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April 10, 2026
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"Du wolltest Algebra, und nun hast du vollauf."
"Das Meer bedeckt sieben Zehntel der Erdoberfläche, und der Seewind ist rein und gesund. In dieser unermeßlichen Einöde ist der Mensch doch nie allein; denn er fühlt das Leben um ihn herum; ein übernatürliches wundervolles Dasein rührt sich in demselben; es ist nur Bewegung und Liebe."
"Seltsam, daß eine Hälfte unseres Lebens Schlaf ist und von der verbleibenden Hälfte wiederum die Hälfte Vergessen oder Verblendung gegenüber der Zukunft. So nähert man sich stufenweise unmerklich dem Tode: indem man die meiste Zeit davon träumt, zu leben."
"Denn während man Freude gemeinsam erlebt, ist man im Leid auf sich allein gestellt, wie abgeschnitten von allen anderen Menschen."
"Were man nicht persuadiert, daß alles vorgesehen und nicht zu endern stehet, müßte man in steter Qual leben und allezeit meinen, man hätte sich was vorzuwerfen; aber sobald man betracht, daß gott der allmächtige alles vorsehen hat und nichts geschicht, alß was so lange und zu allen zeiten von gott verordnet ist, muß man sich wohl mit geduld in alles ergeben und kann man allezeit mit sich selber zufrieden sein, wenn, was man tut, in guter meinung geschicht; daß überige steht nicht bei uns."
"Glaubt mir, liebe Louise! unterschied der Christenreligionen bestehet nur in pfaffengezäng, so, welche sie auch sein mögen, katholische, reformierte oder lutherische, haben alle ambition und wollen alle Christen einander wegen der religion hassen machen, damit man ihrer von nöten haben mag und sie über die menschen regieren mögen. Aber wahre Christen, so gott die gnade getan, ihn und die tugend zu lieben, kehren sich an das pfaffengezäng nicht, sie folgen gottes wort, so gut sie es verstehen mögen, und die ordenung der kirchen, in welcher sie sich finden, lassen das gezäng den pfaffen, den aberglauben dem pöbel und dienen ihren gott in ihrem herzen und suchen, niemands ärgernus zu geben. Dies ist, was gott anbelangt, im überigen haben sie keinen haß gegen ihren negsten, welcher religion er auch sein mag, suchen, ihm zu dienen, wo sie können, und ergeben sich ganz der göttlichen providenz."
"In dieĂźem morgen erfahre ich, daĂź die alte Maintenon verreckt ist, gestern zwischen 4 und 5 Uhr abendt. Es were ein groĂź glĂĽck geweĂźen, wen es vor etlich und 30 Jahren geschehen were.""
"Ich kann nicht leben, ohne gar nichts zu tun; arbeyten noch spinnen kann ich ohnmöglich, allezeit plauderen were mir unerträglich... allezeit lesen kann ich auch nicht, mein hirnkasten ist zu verwirrt... schreiben amusiert mich und gibt meinen trauerigen gedanken distraction. Also werde ich keine von meinen correspondenzen abbrechen, und was Ihr auch sagen mögt, liebe Louise, so werde ich Euch alle donnerstag und sambstag schreiben und an meine liebe prinzeß von Wallis alle dienstag und freytag. I.L. liebe schreiben seind eine arzeney vor mich; denn sie schreibt so artig und verzehlt so angenehm, daß es eine rechte lust ist, I.L. schreiben zu lesen und zu beantworten; das divertiert mich mehr als die spektakel... Mein kleinster brief, so ich in der ganzen woche schreibe, ist an die königin in Spanien... und der gibt mir mehr mühe, als alle andere briefe... weilen ich als auf complimenten antworten muß, welche ich nie habe vertragen können... Es könnte leicht sein, daß die prinzeß von Wallis zufrieden sein könnte, nur einmal die woch von meinen albern briefen zu haben und nur einmal zu schreiben; aber das kompt mir gar nicht zu paß, werde also fortfahren, wie ich bisher getan."
"Es seind viel königliche personen, so man übel erzogen und in der jugend verdorben hat, ihnen nur ihre grandeur gelernt, aber nicht dabey, wie daß sie nur menschen wie andere seind und vor nichts mit aller ihrer grandeur zu estimieren sein, wofern sie kein gut gemüte haben und nach tugend trachten. Ich habe einmal in einem buch gelesen, daß man solche an säue vergleicht, mit goldenen halsbänder. Das hat mich frappiert und auch lachen machen, ist aber doch nicht übel gesagt."
"Ich habe keinen ehrgeiz, will nichts regieren, würde auch keinen lust drin finden. Das ist der franzoschen weiber einige (eigene) sache; keine küchenmagd hier glaubt, daß sie nicht verstand genung habe, das ganze königreich zu regieren, und daß man ihr das größte unrecht von der welt tut, sie nicht zu rat zu ziehen. Das hat mich alle ambition ganz verleydt; denn ich finde ein solch abscheulich ridicul hierin, daß mir davor graust.""
"Wie E.L. (Euer Liebden) mir nun die teutsche höf beschreiben, würde ich eine große verenderung drin finden; allein von der teutschen aufrichtigkeit halte ich mehr als von der magnificence und ist mir recht leyd zu vernehmen, daß solche sich verlieret im vatterland. Es ist leicht zu erachten, wovon der luxe die treuherzigkeit verjagt; man kann nicht magnifik sein ohne geld, und wenn man so sehr nach geld fragt, wird man interessiert, und wenn man einmal interessiert wird, sucht man alle mittel hervor, was zu bekommen, wodurch dann die falschheit, lügen und betriegen einreißt, welches dann treu, glauben und aufrichtigkeit ganz verjagt."
"Ich glaube, daß Mons. de Louvois in jener welt wegen der Pfalz brennt; er war greulich cruel, nichts konnte ihn jammern…"
"Denn ich habe Mannheim all mein Leben lieb gehabt."
"… das macht mir das hertz blutten, undt man nimbt mir es noch hoch vor übel daß ich trawerig drüber bin…"
"Ich vor mein theil wolte lieber ein reicher regierender reichsgraff sein mitt seiner freyheitt, alß ein enfant (Königskind Frankreichs), denn wir seindt in der that nichts anderst als gecronte sclaven; ich were erstickt, wenn ich dießes nicht gesagt hette..."
"Den es ist mir all mein leben leydt geweßen, ein weibsmensch zu sein, und churfürst zu sein, wehre mir, die wahrheit zu sagen, beßer ahngestanden, alß Madame zu sein; aber weillen es gottes willen nicht geweßen, ist es ohnnötig, dran zu gedencken..."
"Wie ich (als Kind) im Haag mit I.L. (= Ihrer Liebden, gemeint ist der spätere englische König Wilhelm III. von Oranien) spielte und met verlöff met verlöff (plattdeutsch: mit Verlaub) in mein hembt schiß, dachte ich woll nicht, daß er einsmals so eine große Figur machen würde; wenn nur seine große ahnschläge nicht besiegelt werden wie ich damals das spiel besiegelte; wenn es aber geschehen solte undt unß dadurch der friede zukäme, würde ich warlich gar woll zufrieden sein…"
"Wenn es wahr ist, daß man wieder jungfer wird, wenn man in langen jahren bey keinem mann schläft, so muß ich wieder eine jungfer geworden sein, denn seyder 17 jahren haben mein herr und ich nicht bey einander geschlafen, mögte aber, umb es gewiß zu wissen, nicht in der herren Tartaren hände fallen. Die Tartaren müssen mehr vom gefühl als vom gesicht halten in den 5 sinnen, weilen sie lieber alte als junge weiber haben."
"Ich habe (meine Tochter) nicht viel verendert gefunden, aber ihren Herrn (Gemahl) abscheülich. Er war vor dießem mitt den schönsten farben undt nun ist er ganz braunrodt und dicker, alß mein sohn; ich kann sagen, daß ich so dick und fette kinder habe, alß ich selber bin."
"… ich bin ja all mein leben häßlich gewesen, drum habe ich keine lust nehmen können, mein bärenkatzenaffengesicht im spiegel zu betrachten, also kein wunder, daß ich mich nicht oft betracht habe."
"Wenn ich die romans lange und an einem stück lesen müßte, würden sie mir beschwerlich fallen; ich lese aber nur ein blatt 3 oder 4, wenn ich met verlöff auf dem kackstuhl morgens und abends sitze, so amüsierts mich und ist weder mühsam noch langweilig so."
"Daß ist eine albere meinung, daß sich weiber undt maner in den wolcken verstecken können undt hageln, umb alles zu verderben. Zu Paris glaubt man ahn keine hexsen undt hört auch von keine. – Liselotte in einem Brief vom 30. Juni 1718 an ihre Halbschwester Louise zu Pfalz in: Elisabeth Charlotte Herzogin von Orléans, Briefe aus den Jahren 1676–1722; Hrsg. W. L. Holland, Band 3, Stuttgart/Tübingen 1874, S. 302–307; Online"
"Nach einer Ausschweifung fĂĽhlt man sich stets noch einsamer, noch verlassener."
"Ich begreife nicht, wie eine reine Hand eine Zeitung berühren kann, ohne Krämpfe von Ekel zu bekommen."
"Eine Folge von kleinen Willensakten liefert ein bedeutendes Ergebnis."
"Die schönste List des Teufels ist es, uns zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt."
"Die Dämmerung versetzt die Wahnsinnigen in Erregung."
"Der Wein wandelt den Maulwurf zum Adler."
"Den Eintagsfliegen gleichen meine KĂĽsse, // Die abends kosend klare Seen umziehn, // Die deines Freundes graben tiefe Risse, // Ziehn ĂĽber dich wie PflĂĽg und Wagen hin."
"Ich beeile mich, über alles zu lachen, aus Furcht, einen Augenblick später darüber weinen zu müssen."
"Wenn wir nur verstĂĽnden, dass die Grundauffassungen unserer Vorfahren den Gerichtshof fĂĽr unser Leben bilden!"
"Das UnglĂĽck ist ebenso wie der Ruhm imstande, Energien zu wecken."
"Aus Hugos Original: On résiste à l’invasion des armées ; on ne résiste pas à l’invasion des idées. (:fr:s:Histoire d’un crime/Conclusion X., Man kann der Invasion von Armeen Widerstand leisten, aber keiner Invasion von Ideen.) wurde wohl durch Verknüpfung mit Gustave Aimards Original: Il y a quelque chose de plus puissant que la force brutale des baïonnettes: c'est l'idée dont le temps est venu et l'heure est sonnée. (:fr:s:Les Francs-tireurs/05, S. 68 (Die freien Schützen), Es gibt etwas, das stärker ist als die rohe Gewalt der Bajonette: das ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist und deren Stunde geschlagen hat.):"
"(Die) Musik drückt (das) aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist."
"Gott machte nur das Wasser, doch der Mensch den Wein."
"Ein Feind, den man zu Grabe trägt, ist nicht schwer."
"Wenn der Stimmzettel gesprochen hat, so hat die höchste Instanz gesprochen."
"Was man von den Menschen behauptet, ob es wahr sein mag oder falsch, ist oft fĂĽr ihr Leben und zumal ihr Geschick ebenso wichtig wie das, was sie tun."
"Ein Kompliment ist so etwas wie ein Kuss durch einen Schleier."
"Die Philosophie ist das Mikroskop des Gedankens."
"Die höchste Instanz, Javert, ist das Gewissen"
"Denken ist die Arbeit des Intellekts, Träumen sein Vergnügen."
""Viele bedeutende Dramatiker waren auch Schauspieler"
"Ernstlich beschaue man den Misanthrop und frage sich, ob jemals ein Dichter sein Inneres vollkommener und liebenswürdiger dargestellt habe? Wir möchten gern Inhalt und Behandlung dieses Stückes tragisch nennen, einen solchen Eindruck hat es wenigstens jederzeit bei uns zurückgelassen, weil dasjenige vor Blick und Geist gebracht wird, was uns oft selbst zur Verzweiflung bringt und wie ihn aus der Welt jagen möchte."
"Stets sollte man sich der größeren Zahl anpassen, und niemals sich auffällig sehen lassen."
"Schließlich gibt es nichts Schöneres, als über den Widerstand einer schönen Frau zu triumphieren."
"Ein angenehmes Laster ist einer langweiligen Tugend bei weitem vorzuziehen."
"Dort wo die Ziege angebunden ist, muss sie wohl oder ĂĽbel grasen."
"Das vornehmliche Streben der Frauen gilt dem Erwecken der Liebe."
"Die Neider sterben, nimmer stirbt der Neid."