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April 10, 2026
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"Wien ist anders"
"Hat sie bei der groĂzĂźgigen und sozial hĂśchst verdienstvollen Planung der Gemeindebauten auf das Gesicht der Stadt auch nur die mindeste RĂźcksicht genommen? Nein, und darum verliert Wien sein Gesicht vorläufig nicht â Wien bleibt Wien â, diese Feststellung ist halb VerheiĂung, halb gefährliche Drohung. [...] Man baut weiter scheuĂlich, aber Wien bleibt trotzdem schĂśn."
"Wien bleibt Wien, und das geschieht ihm ganz recht."
"Unsere Mythologie lesen wir täglich dreimal in der Zeitung."
"Tatsächlich ist der Darwinismus eine dialektische Konstruktion, ja eine Art Religion mit sehr ausgebildeter Mythologie und Dogmatik."
"So befremdend es klingen mag: auch die Photographie wird einmal als etwas hÜchst Subjektives erkannt werden. Denn es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Kamera ein toter Apparat sei, der unserem Willen vollkommen entrßckt ist: diese scheinbar so exakten Lichtbilder werden hÜchstwahrscheinlich einer späteren Zeit wie ungeheure Karikaturen vorkommen."
"Nur beim Dilettanten decken sich Mensch und Beruf."
"Nach welchen Gesetzen die Natur wirklich verfährt, werden wir selbstverständlich niemals erfahren. Darwin hat nicht mehr Recht als Moses; nicht die Natur ist darwinistisch, aber der heutige Mensch ist es."
"[...] Menschen, die nur die eine Seite irgendeiner Wahrheit erblickt haben."
"Kultur ist Reichtum an Problemen, und wir finden ein Zeitalter um so aufgeklärter, je mehr Rätsel es entdeckt hat."
"Jede Wahrheit tritt zuerst als Irrlehre in die Welt, denn die Welt ist immer von gestern."
"Es gibt eine bestimmte, ziemlich kleine Zahl von unveränderlichen Wahrheiten. Aber die Stellung, die die einzelnen Menschen zu diesen Wahrheiten einnehmen, ist eine recht verschiedenartige. Der Durchschnittsmensch zweifelt sie an. Das Talent macht den vergeblichen Versuch, sie zu vermehren. Und das Genie wiederholt sie."
"Eine Welt ohne Gott ist nicht nur die unsittlichste, sondern auch die unkomfortabelste, die sich ersinnen läĂt."
"Dummheit ist ein gutes Ruhekissen."
"Die Genies haben immer denselben Leidensweg zu durchmessen: vom Kasperl zum Seminar."
"Bei einem Denker sollte man nicht fragen: welchen Standpunkt nimmt er ein, sondern: wie viele Standpunkte nimmt er ein? Mit anderen Worten: hat er einen geräumigen Denkapparat oder leidet er an Platzmangel, das heiĂt: an einem `System´?"
""LäĂt Kerr die Schreibmaschine aufklappen, so reicht das weit Ăźber alles Theater hinaus, Ăźber den windigen Zank der Leute vom Bau, diese Talmiaufregungen, die schon erkaltet sind, wenn sie noch heiĂ serviert werden; weit Ăźber Nervenkrisen, Telefonattacken, wild gewordene Telegrammformulare ⌠Kunst ist schon kein Selbstzweck"
"Er verrenkte, wie er selbst einmal von einem Dramatiker geschrieben hat, seine Halswirbel, um affektierter sein zu kĂśnnen. Er gestikulierte mit Händen und FĂźĂen. Er verstellte seine Stimme und schrie sich heiser. Er schnitt Grimassen und schlug Capriolen und erzielte mit alledem, was er erzielen wollte: er fiel auf."
"Aus einem Gedanken macht der StĂźckmacher ein StĂźck. Der Schriftsteller einen Aufsatz. Ich einen Satz."
"Kritiker zu sein ist ein dummer Beruf, wenn man nichts ist, was darĂźber hinausgeht."
"Der wahre Kritiker bleibt fĂźr mich ein Dichter: ein Gestalter."