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April 10, 2026
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"Ich wĂźnsche, daĂ sich meine Leser, auf einen Augenblick in diejenige Verfassung des GemĂźts versetzen kĂśnnten, welche Cartes vor so unumgänglich nĂśtig zur Erlangung richtiger Einsichten hält, und worin ich mich jetzo befinde, nämlich sich so lange, als diese Betrachtung währet, allen erlernten Begriffen vergessen zu machen, und den Weg zur Wahrheit ohne einen andern FĂźhrer als die bloĂe gesunde Vernunft von selber anzutreten."
"Wenn, in einer philosophischen Frage, das einstimmige Urteil der Weltweisen ein Wall wäre, Ăźber welchen zu schreiten es vor ein gleichsträfliches Verbrechen mit demjenigen, welches Remus beging, mĂźĂte gehalten werden, so wĂźrde ich mich den Vorwitz wohl vergehen lassen, meinen Einfällen wider das entscheidende Gutachten des ehrwĂźrdigen groĂen Haufens diejenige Freiheit zu erlauben, die durch nichts weiter als durch die gesunde Vernunft gerechtfertiget ist."
"Was tadelt Gott denn also die SĂźnder wegen der Handlungen, da doch schon vom ersten Ursprung der Welt an vorgesehen war, daĂ sie sie ausfĂźhren mĂźĂten?"
"Einen Einzigen, unbedingt ersten, allgemeinen Grundsatze fĂźr alle Wahrheiten gibt es nicht."
"Je näher man die Natur wird kennen lernen, desto mehr wird man einsehen, daà die allgemeinen Beschaffenheiten der Dinge einander nicht fremd und getrennt sein."
"Die Handlung des Nachdenkens, und der durch die Vernunft aufgeklärten Vorstellung ist ein mßhsamer Zustand, darein die Seele sich nicht ohne Widerstand setzen kann, und aus welchem sie, durch einen natßrlichen Hang der kÜrperlichen Maschine, alsbald in den leidenen Zustand zurßckfällt, da die sämtlichen [gemeint war: sinnlichen] Reizungen alle ihre Handlungen bestimmen und regieren."
"Wenn man das Leben der meisten Menschen ansieht: so scheinet diese Kreatur geschaffen zu sein, um wie eine Pflanze Saft in sich zu ziehen und zu wachsen, sein Geschlecht fortzupflanzen, endlich alt zu werden, und zu sterben. Er erreicht unter allen GeschÜpfen am wenigsten den Zweck seines Daseins, weil er seine vorzßgliche Fähigkeiten zu solchen Absichten verbrauchet, die die ßbrigen Kreaturen mit weit minderen, und doch weit sicherer und anständiger, erreichen."
"Indessen sind doch die meisten unter den Planeten gewiĂ bewohnt, und die es nicht sind, werden es einst werden."
"LaĂt uns ohne Vorurteil urteilen."
"Der eine SchluĂ ist ganz richtig: Wenn in der Verfassung der Welt Ordnung und SchĂśnheit hervorleuchten: so ist ein Gott."
"Ich Ăźberlasse es denen, die die mechanische Erzeugung der WeltkĂśrper nicht zugeben kĂśnnen, aus den BewegungsgrĂźnden der Wahl Gottes diese so besondere Ăbereinstimmung, wo sie kĂśnnen, zu erklären."
"Man kann das Weltgebäude nicht ansehen, ohne die trefflichste Anordnung in ihrer Einrichtung, und die sicheren Merkmale der Hand Gottes, in der Vollkommenheit ihrer Beziehungen, zu kennen."
"Wenn denn die Fesseln, welche uns an ihre Eitelkeit der Kreatur geknßpft halten, in dem Augenblicke, welche zu der Verwandlung unsers Wesen bestimmt worden, abgefallen sein, wo wird der unsterbliche Geist, von der Abhängigkeit der endlichen Dinge befreiet, in der Gemeinschaft mit dem unendlichen Wesen, den Genuà der wahren Glßckseligkeit finden."
"Die SchĂśpfung ist niemals vollendet."
"Die SchĂśpfung ist nicht das Werk von einem Augenblicke."
"Saturn hat von seinem Ringe groĂe Vorteile; er vermehret seinen Tag, und erleuchtet unter so vielen Monden dessen Nacht dermaĂen, daĂ man daselbst leichtlich die Abwesenheit der Sonne vergiĂt."
"Auch in den aller unsinnigsten Meinungen, welche sich bei den Menschen haben Beifall erwerben kĂśnnen, wird man jederzeit etwas Wahres bemerken kĂśnnen. Ein falscher Grundsatz, oder ein paar unĂźberlegte Verbindungssätze leiten den Menschen von dem FuĂsteige der Wahrheit durch unmerkliche Abwege bis in den Abgrund."
"Ich nehme die Materie aller Welt in einer allgemeinen Zerstreuung an und mache aus derselben ein vollkommenes Chaos."
"Die Empfindung der eigenen UnwĂźrdigkeit und der Glanz des Thrones kĂśnnen meine BlĂśdigkeit nicht so kleinmĂźtig machen, als die Gnade, die der allerhuldreichste Monarch Ăźber alle seine Untertanen mit gleicher GroĂmut verbreitet, mir Hoffnung einflĂśĂet: daĂ die KĂźhnheit, der ich mich unterwinde, nicht mit ungnädigen Auge werde angesehen werden."
"Das Heer der Gestirne macht durch seine beziehende Stellung gegen einen gemeinschaftlichen Plan eben sowohl ein System aus, als die Planeten unseres Sonnenbaues um die Sonne."
"Es ist nicht schwer zu ermessen: daĂ das rĂźhmliche Verlangen, die Ehre des Herrn von Leibniz, welche man damals vor die Ehre von ganz Deutschland hielte, zu retten, diese BemĂźhung hervorgebracht, und die Beweise in einer viel vorteilhafteren Gestalt dargestellet haben, als sie auĂer diesem Lichte ihrem Urheber wĂźrde erschienen sein."
"Eine Meinung, die einmal im Besitze des Ansehens, und sogar des Vorurteils ist, muĂ man ohne Ende verfolgen, und aus allen Schlupfwinkeln heraus jagen."
"Die Harmonie, die sich unter den Wahrheiten befindet, ist wie die Ăbereinstimmung in einem Gemälde."
"Ich werde mĂźde, alle Unaufrichtigkeiten und Widersprechungen auszukramen, die in dieser Schwierigkeit begriffen sind, welche die Leibnizianer uns in der Sache von dem StoĂe unelastischer KĂśrper haben machen wollen."
"Es ist daher nicht richtig geredet, wenn man in den HÜrsälen der Weltweisheit immer lehret, es kÜnnte, im metaphysischen Verstande, nicht mehr wie eine einzige Welt existieren."
"Weil nun ohne äuĂerliche VerknĂźpfungen, Lagen und Relationen kein Ort statt findet, so ist es wohl mĂśglich, daĂ ein Ding wirklich existiere, aber doch nirgends in der Welt vorhanden sei."
"Ich will die Wahrheit nur ohne Umschweife gestehen. Ich werde nicht ungeneigt sein, diejenige Sätze fßr wirkliche Irrtßmer und Falschheiten zu halten, welche in meiner Betrachtung unter dieser Gestalt erscheinen; und warum sollte ich mir den Zwang antun, diesen Gedanken in meiner Schrift so ängstlich zu verbergen, um dasjenige zu scheinen, was ich nicht denke, was aber die Welt gerne hätte, daà ich es dächte?"
"So lange also die Eitelkeit der menschlichen Gemßter noch mächtig sein wird, so lange wird sich das Vorurteil auch erhalten, d.i. es wird niemals aufhÜren."
"Wenn ein Verfasser unbekannt, ohne Charakter und Verdienste ist, so ist das Buch nicht wert, daĂ die Zeit damit verdorben werde; noch mehr aber, wenn er sich groĂer Dinge unternimmt, berĂźhmte Männer zu tadeln, Wissenschaften zu verbessern, und seine eigene Gedanken der Welt anzupreisen."
"Helmut Schmidt spricht weiter von PflichtgefĂźhl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. [âŚ] Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben."
"Mir scheint, daĂ das deutsche Volk â zugespitzt â 5 Prozent Preisanstieg eher vertragen kann als 5 Prozent Arbeitslosigkeit."
"Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen."
"Die Vorstellung, dass eine moderne Gesellschaft in der Lage sein mßsste, sich als multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, mit mÜglichst vielen kulturellen Gruppen, halte ich fßr abwegig. Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen."
"Je mehr direkte Entscheidungen durch das ganze Volk, um so unregierbarer das Land!"
"Zwar kann der Politiker im Augenblick seines Handelns oder wenn er sein Handeln erklären und begrĂźnden muss, nicht gleichzeitig auch groĂe Philosophie liefern. Aber sofern er ohne philosophisch-ethische Grundlage handelt, ist er in Gefahr, Fehler zu begehen. Er ist in Gefahr, in Opportunismus abzusinken. Er ist sogar in Gefahr, ein Scharlatan zu werden."
"Heutzutage ist das wichtigste zu lernen, wie man andere VĂślker versteht. Und zwar nicht nur deren Musik, sondern auch ihre Philosophie, ihre Haltung, ihr Verhalten. Nur dann kĂśnnen sich die Nationen untereinander verstehen."
"In den grundlegenden Fragen muĂ man naiv sein. Und ich bin der Meinung, dass die Probleme der Welt und der Menschheit ohne Idealismus nicht zu lĂśsen sind. Gleichwohl glaube ich, dass man zugleich realistisch und pragmatisch sein sollte."
"Wollen wir denn auch noch Weltmeister im Jammern werden?"
"Das Schneckentempo ist das normale Tempo jeder Demokratie."
"Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Illusion von Intellektuellen."
"Was mich bekßmmert, ist, dass wir in Deutschland keine Angleichung der ostdeutschen Einkommen an die westdeutschen Einkommen mehr erleben werden, weil die Produktivität so weit zurßck bleibt."
"Es ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte, dass die Gewerkschaft des Ăśffentlichen Dienstes, meine Gewerkschaft, in der ich Mitglied seit Ăźber 50 Jahren bin, dass die sich einbildet, der Ăśffentliche Dienst solle den Schrittmacher machen in der LohnerhĂśhung. Da piept es doch da oben."
"Mit einer demokratischen Gesellschaft ist das Konzept von Multikulti schwer vereinbar. Vielleicht auf ganz lange Sicht. Aber wenn man fragt, wo denn multikulturelle Gesellschaften bislang funktioniert haben, kommt man sehr schnell zum Ergebnis, daĂ sie nur dort friedlich funktionieren, wo es einen starken Obrigkeitsstaat gibt. Insofern war es ein Fehler, daĂ wir zu Beginn der 60er Jahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen ins Land holten. Dort [in den USA] gibt es auch noch keine multikulturelle Gesellschaft, das wird vielleicht mal eine. Ein gelungenes Beispiel ist Singapur, aber die dort lebenden Kulturen sprechen alle Englisch, und das politische System setzt auf Obrigkeit."
"Wenn wir auf Jahrzehnte so weiterfahren wie bisher, dann muss ich fĂźr unser Vaterland schwarz sehen."
"Nichts ist wichtiger als Seelsorge fĂźr Menschen in Not. [âŚ] FĂźr mich ist nichts unwichtiger als Theologie."
"Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, sondern er hat zu existieren!"
"Ich traue inzwischen ßberhaupt keinem Geheimdienst mehr. [...] Das sind arme Schweine. Die leiden unter zwei psychischen Krankheiten: Die eine Krankheit beruht darauf, dass sie fßr das, was sie tatsächlich leisten, niemals Üffentliche Anerkennung bekommen. Es ist unvermeidlich so, sie mßssen ja im Verborgenen arbeiten. Das deformiert die Seele. Die andere Krankheit beruht darauf, dass sie tendenziell dazu neigen, zu glauben, sie verstßnden die nationalen Interessen des eigenen Landes viel besser als die eigene Regierung. Diese letztere Krankheit ist der Grund dafßr, dass ich ihnen nicht traue."
"Ein Krieg gegen den Irak kann zwar die beiden Risiken der Unberechenbarkeit des Machthabers Saddam Hussein und der irakischen Verfßgung ßber Massenvernichtungswaffen beseitigen. Der Krieg kann aber nicht den vielfältigen islamistischen Terrorismus auslÜschen, dieser wßrde vermutlich im Gegenteil von einem amerikanisch-irakischen Krieg eher noch angestachelt werden."
"NatĂźrlich hat Kernkraft ihre Risiken. Es gibt aber keine Energie und nichts auf der Welt ohne Risiken, nicht einmal die Liebe."
"Der eine ist links, der andere ist rechts. Aber vergleichbare Populisten sind Lafontaine und Le Pen schon."