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April 10, 2026
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"Aufklärung in einzelnen Subjekten durch Erziehung zu grĂźnden, ist also gar leicht; man muĂ nur frĂźh anfangen, die jungen KĂśpfe zu dieser Reflexion zu gewĂśhnen. Ein Zeitalter aber aufzuklären, ist sehr langwierig; denn es finden sich viel äuĂere Hindernisse, welche jene Erziehungsart teils verbieten, teils erschweren."
"Der Freiheit zu denken ist erstlich der bĂźrgerliche Zwang entgegengesetzt."
"Sich im Denken Ăźberhaupt orientieren heiĂt also: sich, bei der Unzulänglichkeit der objektiven Prinzipien der Vernunft, im FĂźrwahrhalten nach einem subjektiven Prinzip derselben bestimmen."
"Und so ist der Ausschlag einer durch Philosophie versuchten ältesten Menschheitsgeschichte: Zufriedenheit mit der Vorsehung und dem Gange menschlicher Dinge im ganzen, der nicht vom Guten anhebend zum BÜsen fortgeht, sondern sich vom Schlechten zum Besseren allmählich entwickelt; zu welchem Fortschritte denn ein jeder an seinem Teile, so viel in seinen Kräften steht, beizutragen durch die Natur selbst berufen ist."
"Man muss gestehen: daĂ die grĂśĂten Ăbel, welche gesittete VĂślker drĂźcken, uns vom Kriege, und zwar nicht so sehr von dem, der wirklich oder gewesen ist, als von der nie nachzulassenden und so gar unaufhĂśrlich vermehrten ZurĂźstung zum kĂźnftigen, zugezogen werden."
"Der Mensch sollte sich aus der Rohigkeit seiner Naturanlagen selbst herausarbeiten, und, indem er sich Ăźber sie erhebt, dennoch Acht haben, daĂ er nicht wider sie verstoĂe: eine Geschicklichkeit, die er nur spät und nach vielen miĂlingenden Versuchen erwarten kann, binnern welcher Zwischenzeit die Menschheit unter den Ăbeln seufzt, die sie sich aus Unerfahrenheit selbst antut."
"Ăbrigens beruht die MĂśglichkeit der Beschleunigung Ăźberhaupt, durch ein fortwährendes Moment derselben, auf dem Gesetze der Trägheit."
""Alles, was uns der Bedßrfnis ßberhebt, zu leeren Räumen unsere Zuflucht zu nehmen, ist wirklicher Gewinn fßr die Naturwissenschaft."
"Ich behaupte aber, daĂ in jeder besonderen Naturlehre nur so viel eigentliche Wissenschaft angetroffen werden kĂśnne, als darin Mathematik anzutreffen ist."
""Eine bloà empirische Rechtslehre ist (wie der hÜlzerne Kopf in Phädrus' Fabel) ein Kopf, der schÜn sein mag, nur schade! daà er kein Gehirn hat." Die Methaphysik der Sitten, Einleitung in die Rechtslehre, § B Was ist Recht?, 230"
"Die menschliche Vernunft hat ⌠vorher alle mÜgliche unrechte Wege versucht, ehe es ihr gelingt, den einzigen wahren zu treffen."
"Zur inneren Freiheit werden zwei Stßcke gefordert: seiner selbst in einem gegebenen Fall Meister und ßber sich selbst Herr zu sein, d.i. seine Affekte zu zähmen und seine Leidenschaften zu beherrschen."
"Schriftsteller wĂźrden sich manche IrrtĂźmer, manche verlorne MĂźhe (weil sie auf Blendwerk gestellt war) ersparen, wenn sie sich nur entschlieĂen kĂśnnten, mit etwas mehr Offenheit zu Werke zu gehen."
"Mit einem Worte, das moralische Gesetz verlangt Befolgung aus Pflicht, nicht aus Vorliebe, die man gar nicht voraussetzen kann und soll."
"Kinder Handlungen als edele, groĂemĂźtige, verdienstliche zum Muster aufzustellen, in der Meinung, sie durch EinflĂśĂung eines Enhusiasmus fĂźr dieselbe einzunehmen, ist vollends zweckwidrig."
"Hat er aber gemordet, so muss er sterben."
"Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloĂ als Mittel brauchest."
"Eine jede Handlung ist recht, die oder nach deren Maxime die Freiheit der WillkĂźr eines jeden mit jedermanns Freiheit nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann."
"Das Verhalten der Menschen, so lange ihre Natur, wie sie jetzt ist, bliebe, wĂźrde also in einem bloĂen Mechanismus verwandelt werden, wo, wie im Marionettenspiel, alles gut gestikuliert, aber in den Figuren doch kein Leben anzutreffen sein wĂźrde."
"Also demĂźtigt das moralische Gesetz unvermeidlich jeden Menschen, indem dieser mit demselben den sinnlichen Hang seiner Natur vergleicht."
"Aber Liebe zu Gott als Neigung (pathologische Liebe) ist unmĂśglich; denn er ist kein Gegenstand der Sinne. Eben dieselbe gegen Menschen ist zwar mĂśglich, kann aber nicht geboten werden; denn es steht in keines Menschen VermĂśgen, jemanden bloĂ auf Befehl zu lieben."
"So schädlich ist es, Vorurteile zu pflanzen, weil sie sich zuletzt an denen selbst rächen, die, oder deren Vorgänger, ihre Urheber gewesen sind."
"Es ist so bequem, unmĂźndig zu sein. Habe ich ein Buch, das fĂźr mich Verstand hat, einen Seelsorger, der fĂźr mich Gewissen hat, einen Arzt der fĂźr mich die Diät beurtheilt, u. s. w. so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemĂźhen. Ich habe nicht nĂśthig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrieĂliche Geschäft schon fĂźr mich Ăźbernehmen."
"Die Menschen arbeiten sich von selbst nach und nach aus der Rohigkeit heraus, wenn man nur nicht absichtlich kĂźnstelt, um sie darin zu erhalten."
"Wenn denn nun gefragt wird: Leben wir jetzt in einem aufgeklärten Zeitalter? so ist die Antwort: Nein, aber wohl in einem Zeitalter der Aufklärung."
"Was aber nicht einmal ein Volk Ăźber sich selbst beschlieĂen darf, das darf noch weniger ein Monarch Ăźber das Volk beschlieĂen; denn sein gesetzgebendes Ansehen beruht darauf, daĂ er den gesammten Volkswillen in dem seinigen vereinigt."
"Ein Mensch kann zwar fĂźr eine Person, und auch alsdann nur auf einige Zeit, in dem, was ihm zu wissen obliegt, die Aufklärung aufschieben; aber auf sie Verzicht tun, es sei fĂźr seine Person, mehr aber noch fĂźr die Nachkommenschaft, heiĂt die heiligen Rechte der Menschheit verletzen und mit FĂźĂen treten."
"DaĂ aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist eher mĂśglich; ja es ist, wenn man ihm nur Freiheit läĂt, beinahe unausbleiblich."
"Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernĂźnftigen Gebrauchs oder vielmehr MiĂbrauchs seiner Naturgaben, sind die FuĂschellen einer immerwährenden UnmĂźndigkeit."
"Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so groĂer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmĂźndig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren VormĂźndern aufzuwerfen."
"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten UnmĂźndigkeit. UnmĂźndigkeit ist das UnvermĂśgen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese UnmĂźndigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der EntschlieĂung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung."
"Alles Gute aber, das nicht auf moralisch-gute Gesinnung gepropft ist, ist nichts als lauter Schein und schimmerndes Elend."
"Wir sind im hohen Grade durch Kunst und Wissenschaft kultiviert."
""aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden." Idee zur allgemeinen Geschichte, A 396, AA VII S.23"
"Ohne jene, an sich zwar eben nicht liebenswĂźrdige, Eigenschaft der Ungeselligkeit, woraus der Widerstand entspringt, den jeder bei seinen selbstsĂźchtigen AnmaĂungen notwendig antreffen muĂ, wĂźrde in einem arkadischen Schäferleben, bei vollkommener Eintracht, GenĂźgsamkeit und Wechselliebe, alle Talente auf ewig in ihren Keimen verborgen bleiben: die Menschen gutartig wie Schafe die sie weiden, wĂźrden in ihrem Dasein kaum einen grĂśĂeren Wert verschaffen, als dieses ihr Haustier hat; sie wĂźrden das Leere der SchĂśpfung in Ansehung ihres Zweckes, als vernĂźnftige Natur, nicht ausfĂźllen."
"Der Mensch will Eintracht; aber die Natur weiĂ besser, was fĂźr seine Gattung gut ist: sie will Zwietracht."
"Alle falsche Kunst, alle eitele Weisheit dauert ihre Zeit; denn endlich zerstĂśrt sie sich selbst, und die hĂśchste Kultur derselben ist zugleich der Zeitpunkt ihres Unterganges."
"So viel ist gewiĂ: wer einmal die Kritik [der reinen Vernunft] gekostet hat, den ekelt auf immer alles dogmatische Gewäsche, womit er vorher aus Not vorlieb nahm, weil seine Vernunft etwas bedurfte, und nichts Besseres zu ihrer Unterhaltung finden konnte. Die Kritik verhält sich zur gewĂśhnlichen Schulmetaphysik gerade wie Chemie zur Alchemie, oder wie Astronomie zur wahrsagenden Astrologie."
"Der Skeptizism ist uranfänglich aus der Metaphysik und ihrer polizeilosen Dialektik entsprungen."
"Dieses Produkt [die kosmologischen Ideen] der reinen Vernunft in ihrem transzendentalen Gebrauch ist das merkwßrdigste Phänomen derselben, welches auch unter allen am kräftigsten wirkt, die Philosophie aus ihrem dogmatischen Schlummer zu erwecken, und sie zu den schweren Geschäfte der Kritik der reinen Vernunft selbst zu bewegen."
"Alle Metaphysiker sind demnach von ihren Geschäften feierlich und gesetzmäĂig so lange suspendiert, bis sie die Frage: Wie sind synthetische Erkenntnisse a priori mĂśglich? genugtuend beantwortet haben."
"Ich gestehe frei: die Erinnerung des David Hume war eben dasjenige, was mir vor vielen Jahren zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach, und meinen Untersuchungen im Felde der spekulativen Philosophie eine ganz andre Richtung gab."
"Es ist niemals zu spät, vernßnftig und weise zu werden; es ist aber jederzeit schwer, wenn die Einsicht spät kommt, sie in Gang zu bringen."
"Diese Prolegomena sind nicht zum Gebrauch von Lehrlinge, sondern vor kĂźnftige Lehrer, und sollen auch diesen nicht etwa dienen, um den Vortrag einer schon vorhandenen Wissenschaft anzuordnen, sondern um diese Wissenschaft selbst allererst zu erfinden."
"Hundert wirkliche Taler entÂhalten nicht das mindeste mehr als hundert mĂśgliche."
"Zufällig im reinen Sinne der Kategorie ist das, dessen kontradiktorisches Gegenteil mÜglich ist."
"Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muss. Religion, durch ihre Heiligkeit, und Gesetzgebung, durch ihre Majestät, wollen sich gemeiniglich derselben entziehen. Aber alsdenn erregen sie gerechten Verdacht wider sich, und kÜnnen auf unverstellte Achtung nicht Anspruch machen, die die Vernunft nur demjenigen bewilligt, was ihre freie und Üffentliche Prßfung hat aushalten kÜnnen."
"Wir werden, so weit die praktische Vernunft uns zu fĂźhren das Recht hat, Handlungen nicht darum fĂźr verbindlich halten, weil sie Gebote Gottes sind, sondern sie darum als gĂśttliche Gebote ansehen, weil wir dazu innerlich verbindlich sind."
"Ohne Sinnlichkeit wĂźrde uns kein Gegenstand gegeben, und ohne Verstand keiner gedacht werden. Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind."
"Man kann also zwar richtig sagen: daĂ die Sinne nicht irren, aber nicht darum, weil sie jederzeit richtig urteilen, sondern weil sie gar nicht urteilen."