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April 10, 2026
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"Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kßhe auf der Wiese."
"Fast Ăźberall wo es GlĂźck giebt, giebt es Freude am Unsinn."
"Copien. â Nicht selten begegnet man Copien bedeutender Menschen; und den Meisten gefallen, wie bei Gemälden, so auch hier, die Copien besser als die Originale."
"Die Massen scheinen mir nur in dreierlei Hinsicht einen Blick zu verdienen: einmal als verschwimmende Copien der grossen Männer, auf schlechtem Papier und mit abgenutzten Platten hergestellt, sodann als Widerstand gegen die Grossen und endlich als Werkzeuge der Grossen; im Uebrigen hole sie der Teufel und die Statistik!"
"Nein, das Ziel der Menschheit kann nicht am Ende liegen, sondern nur in ihren hĂśchsten Exemplaren."
"Der Wahrheit dienen wenige in Wahrheit, weil nur wenige den reinen Willen haben gerecht zu sein und selbst von diesen wieder die wenigsten die Kraft, gerecht sein zu kĂśnnen."
"In dreierlei Hinsicht gehÜrt die Historie dem Lebendigen: sie gehÜrt ihm als dem Thätigen und Strebenden, ihm als dem Bewahrenden und Verehrenden, ihm als dem Leidenden und der Befreiung Bedßrftigen. Dieser Dreiheit von Beziehungen entspricht eine Dreiheit von Arten der Historie: sofern es erlaubt ist eine monumentalische, eine antiquarische und eine kritische Art der Historie zu unterscheiden."
"Exstirpation des deutschen Geistes zugunsten des Âťdeutschen ReichesÂŤ."
"Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, Ăźbertragen, geschmĂźckt wurden, und die nach langem Gebrauche einem Volke fest, canonisch und verbindlich dĂźnken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, MĂźnzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als MĂźnzen in Betracht kommen."
"In irgendeinem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmĂźtigste und verlogenste Minute der ÂťWeltgeschichteÂŤ: aber doch nur eine Minute. Nach wenigen AtemzĂźgen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mussten sterben."
"Aus drei Anekdoten ist es mĂśglich, das Bild eines Menschen zu geben."
"Eine Eieruhr [âŚ] besteht aus einem Ei. Du nimmst das Ei und kochst es. Wenn es hart ist, sind fĂźnf Minuten um. Dann weiĂt du, dass die Zeit vergangen ist."
"Kurt Tucholsky: "Was! Einen Kerl nicht wieder neu zu drucken, der einen Verstand gehabt hat wie ein scharf geschliffenes Rasiermesser, ein Herz wie ein Blumengarten, ein Maulwerk wie ein Dreschflegel, einen Geist wie ein Florett . . . das muĂ man sich bei den Antiquaren mĂźhsam zusammensuchen? Diesen herrlichen Mann, der einen Buckel voll Witz, Sentimentalität, Klugheit, guter Laune, Lust, aus Schmerz geboren, mit sich herumzutragen hatte â das liegt brach? Es ist vielleicht kein 'Geschäft' ... ich weiĂ das nicht; ich bin kein Kaufmann. Aber wer Lichtenberg ist, das weiĂ ich." Schrei nach Lichtenberg, Peter Panter Vossische Zeitung, 25.01.1931, Nr. 42.. 1931"
"Karl Kraus: "Lichtenberg gräbt tiefer als irgendeiner, aber er kommt nicht wieder hinauf. Er redet unter der Erde. Nur wer selbst tief gräbt, hÜrt ihn.""
"Johann Wolfgang von Goethe: "Lichtenbergs Schriften kĂśnnen wir uns als der wunderbarsten WĂźnschelrute bedienen: wo er einen SpaĂ macht, liegt ein Problem verborgen.""
"Sigmund Freud: "...vielleicht war er als Psycholog noch bedeutender denn als Physiker.""
"Wo MäĂigung ein Fehler ist, da ist GleichgĂźltigkeit ein Verbrechen."
""Wir sind doch am Ende nichts weiter als eine Sekte von Juden." Schriften und Briefe Band I 1968, S. 752, SudelbĂźcher, Heft J (687) Hanser Verlag, MĂźnchen, Nachdruck bei Zweitausendeins, Frankfurt a. M."
"Wir sehen in der Natur nicht WĂśrter, sondern immer nur Anfangsbuchstaben von WĂśrtern, und wenn wir alsdann lesen wollen, so finden wir, dass die neuen so genannten WĂśrter wiederum bloĂ Anfangsbuchstaben von andern sind."
"Wir haben keine Worte um mit dem Affen von Weisheit zu reden. Der ist schon weise, der den Weisen versteht."
"Wir fressen einander nicht, wir schlachten uns bloĂ."
"Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht."
"Wenn man manchen groĂen Taten und Gedanken bis zu ihrer Quelle nachspĂźren kĂśnnte, so wĂźrde man finden, dass sie Ăśfters gar nicht in der Welt sein wĂźrden, wenn die Bouteille verkorkt geblieben wäre, aus der sie geholt wurden. Man glaubt nicht, wie viel aus jener Ăffnung hervorkommt. Manche KĂśpfe tragen keine FrĂźchte, wenn sie nicht wie Hyazinthenzwiebeln Ăźber Bouteillenhälsen stehen. Der Feige holt da seinen Mut, der SchĂźchterne Vertrauen auf eigne Kraft und der Elende Trost hervor."
"Wenn man einen guten Gedanken liest, so kann man probieren, ob sich etwas Ăhnliches bei einer andern Materie denken und sagen lasse. Man nimmt hier gleichsam an, daĂ in der andern Materie etwas enthalten sei das diesem ähnlich sei. Dieses ist eine Art von Analysis der Gedanken, die vielleicht mancher Gelehrter braucht ohne es zu sagen."
"Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoĂen und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buche?"
"Wenn die Welt noch eine unzählige Zahl von Jahren steht, so wird die Universalreligion geläuterter Spinozismus sein. Sich selbst ßberlassene Vernunft fßhrt auf nichts andres hinaus, und es ist unmÜglich, daà sie auf etwas anderes hinausfßhre."
"Vorstellungen sind auch ein Leben und eine Welt."
"Von dem Ruhm der berĂźhmtesten Menschen gehĂśrt immer etwas der BlĂśdsinnigkeit der Bewunderer zu."
"Vom Wahrsagen läĂt sich wohl leben, aber nicht vom Wahrheit sagen."
"Vielleicht ist ein Gedanke der Grund aller Bewegung in der Welt, und die Philosophen, welche gelehrt haben, daà die Welt ein Tier sei, sind vielleicht durch diesen Weg darauf gekommen, sie haben sich vielleicht nur nicht so eigentlich ausgedruckt wie sie vielleicht hätten tun sollen; unsere ganze Welt ist nichts als die Wßrkung eines Gedankens von Gott auf die Materie."
"Vernunft und Einbildungskraft haben bei ihm in einer sehr unglĂźcklichen Ehe gelebt."
"Unternimm nie etwas, wozu du nicht das Herz hast, dir den Segen des Himmels zu erbitten!"
"Unter den heiligsten Zeilen des Shakespeare wĂźnschte ich dass diejenigen einmal mit Rot erscheinen mĂśgten, die wir einem zur glĂźcklichen Stunde getrunkenen Glas Wein zu danken haben."
"Unsere Erde ist vielleicht ein Weibchen."
"Unsere Empfindung ist sicherlich nicht der MaĂstab fĂźr die SchĂśnheit des unĂźbersehbaren Plans der Natur."
"So sagt man, jemand bekleide ein Amt, wenn er von dem Amt bekleidet wird."
"Seltsam, dass die Menschen so gern fĂźr ihre Religion fechten und so ungern nach ihren Vorschriften leben."
"Sei aufmerksam, empfinde nichts umsonst, messe und vergleiche; dieses ist das ganze Gesetz der Philosophie."
"Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen mĂźssen, um etwas zu finden, erst wissen, daĂ es da ist."
"Schlankheit gefällt wegen des bessern Anschlusses im Beischlaf und der Mannigfaltigkeit der Bewegung."
"Nimm dich in acht, dass meine Geduld nicht ßber deiner Langsamkeit abläuft. Auf meine Ehre, ich ziehe sie deinetwegen nicht noch einmal auf."
"Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiĂ."
"Nichts kann mehr zu einer Seelen-Ruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat."
"Mit grĂśĂerer Majestät hat noch nie ein Verstand stillgestanden."
"Man spricht viel von Aufklärung, und wĂźnscht mehr Licht. Mein Gott was hilft aber alles Licht, wenn die Leute entweder keine Augen haben, oder die, die sie haben, vorsätzlich verschlieĂen?"
"Man muĂ etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen."
"Man kÜnnte eine Diätetik schreiben fßr die Gesundheit des Verstandes."
""...Kant sagt auch so was irgendwo." Schriften und Briefe Band I 1968 S. 785, Sigel J 943. Hanser Verlag, MĂźnchen, Nachdruck bei Zweitausendeins, Frankfurt a. M."
"Ja die Nonnen haben nicht allein ein strenges GelĂźbde der Keuschheit getan, sondern haben auch noch starke Gitter vor ihren Fenstern."
"In Lavatern ist nichts von dem sanften Sonnenlicht des Tizian, sondern Ăźber alles dampft er einen heiligen Nebel her und blitzt mit Hexenmehl und Kolophonium, und donnert auf der BaĂgeige."