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April 10, 2026
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"Wenn es wahr ist, daà man wieder jungfer wird, wenn man in langen jahren bey keinem mann schläft, so muà ich wieder eine jungfer geworden sein, denn seyder 17 jahren haben mein herr und ich nicht bey einander geschlafen, mÜgte aber, umb es gewià zu wissen, nicht in der herren Tartaren hände fallen. Die Tartaren mßssen mehr vom gefßhl als vom gesicht halten in den 5 sinnen, weilen sie lieber alte als junge weiber haben."
"Ich habe (meine Tochter) nicht viel verendert gefunden, aber ihren Herrn (Gemahl) abscheĂźlich. Er war vor dieĂem mitt den schĂśnsten farben undt nun ist er ganz braunrodt und dicker, alĂ mein sohn; ich kann sagen, daĂ ich so dick und fette kinder habe, alĂ ich selber bin."
"⌠ich bin ja all mein leben häĂlich gewesen, drum habe ich keine lust nehmen kĂśnnen, mein bärenkatzenaffengesicht im spiegel zu betrachten, also kein wunder, daĂ ich mich nicht oft betracht habe."
"Wenn ich die romans lange und an einem stĂźck lesen mĂźĂte, wĂźrden sie mir beschwerlich fallen; ich lese aber nur ein blatt 3 oder 4, wenn ich met verlĂśff auf dem kackstuhl morgens und abends sitze, so amĂźsierts mich und ist weder mĂźhsam noch langweilig so."
"DaĂ ist eine albere meinung, daĂ sich weiber undt maner in den wolcken verstecken kĂśnnen undt hageln, umb alles zu verderben. Zu Paris glaubt man ahn keine hexsen undt hĂśrt auch von keine. â Liselotte in einem Brief vom 30. Juni 1718 an ihre Halbschwester Louise zu Pfalz in: Elisabeth Charlotte Herzogin von OrlĂŠans, Briefe aus den Jahren 1676â1722; Hrsg. W. L. Holland, Band 3, Stuttgart/TĂźbingen 1874, S. 302â307; Online"
"In einem Leben, das nur auf Geld gestellt ist, geht es uns allen so. Man presst eine Zitrone aus und wirft sie fort."
"Wie viel ich Täuschung auch erfuhr // Im Leben und im Lieben, // Du bist mir allezeit, Natur, // Du bist mir treu geblieben."
"Wer recht in Freuden wandern will, // Der geh' der Sonn' entgegen."
"Was rĂźhmst du deinen schnellen Ritt! // Dein Pferd ging durch und nahm dich mit."
"Und wenn die Noth nicht Eisen bricht, // Das Eisen bricht die Noth."
"Und es mag am deutschen Wesen // Einmal noch die Welt genesen."
"Nur wer verzagend // Das Steuer losläĂt, ist im Sturm verloren."
"Klug ist, wer stets zur rechten Stunde kommt, // Doch klĂźger, wer zu gehn weiĂ, wann es frommt."
"Hier ist die KĂźhnheit Klugheit."
"Ein ewig Rätsel ist das Leben, // Und ein Geheimnis bleibt der Tod."
"Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, // Da bleibe wer Lust hat mit Sorgen zu Haus."
"Dem Irrthum, Freund, entgehst du nicht; // Doch läĂt dich Irrthum Wahrheit ahnen."
"Das Herz hat auch sein Ostern, wo der Stein // Vom Grabe springt."
"Das GrĂśĂeste ist das Alphabet, // Denn alle Weisheit steckt darin, // Aber nur der erkennt den Sinn, // Der's recht zusammenzusetzen versteht."
"Das Fest der Pfingsten kommt im Hall der Glocken."
"Wie den Hengsten die NĂźstern zittern, wenn sie die Stuten wittern."
"Kaum ein paar kurze Wochen // Sind die Felder glĂźhend zu sehen; // Gleich muĂ die Sense dann pochen, // Und Stoppeln bleiben kalt stehen."
"Die blaue Kornblum wohnt versteckt, // So hab ich meinen Schatz entdeckt. // Sie kann nicht meinen Händen wehren, // Wiegt sie wie's Sommerfeld die Ăhren. // Die Ăhren sind jetzt kĂśrnerschwer, // Als läg schon Brot mannshoch umher, // [âŚ] Mein Schatz die Ăhren streicheln tut. // ÂťNach Leben riechen sie so gut.ÂŤ"
"Berlin war ein Feuerbrand von Sonne. Die Dächer der Häuser und die Fenster zitterten vor Junihitze, so wie die Hitzeluft Ăźber SteinwĂźsten zittert. Es war, als heizten die Scharen der Autos mit ihren Benzindämpfen die StraĂen, wie fliegende Ăfen."
"Ein Chemiker, der kein Physiker ist, ist Ăźberhaupt gar nichts."
"âIst es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren mĂźssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles heiĂt, ja, sollte man doch Schluss machen.â â 1965 auf dem XI. Plenum des ZK der SED. Originalstimme Walter Ulbricht als wav-Datei: Anspielung auf das âYeah, Yeah, Yeahâ der Beatles."
"âWenn ich durch die StraĂen gehe // Und etwas Neues, SchĂśnes sehe // Weis' ich stolz darauf: // Das hat mein Freund getan! // Mein Freund, der Plan!â â 1953 im DDR-Rundfunk. 17juni53.de, Tondokument"
"âIch verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wĂźnschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? -äääh, mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft dafĂźr voll ausgenutzt wird -voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.â â am 15. Juni 1961 auf einer Pressekonferenz in Berlin (Ost) zum Vorschlag der Sowjetunion vom 4. Juni 1961, âeine Friedenskonferenz einzuberufen, einen Friedensvertrag abzuschlieĂen und auf dieser Grundlage die Frage Westberlins als einer freien Stadt zu lĂśsenâ, auf die Frage der Journalistin Annamarie Doherr: âHerr Vorsitzender, bedeutet die Bildung einer Freien Stadt Ihrer Meinung nach, dass die Staatsgrenze am Brandenburger Tor errichtet wird? Und sind Sie entschlossen, dieser Tatsache mit allen Konsequenzen Rechnung zu tragen?â Der Bau der Berliner Mauer begann keine zwei Monate später am 13. August 1961. http://1961.dra.de/index.php?id=32 mit Video"
"âEs muss demokratisch aussehen, aber wir mĂźssen alles in der Hand haben.â â Anfang Mai 1945, zitiert in: Wolfgang Leonhard: Die Revolution entläĂt ihre Kinder (1955). Leipzig 1990. S. 406. DIE ZEIT 19/1965"
"Eine empirische Wissenschaft vermag niemanden zu lehren, was er soll, sondern nur, was er kann und â unter Umständen â was er will."
"Ein weiterer Grundbegriff ist derjenige der ÂťUebungÂŤ. Sie bedeutet: Steigerung der Leichtigkeit, Schnelligkeit, Sicherheit und GleichmäĂigkeit einer bestimmten Leistung durch deren oftmalige Wiederholung."
"Dieses Dokument [das Kommunistische Manifest] ist in seiner Art, sosehr wir es in entscheidenden Thesen ablehnen (wenigstens tue ich das) eine wissenschaftliche Leistung ersten Ranges. Das läĂt sich nicht leugnen, das darf auch nicht geleugnet werden, weil es einem niemand glaubt und weil es mit gutem Gewissen nicht geleugnet werden kann."
"Denn der radikalste Zweifel ist der Vater der Erkenntnis."
"Soziologie (im hier verstandenen Sinn dieses sehr vieldeutig gebrauchten Wortes) soll heiĂen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will."
"Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht."
"Keine Herrschaft begnßgt sich, nach aller Erfahrung, freiwillig mit den nur materiellen oder nur affektuellen oder nur wertrationalen Motiven als Chancen ihres Fortbestandes. Jede sucht vielmehr den Glauben an ihre Legitimität zu erwecken und zu pflegen."
"Denn Herrschaft ist im Alltag primär: Verwaltung."
"Alle politischen Gebilde sind Gewaltgebilde."
"Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und AugenmaĂ zugleich."
"Da liegt der entscheidende Punkt. Wir mßssen uns klarmachen, daà alles ethisch orientierte Handeln unter zwei voneinander grundverschiedenen, unaustragbar gegensätzlichen Maximen stehen kann: es kann gesinnungsethisch oder verantwortungsethisch orientiert sein."
"Die Bergpredigt [âŚ] ist kein Fiaker, den man beliebig halten lassen kann, um nach Befinden ein- und auszusteigen."
"Von amerikanischen Arbeitern bekam man noch vor 15 Jahren auf die Frage, warum sie sich so von Politikern regieren lieĂen, die sie selbst zu verachten erklärten, die Antwort: âWir haben lieber Leute als Beamte, auf die wir spucken, als wie bei euch eine Beamtenkaste, die auf uns spuckt.â Das war der alte Standpunkt amerikanischer âDemokratieâ: die Sozialisten dachten schon damals vĂśllig anders."
"Wer Politik treibt, erstrebt Macht."
"Wenn nur soziale Gebilde beständen, denen die Gewaltsamkeit als Mittel unbekannt wäre, dann wßrde der Begriff Staat fortgefallen sein, dann wäre eingetreten, was man in diesem besonderen Sinne des Wortes als Anarchie bezeichnen wßrde."
"Staat ist diejenige menschliche Gesellschaft, welche innerhalb eines bestimmten Gebietes [âŚ] das Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit fĂźr sich (mit Erfolg) beansprucht."
"ÂťPolitikÂŤ wĂźrde fĂźr uns also heiĂen: Streben nach Machtanteil oder nach Beeinflussung der Machtverteilung, sei es zwischen Staaten, sei es innerhalb eines Staates zwischen den Menschengruppen, die er umschlieĂt."
"Nur durch strenge Spezialisierung kann der wissenschaftliche Arbeiter tatsächlich das Vollgefßhl, einmal und vielleicht nie wieder im Leben, sich zu eigen machen: hier habe ich etwas geleistet, was dauern wird."
"Nur auf dem Boden ganz harter Arbeit bereitet sich normalerweise der Einfall vor. GewiĂ: nicht immer."
"[...] nichts ist fĂźr den Menschen als Menschen etwas wert, was er nicht mit Leidenschaft tun kann."
"Die zunehmende Intellektualisierung und Rationalisierung bedeutet also nicht eine zunehmende allgemeine Kenntnis der Lebensbedingungen, unter denen man steht. Sondern sie bedeutet etwas anderes: das Wissen davon oder den Glauben daran: daĂ man, wenn man nur wollte, es jederzeit erfahren kĂśnnte, daĂ es also prinzipiell keine geheimnisvollen unberechenbare Mächte gebe, die da hineinspielen, daĂ man vielmehr alle Dinge â im Prinzip â durch Berechnen beherrschen kĂśnne. Das aber bedeutet: die Entzauberung der Welt. Nicht mehr, wie der Wilde, fĂźr den es solche Mächte gab, muĂ man zu magischen Mitteln greifen, um die Geister zu beherrschen oder zu erbitten."