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April 10, 2026
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"Es zeigt sich, dass die ethischen Menschen nicht so viele Kinder haben und die Gangster sich unbegrenzt und sorglos weiter reproduzieren. [âŚ] gegen ĂberbevĂślkerung hat die Menschheit nichts VernĂźnftiges unternommen. Man kĂśnnte daher eine gewisse Sympathie fĂźr AIDS bekommen."
"Die Naturwissenschaft kann nicht nur, sondern muĂ schlechterdings alles, was es in der Welt gibt, zum Gegenstand ihrer Forschung machen."
"Wenn ich den Menschen fĂźr das endgĂźltige Ebenbild Gottes halten mĂźĂte, wĂźrde ich an Gott irrewerden. Wenn ich mir aber vor Augen halte, daĂ unsere Ahnen in einer erdgeschichtlich betrachtet erst jĂźngstvergangenen Zeit ganz ordinäre Affen aus nächster Verwandtschaft des Schimpansen waren, vermag ich einen Hoffnungsschimmer zu sehen. Es ist kein allzu groĂer Optimismus nĂśtig, um anzunehmen, daĂ aus uns Menschen noch etwas Besseres und HĂśheres entstehen kann. Weit davon entfernt, im Menschen das unwiderruflich unĂźbertreffliche Ebenbild Gottes zu sehen, behaupte ich bescheidener und, wie ich glaube, in grĂśĂerer Ehrfurcht vor der SchĂśpfung und ihren unerschĂśpflichen MĂśglichkeiten: Das langgesuchte Zwischenglied zwischen dem Tiere und dem wahrhaft humanen Menschen â sind wir!"
"Die modische Neigung, die Forschung auf niedrigeren Integrationsebenen fĂźr die ÂťwissenschaftlichereÂŤ zu halten, fĂźhrt dann allzuleicht zum Atomismus, d. h. zu Teiluntersuchungen untergeordneter Systeme ohne die obligate BerĂźcksichtigung der Art und Weise, in der diese dem Aufbau der Ganzheit eingefĂźgt sind."
"In dem MaĂe, in dem das Handwerk durch die Konkurrenz der Industrie ausgerottet wird und in dem der kleinere Unternehmer, einschlieĂlich des Bauern, existenzunfähig wird, sind wir alle ganz einfach gezwungen, uns in unserer LebensfĂźhrung den WĂźnschen der GroĂproduzenten zu fĂźgen, die Nahrungsmittel zu fressen und die KleidungsstĂźcke anzuziehen, die sie fĂźr uns fĂźr gut befinden, und was das Allerschlimmste ist, wir merken kraft der uns zuteil gewordenen Konditionierung gar nicht, daĂ sie dies tun."
"Die meisten von uns â dessen mĂźssen wir uns bewuĂt sein â lieben ihre Hypothesen, und es ist, wie ich einmal sagte, eine zwar schmerzhafte, aber jung und gesund erhaltende TurnĂźbung, täglich, gewissermaĂen als FrĂźhsport, seine Lieblingshypothese Ăźber Bord zu werfen."
"Der Irrglaube, daĂ nur das rational ErfaĂbare oder gar nur das wissenschaftlich Nachweisbare zum festen Wissensbesitz der Menschheit gehĂśre, wirkt sich verderblich aus. Er fĂźhrt die Âťwissenschaftich aufgeklärteÂŤ Jugend dazu, den ungeheuren Schatz von Wissen und Weisheit Ăźber Bord zu werfen, der in den Traditionen jeder alten Kultur wie in den Lehren der groĂen Weltreligionen enthalten ist."
"Wenn die fortschreitende Infantilisierung und wachsende Jugend-Kriminalität des Zivilisationsmenschen tatsächlich, wie ich befßrchte, auf genetischen Verfallserscheinungen beruht, so sind wir in schwerster Gefahr."
"Ich bin dessen nicht wĂźrdig, mit lauter Stimme Ăźber Adolf Hitler zu sprechen, und zu sentimentaler RĂźhrung laden sein Leben und seine Taten nicht ein. Er war ein Krieger, ein Krieger fĂźr die Menschheit und ein VerkĂźnder des Evangeliums vom Recht aller Nationen. Er war eine reformatorische Gestalt von hĂśchstem Rang, und es war sein historisches Schicksal, in einer Zeit der beispiellosen Rohheit wirken zu mĂźssen, die ihn schlieĂlich gefällt hat. So wird der gewĂśhnliche Westeuropäer Adolf Hitler sehen, und wir, seine treuen Anhänger, neigen nun unser Haupt angesichts seines Todes."
"O Gott, nur nicht sterben im dumpfen Bett // unter Decken und Laken anständig nett, // von nassen Gesichtern betrauert. // Nein, umfallen mÜchte ich wie ein Baum // im Wald irgendwo und halb im Traum, // von niemand gesehn und bedauert."
"Der Mensch und die Natur bekämpfen einander nicht, sie geben einander recht, sie treten nicht in Wettbewerb, laufen nicht um die Wette irgendeinem Vorurteil nach, sie gehen Hand in Hand."
"Man darf den FĂźhrern nicht zu sehr vertrauen, dagegen sollte die Jugend unsere Hoffnung sein."
"LaĂ sein, Marie, jetzt sterbe ich."
"Ja, wir sind Landstreicher auf Erden."
"Es kann zuweilen von einigem Nutzen sein, an den Haaren gezogen zu werden."
"Erst im Wald kam alles zur Ruhe in mir, meine Seele wurde ausgeglichen und voller Macht."
"Das Einzige, aus dem Menschen sich etwas machen sollten, ist Freude am Leben, Dankbarkeit fĂźr das Leben; aber die bekommt man nicht durch Liebe. Im Gegenteil, Liebe ist die Peitsche."
"Das Leben ist eine Leihgabe, ich danke fĂźrs Leihen."
""Ach, die Liebe läĂt das Menschenherz zum Pilzgarten werden, einem Ăźppigen und unverschämten Garten, in dem geheimnisvolle und freche Pilze stehen"
"Es kommt nicht darauf an, wer regiert, solange man die Regierung ohne BlutvergieĂen loswerden kann."
""Jeder Rationalist muĂ mit Kant sagen: Die Philosophie kann man nicht lehren"
"Der Rationalist ist einfach ein Mensch, dem mehr daran liegt zu lernen, als recht zu behalten."
"Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren."
"Unser Wissen ist ein kritisches Raten, ein Netz von Hypothesen, ein Gewebe von Vermutungen."
"Es dĂźrfte uns gut tun, uns manchmal daran zu erinnern, dass wir zwar in dem Wenigen, das wir wissen, sehr verschieden sein mĂśgen, dass wir aber in unserer grenzenlosen Unwissenheit alle gleich sind."
"FĂźr den Naturwissenschaftler ist die Spezialisierung eine Versuchung; fĂźr den Philosophen ist sie eine TodsĂźnde."
"Die OzonlĂścher kĂśnnen seit Millionen Jahren existiert haben. MĂśglicherweise haben die keine Beziehung zu irgend etwas Modernem."
"Unser erstes Ziel heute muà der Friede sein. Der ist sehr schwer zu erreichen in einer Welt wie der unseren, wo Leute wie Saddam Hussein und ähnliche Diktatoren existieren. Wir dßrfen hier nicht davor zurßckschrecken, fßr den Frieden Krieg zu fßhren."
"Etwa 1913 begann die Menschenbefreiung oder genauer die Frauenbefreiung sehr langsam mit dem Gaskocher, und etwa 1922 wurde der Gasherd ein ernster Konkurrent des kohlegefeuerten KĂźchenherds. Sogar Zentralheizungen blieben lange noch mit Kohle oder Koks geheizt. Die furchtbare Hausarbeit muĂ die Lebensdauer sehr verkĂźrzt haben, von dem Arbeitsleid, das heute durch Lebensfreude ersetzt wird, ganz zu schweigen. Das verdanken die Frauen der Technik, auch die, die die Feindschaft gegenĂźber der Technik predigen."
"Wir mĂźssen also das ideologische Prinzip des freien Marktes auf jeden Fall durch ein anderes ersetzen: durch das Prinzip, die Freiheit nur dort zu beschränken, wo es aus dringenden GrĂźnden notwendig ist. Und das heiĂt, daĂ die Ansichten in vielen Fällen nicht Ăźbereinstimmen werden, wo die Grenze des Notwendigen zu ziehen ist."
"Wir mĂźssen fĂźr die Freiheit planen und nicht nur fĂźr die Sicherheit, wenn auch vielleicht aus keinem anderen Grund als dem, daĂ nur die Freiheit die Sicherheit sichern kann."
"der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, erzeugt stets die HĂślle. Dieser Versuch fĂźhrt zu Intoleranz, zu religiĂśsen Kriegen und zur Rettung der Seelen durch die Inquisition."
"Und dann mĂźssen wir noch Schulen einfĂźhren, um die Kinder aus dem Weg zu schaffen: der eigentliche Zweck von Schulen."
"Methode von Versuch und Irrtum: Es ist die Methode, kßhne Hypothesen aufzustellen und sie der schärfsten Kritik auszusetzen, um herauszufinden, wo wir uns geirrt haben."
"âKARL KRAUS. Nichts trostloser als seine Adepten, nichts gottverlassener als seine Gegner. Kein Name, der geziemender durch Schweigen geehrt wĂźrde. In einer uralten RĂźstung, ingrimmig grinsend, ein chinesisches Idol, in beiden Händen die gezĂźckten Schwerter schwingend, tanzt er den Kriegstanz vor dem GrabgewĂślbe der deutschen Sprache.â â Walter Benjamin, EinbahnstraĂe, KRIEGERDENKMAL, Rowohlt, Berlin 1928, S. 50"
"âPsychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, fĂźr deren Therapie sie sich hält. â â Nachts (Zeit); in: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen, Reclam Verlag, Stuttgart 1978, S. 227"
"âDer Autor, der fremde KostĂźme ausklopft, kommt dem stofflichen Interesse von der denkbar bequemsten Seite bei. Der geistige Leser hat deshalb das denkbar stärkste Misstrauen gegen jene Erzähler, die sich in exotischen Milieus herumtreiben.â â Heine und die Folgen"
"âDas Feigenblatt des Neides ist sittliche EntrĂźstung.â â Der Fall Riehl"
"âPfui Teufel!â â Letzte Worte, 12. Juni 1936"
"âWie? Die Menschheit verdummt zugunsten des maschinellen Fortschrittes, und wir sollten uns diesen nicht einmal zunutze machen? Sollten mit der Dummheit Zwiesprache halten, wenn wir ihr in einem Automobil entfliehen kĂśnnen?â SprĂźche und WidersprĂźche (IV. Presse, Dummheit, Politik); Suhrkamp, 1988 S.70"
"âWo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?â â SprĂźche und WidersprĂźche (VI. Schreiben und Lesen); in: G. Fieguth: Deutsche Aphorismen, Reclam Verlag, Stuttgart 1978, S. 220"
"âWir leben in einer Gesellschaft, die Monogamie mit Einheirat Ăźbersetzt.â â SprĂźche und WidersprĂźche (VIII. Stimmungen, Worte); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 174"
"âWas sind alle Orgien des Bacchus gegen die Räusche dessen, der sich zĂźgellos der Enthaltsamkeit ergibt!â â SprĂźche und WidersprĂźche (IX. SprĂźche und WidersprĂźche)"
"âSchĂśnheit vergeht, weil Tugend besteht.â â F229 p 5, SprĂźche und WidersprĂźche (II. Moral, Christentum); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 54"
"âKrieg ist zuerst die Hoffnung, daĂ es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, daĂ es dem anderen schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, daĂ es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Ăberraschung, daĂ es beiden schlechter geht.â â Nachts. Aphorismen 1924. https://www.textlog.de/39302.html, http://gutenberg.spiegel.de/buch/aphorismen-9475/10"
"âEnthaltsamkeit rächt sich immer. Bei dem einen erzeugt sie Wimmerln, beim anderen Sexualgesetze.â â F 229 p 2, SprĂźche und WidersprĂźche (II. Moral, Christentum); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 45. (Anmerkung: âWimmerlnâ ist das Ăśsterreichische Wort fĂźr Akne, Pickel etc.)"
"âDie Zeitung ist die Konserve der Zeit.â â SprĂźche und WidersprĂźche (VIII. Stimmungen, Worte); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 174"
"âDie Sitte verlangt, daĂ ein LustmĂśrder den Mord zugebe, aber nicht die Lust.â â SprĂźche und WidersprĂźche (II. Moral, Christentum); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 45"
"âDie Rechtsstellung des Zuhälters in der bĂźrgerlichen Gesellschaft ist noch nicht geklärt. Er ist ihr Auswurf. Denn er achtet, wo geächtet wird; er beschĂźtzt, wo verfolgt wird. Er kann fĂźr seine Ăberzeugung auch Opfer bringen. Wenn er jedoch fĂźr seine Ăberzeugung Opfer verlangt, fĂźgt er sich in den Rahmen einer Gesellschaftsordnung, die zwar dem Weib die Prostitution nicht verzeiht, aber die Korruption dem Manne.â â SprĂźche und WidersprĂźche (II. Moral, Christentum); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 47 f."
"âDie anständigen Frauen empfinden es als die grĂśĂte Dreistigkeit, wenn man ihnen unter das Bewusstsein greift.â â SprĂźche und WidersprĂźche (I. Weib, Phantasie); Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, S. 35"