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April 10, 2026
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""Nennen wir nun Shakespeare einen der grĂśĂten Dichter, so gestehen wir zugleich, dass nicht leicht jemand die Welt so gewahrte wie er, daĂ nicht leicht jemand, der sein inneres Anschauen aussprach, den Leser in hĂśherm Grade mit in das BewuĂtsein der Welt versetzt. Sie wird fĂźr uns vĂśllig durchsichtig, wir finden uns auf einmal als Vertraute der Tugend und des Lasters, der GrĂśĂe, der Kleinheit, des Adels, der Verworfenheit, und dieses alles, ja noch mehr, durch die einfachsten Mittel. Fragen wir aber nach diesen Mitteln, so scheint es, als arbeite er fĂźr unsre Augen, aber wir sind getäuscht: Shakespeares Werke sind nicht fĂźr die Augen des Leibes." â Schriften zur Literatur â Shakespeare und kein Ende I"
""Nach unserer Ăberzeugung gibt es kein grĂśĂeres und wirksameres Mittel zu wechselseitiger Bildung als das Zusammenarbeiten Ăźberhaupt." â Ăber die Entstehung des Festspiels zu Ifflands Andenken, â Schriften zur Literatur â Weimar im Mai 1815, Morgenblatt fĂźr gebildete Stände, 18. März 1816"
""Man lebt nur Einmal in der Welt, hat nur Einmal diese Kräfte, diese Aussichten, und wer sie nicht zum besten braucht, wer sich nicht so weit treibt als mĂśglich, ist ein Tor." â Clavigo / Carlos, 1. Akt"
""Macht's einander nur nicht sauer, // Hier sind wir gleich, Baron und Bauer." â Gedichte 1827 â SprichwĂśrtlich"
""Leidend lernt ich viel." â Stella, 4. Akt / Cäcilie"
""Lachen, Weinen, Lust und Schmerz sind Geschwisterkinder." â Neugriechische Liebe-Skolien, 2"
""Knaben liebt ich wohl auch, doch lieber sind mir die Mädchen, // Hab ich als Mädchen sie satt, dient sie als Knabe mir noch." â Venezianische Epigramme â CXLIII."
""Kind, ich bedaure dich, du bist nicht mehr zu retten, // Da du dein Elend liebst; du klirrst mit deinen Ketten // Und Ăźberredest dich, es sei Musik." â Die Laune des Verliebten, 1. Auftritt / Egle"
""Kennst du das Land, wo die Zitronen blĂźhen?" â Mignon"
""Jeglichen Schwärmer schlagt mir ans Kreuz im dreiĂigsten Jahre, // Kennt er nur einmal die Welt, wird der Betrogne der Schelm." â Venezianische Epigramme, 52"
""Jedem Tier und jedem Narren haben die GĂśtter seine Verteidigungswaffen gegeben." â Die VĂśgel / Treufreund"
""Jedem redlichen BemĂźhn // Sei Beharrlichkeit verliehn!" â SprĂźche"
""Jede Gattung Menschen, die Uniform trägt, imponiert dem groĂen Haufen und weiĂ sich ihres Vorzugs meistens sehr gut zu bedienen." â Theatralische Sendung III,1"
""Ja, mit dem besten Willen leisten wir // So wenig, weil uns tausend Willen kreuzen." â NatĂźrliche Tochter, 1. Akt, 5. Szene / KĂśnig, Vers 415"
""Ist denn die Wahrheit ein Zwiebel, von dem man die Häute nur abschält? // Was ihr hinein nicht gelegt, ziehet ihr nimmer heraus." â Xenien 56 â Analytiker"
""Ist das Geschäft vollbracht, kommt Zeit zum Schmuck." â Elpenor / Evadne"
""Indessen nehme ich fĂźr bekannt, dass eine Frau herrscht und herrschen muss; daher, wenn ich ein Frauenzimmer kennen lerne, gebe ich nur darauf acht, wo sie herrscht; denn dass sie irgendwo herrsche, setze ich voraus." â Die guten Weiber / Seyton"
""In diesem Sinne kann man solche BĂźcher wahrhaft erbaulich nennen, wie es der Roman, moralische Erzählung, Novelle und dergleichen nicht sein sollen: denn von ihnen als sittlichen Kunsterscheinungen verlangt man mit Recht eine innere Konsequenz, die, wir mĂśgen durch noch so viel Labyrinthe durchgefĂźhrt werden, doch wieder hervortreten und das Ganze in sich selbst abschlieĂen soll." â Schriften zur Literatur â Der deutsche Gil Blas"
""In der Jugend ist ihm ein froher Gefährte der Leichtsinn, // Der die Gefahr ihm verbirgt und heilsam geschwinde die Spuren // Tilget des schmerzlichen Ăbels, sobald es nur irgend vorbeizog." â Hermann und Dorothea, 1. Gesang Vers 93f."
""In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, // Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben." â Natur und Kunst (Sonett) zeno.org"
""Im eignen Auge schaue mit Lust, // Was Plato von Anbeginn gewusst; // Denn das ist der Natur Gehalt, // Dass auĂen gilt, was innen galt." â Zahme Xenien"
""Ich habe daher in reiferen Jahren groĂe Aufmerksamkeit gehegt, inwiefern andere mich wohl erkennen mĂśchten, damit ich in und an ihnen, wie an so viel Spiegeln, Ăźber mich selbst und Ăźber mein Inneres deutlicher werden kĂśnnte." â Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre â Bedeutende FĂśrdernis durch ein einziges geistreiches Wort"
""Ich singe wie der Vogel singt, der in der Zweigen wohnet." â Der Sänger Vers 29 f."
"" Ich sagte dir's, du solltest diese StraĂe meiden." â Clavigo, Beginn des 5. Akts"
""Hat eine bedeutende Ruine etwas EhrwĂźrdiges, ahnen, sehen wir in ihr den Konflikt eines wĂźrdigen Menschenwerks mit der stillmächtigen, aber auch alles nicht achtenden Zeit." â Schriften zur Kunst â Von deutscher Baukunst 1823"
""Handelt einer mit Honig, er leckt zuweilen die Finger." â Reineke Fuchs 8, 94"
""Halte das Bild der WĂźrdigen fest! Wie leuchtende Sterne // Teilte sie aus die Natur durch den unendlichen Raum." â Antiker Form sich nähernd"
""Halb zog sie ihn, halb sank er hin." â Der Fischer"
""Gar geneigt wären wir daher, das Erdbeben als entbundene tellurische Elektrizität, die Vulkane als erregtes Elementarfeuer anzusehen und solche mit den barometrischen Erscheinungen in Verhältnis zu denken. Hiemit aber trifft die Erfahrung nicht Ăźberein." â Versuch einer Witterungslehre"
""Freilich ist's auch kein Vorteil fĂźr die Herde, wenn der Schäfer ein Schaf ist." â Brief des Pastors"
""Freiheit! Ein schĂśnes Wort werâs recht verstände." â Egmont, IV. Aufzug â Der Culenburgische Palast"
""Felsen sollten nicht Felsen und WĂźsten nicht WĂźsten bleiben, // Drum stieg Amor herab, sieh, und es lebte die Welt." â Antiker Form sich nähernd"
""Es ist ein GlĂźck fĂźr die Welt, dass die wenigen Menschen zu Beobachtern geboren sind." â Beiträge zu Lavaters Physiognomischen Fragmenten"
"Es bildet ein Talent sich in der Stille, ein Charakter in dem Strom der Welt." â "Torquato Tasso"
""Ernstlich beschaue man den Misanthrop und frage sich, ob jemals ein Dichter sein Inneres vollkommener und liebenswĂźrdiger dargestellt habe? Wir mĂśchten gern Inhalt und Behandlung dieses StĂźckes tragisch nennen, einen solchen Eindruck hat es wenigstens jederzeit bei uns zurĂźckgelassen, weil dasjenige vor Blick und Geist gebracht wird, was uns oft selbst zur Verzweiflung bringt und wie ihn aus der Welt jagen mĂśchte." â Ăźber Molière, Schriften zur Literatur. Histoire de la Vie et les Ouvrages de Molière (Der Misanthrop])"
""Er war nunmehr der Länder satt // Wo man so viele Kreuze hat // Und man fĂźr lauter Creuz und Krist // Ihn eben und sein Kreuz vergisst." â Der ewige Jude"
""Einem Roman, der eigentlich romantisch geschrieben und auf Ăberraschung berechnet wäre, wĂźrde man einen schlechten Dienst erzeigen, wenn man seine Fabel auszĂśge." â Schriften zur Literatur â Rezension von [Friedrich Bucholz]: Bekenntnisse einer schĂśnen Seele, von ihr selbst geschrieben, Berlin 1806, in: Jenaische Allgemeine Literaturzeitung 16. Juli 1806."
""Eine Welt zwar bist du, o Rom, doch ohne die Liebe wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom." â RĂśmische Elegien"
""Eine schlechte Wohnung macht brave Leute verächtlich." â Was wir bringen / Vater"
""Eine Anwandlung, landschaftliche Skizzen zu zeichnen, wies ich nicht ab; bei Spaziergängen im FrĂźhling, besonders nahe bei Jena, faĂt ich irgend einen Gegenstand auf, der sich zum Bild qualifizieren wollte, und suchte ihn zu Hause alsdann zu Papier zu bringen. GleichermaĂen ward meine Einbildungskraft durch Erzählungen leicht erregt, so daĂ ich Gegenden, von denen im Gespräch die Rede war, alsobald zu entwerfen trachtete." â Tag und Jahreshefte 1810"
""Ein merkwĂźrdiges Beispiel, wie die Nachwelt irgendeinem Vorfahren die Ehre zu rauben geneigt ist, sehen wir an den BemĂźhungen, die man sich gab, Christoph Colomb die Ehre der Entdeckung der neuen Welt zu entreiĂen. [âŚ] aber es gehĂśrte dem doch zuletzt ein Mann dazu, der das alles zusammenfaĂte, um Fabel und Nachricht, Wahn und Ăberlieferung in Wirklichkeit zu verwandeln." â Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre â Erfinden und Entdecken"
""Ein Franzose ist von Kopf bis auf die FĂźĂe eben ein Mensch wie ein Deutscher, das andere sind politische Konsiderationen, die vortrefflich sind und die niemand ungestraft einreiĂen soll." â Brief des Pastors"
""Ehre, Deutscher, treu und innig // Des Erinnerns werten Schatz, // Denn der Knabe spielte sinnig, // Klopstock, einst auf diesem Platz." â Parabolisch â Schulpforta"
""Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt." â Torquato Tasso IV, 4"
""Dummes Zeug kann man viel reden, // Kann es auch schreiben, // Wird weder Leib noch Seele tĂśten, // Es wird alles beim alten bleiben. // Dummes aber, vors Auge gestellt, // Hat ein magisches Recht; // Weil es die Sinne gefesselt hält, // Bleibt der Geist ein Knecht." â Zahme Xenien"
""Diesem Amboss vergleich' ich das Land, den Hammer dem Herrscher, // Und dem Volke das Blech, das in der Mitte sich krĂźmmt." â Venezianische Epigramme, 14"
""Die Tierfabel gehĂśrt eigentlich dem Geiste, dem GemĂźt, den sittlichen Kräften, indessen sie uns eine gewisse derbe Sinnlichkeit vorspiegelt. Den verschiedenen Charakteren, die sich im Tierreich aussprechen, borgt sie Intelligenz, die den Menschen auszeichnet, mit allen ihren Vorteilen: dem BewuĂtsein, dem EntschluĂ, der Folge, und wir finden es wahrscheinlich, weil kein Tier aus seiner beschränkten, bestimmten Art herausgeht und deshalb immer zweckmäĂig zu handeln scheint." â Schriften zur Kunst â Skizzen zu Castis Fabelgedicht: Die redenden Tiere"
""Die Pflicht sei tätig, wo die Liebe verstummt." â Stella, 5. Akt, Zweite Fassung / Stella"
"Die menschliche Gestalt kann nicht bloĂ durch das Beschauen ihrer Oberfläche begriffen werden, man muss ihr Inneres entblĂśĂen, ihre Teile sondern, die Verbindungen derselben bemerken, die Verschiedenheiten kennen, sich von Wirkung und Gegenwirkung unterrichten, das Verborgene, Ruhende, das Fundament der Erscheinung sich einprägen, wenn man dasjenige wirklich schauen und nachahmen will, was sich als ein schĂśnes, ungetrenntes Ganze[!] in lebendigen Wellen vor unserm Auge bewegt." â Schriften zur Kunst. Einleitung in die Zeitschrift "Propyläen"
""Die Menschen lieben die Dämmerung mehr als den hellen Tag, und eben in der Dämmerung erscheinen die Gespenster." â GroĂ-Cophta A II Sz 4 / Marquise"