor eine grausame Wahl gestellt: entweder zum Christentum zu konvertieren, massakriert zu werden oder das Land zu verlassen."
"Max Beckmann ist ein Zeitzeuge. Oft ist der Zeuge schon vor dem Ereignis da."
""Das Unsichtbare sichtbar zu machen durch die Realität ... Entscheidend hilft mir dabei die Durchtastung des Raumes."
""...die unsagbaren Dinge des Lebens festzuhalten... ...dieses schaurig zuckende Monstrum von Vitalität in glasklare scharfe Linien und Flächen einzusperren..."
"...denn das ist das einzig Neue, (in der Kunst) was es gibt. Die Gesetze der Kunst sind ewig und unveränderlich, wie das moralische Gesetz in uns."
"Ich glaube, dass ich alles erreichen werde, was ich will, alles. Nur weiss ich nicht bestimmt, ob ich mich immer darĂźber freuen werde."
"Die Schwierigkeiten, ein zeitgenÜssisches Werk uraufzufßhren, liegen hauptsächlich darin, dass man sich auf keine Vorbilder stßtzen kann."
"Wer das Menschsein eines anderen ignoriert, der verneint das eigene."
""FĂźr uns, die WeiĂen, gibt es in SĂźdafrika nur eine einzige Hoffnung: Wir mĂźssen uns total wandeln, ganz und gar Afrikaner werden." Interview in DER SPIEGEL, 10. November 1986"
"Wenn 24 Leute eine Bank leiten wollen, dann ist es wie mit einem Mädchen, das 24 Freier hat. Es heiratet sie keiner. Aber am Ende hat sie ein Kind!"
"Von dem amerikanischen und dem indischen Bankgeschäft verstehe ich zwar wenig, ich tue indessen sehr gelehrt, [...] und schlage zu Hause heimlich das Konversationslexikon resp. FremdwĂśrterbuch oder Die Kunst, in 24 Stunden Bankier zu werden, auf, um nachzulesen, wenn ich ein mir unverständliches Wort hĂśrte. Den Unterschied zwischen Brief und Geld habe ich denn auch schon annähernd erfaĂt."
"Wenn wir alle FremdwĂśrter auch die eingewurzelten [...] weglieĂen so bliebe vieles leere ungesagt."
"Strengstes maass ist zugleich hĂśchste freiheit."