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April 10, 2026

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April 10, 2026

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"This naive manner of conceptualizing capitalism by reference to a “pursuit of gain” must be relegated to the kindergarten of cultural history methodology and abandoned once and for all. A fully unconstrained compulsion to acquire goods cannot be understood as synonymous with capitalism, and even less as its “spirit.” On the contrary, capitalism can be identical with the taming of this irrational motivation, or at least with its rational tempering. Nonetheless, capitalism is distinguished by the striving for profit, indeed, profit is pursued in a rational, continuous manner in companies and firms, and then pursued again and again, as is profitability. There are no choices. If the entire economy is organized according to the rules of the open market, any company that fails to orient its activities toward the chance of attaining profit is condemned to bankruptcy. Let us begin by defining terms in a manner more precise than often occurs. For us, a "capitalist" economic act involves first of all an expectation of profit based on the utilization of opportunities for exchange; that is of (formally) peaceful opportunities for acquisition. Formal and actual acquisition through violence follows its own special laws and hence should best be placed, as much as one may recommend doing so, in a different category. Wherever capitalist acquisition is rationally pursued, action is oriented to calculation in terms of capital. What does this mean?"

- Max Weber

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"Für Marcel Proust.—Der Sohn wohlhabender Eltern, der, gleichgültig ob aus Talent oder Schwäche, einen sogenannten intellektuellen Beruf, als Künstler oder Gelehrter, ergreift, hat es unter denen, die den degoutanten Namen des Kollegen tragen, besonders schwer. Nicht bloß, daß ihm die Unabhängigkeit geneidet wird, daß man dem Ernst seiner Absicht mißtraut und in ihm einen heimlichen Abgesandten der etablierten Mächte vermutet. Solches Mißtrauen zeugt zwar von Ressentiment, würde aber meist seine Bestätigung finden. Jedoch die eigentlichen Widerstände liegen anderswo. Die Beschäftigung mit geistigen Dingen ist mittlerweile selber »praktisch«, zu einem Geschäft mit strenger Arbeitsteilung, mit Branchen und numerus clausus geworden. Der materiell Unabhängige, der sie aus Widerwillen gegen die Schmach des Geldverdienens wählt, wird nicht geneigt sein, das anzuerkennen. Dafür wird er bestraft. Er ist kein »professional«, rangiert in der Hierarchie der Konkurrenten als Dilettant, gleichgültig wieviel er sachlich versteht, und muß, wenn er Karriere machen will, den stursten Fachmann an entschlossener Borniertheit womöglich noch übertrumpfen. Die Suspension der Arbeitsteilung, zu der es ihn treibt, und die in einigen Grenzen seine ökonomische Lage zu verwirklichen ihn befähigt, gilt als besonders anrüchig: sie verrät die Abneigung, den von der Gesellschaft anbefohlenen Betrieb zu sanktionieren, und die auftrumpfende Kompetenz läßt solche Idiosynkrasien nicht zu. Die Departementalisierung des Geistes ist ein Mittel, diesen dort abzuschaffen, wo er nicht ex officio, im Auftrag betrieben wird. Es tut seine Dienste um so zuverlässiger, als stets derjenige, der die Arbeitsteilung kündigt—wäre es auch nur, indem seine Arbeit ihm Lust bereitet —, nach deren eigenem Maß Blößen sich gibt, die von den Momenten seiner Überlegenheit untrennbar sind. So ist für die Ordnung gesorgt: die einen müssen mitmachen, weil sie sonst nicht leben können, und die sonst leben könnten, werden draußen gehalten, weil sie nicht mitmachen wollen. Es ist, als rächte sich die Klasse, von der die unabhängigen Intellektuellen desertiert sind, indem zwangshaft ihre Forderungen dort sich durchsetzen, wo der Deserteur Zuflucht sucht."

- Theodor Adorno

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