österreichischer Regisseur und Drehbuchautor
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"Alle Filme, die mich in meinem Leben betroffen haben und die mir wirklich etwas bedeutet haben, waren Autorenfilme. Ich kenne tausend Industriefilme, da könnte ich sagen: Toll gemacht! Super! Unterhaltsam. Aber die sind mir da reingegangen und da raus. Die Filme – das ist ganz persönlich gesagt –, die mich betroffen haben, waren immer Autorenfilme, und die sind unter anderen Voraussetzungen angetreten. Die sind nicht unter der Voraussetzung angetreten, Geld einzuspielen."
"Das Mainstream-Kino entrealisiert, überdreht oder ironisiert Gewalt. „Pulp Fiction“ ist dafür ein Musterbeispiel. Wenn da der Kopf weggeblasen wird, herrscht ein Riesengelächter im Saal. Das ist perfekt gemachter Zynismus im Dienste der Verkaufbarkeit."
"Ich glaube, als Filmemacher vergewaltigt man den Zuschauer. Und ich will ihn zur Selbständigkeit vergewaltigen. Ich will ihn dazu nötigen, selber zu denken. Ich will ihn mit Widersprüchen konfrontieren, die er selbst lösen muss. Ich will ihm keine Lösung geben. Weil er dann schlagartig aufhört zu denken."
"Ich glaube aber nicht, dass ein einzelner Film eine Gewaltvorlage sein kann. Die Summe der Gewaltpornografie führt zu einer Herabsetzung der Hemmschwelle. Man gewöhnt sich an Gewalt. Darin liegt die Gefahr."
"Ich weigere mich, es [das Filmemachen] als Industrieprodukt zu sehen. Wenn ich das tue, wenn ich dauernd mit dem Aspekt im Hinterkopf arbeite: 'Wieviele Zuschauer kann ich erreichen?', dann werde ich nichts Vernünftiges zusammenbringen, also für die Art von Film, die ich meine."
"Ja, Martin Scorsese war ein Autorenfilmer und ist jetzt ein Kommerzfilmer, der völlig uninteressant geworden ist. Nur die österreichische Kritik feiert ihn noch. Die sind immer zwanzig Jahre hintennach."
"[Man kann] einen Film, der so tut, als ob er Wirklichkeit abbildet, nicht mit Musik zukleistern. Die Musik in ‚realistischen‘ Filmen dient zur Kaschierung der Fehler des Regisseurs. [..] Natürlich kann man sich Hitchcock ohne Bernard Herrmann genauso wenig vorstellen wie einen Italowestern ohne Musik, aber das sind Genrefilme. In einem sogenannten realistischen Film hat Musik nichts verloren."
"Natürlich ist es notwendig, über Gewalt zu sprechen. Aber audiovisuelle Medien leben von Bewegung und Attraktion. Gewalt unattraktiv darzustellen, aber trotzdem ihr die Wucht zu lassen, die sie nun einmal de facto hat – das ist extrem schwierig."
"I know very well the sorts of pressures you're under in television. I don't work in television anymore myself, but I'm constantly hearing from colleagues who present scripts to networks and are told, "The script is too complex. You have to keep it simple because the audience is dumb. You can make more money for the advertisers that way.""
"Film is an artificial construct. It pretends to reconstruct reality. But it doesn't do that—it's a manipulative form. It's a lie that can reveal the truth. But if a film isn't a work of art, it's just complicit with the process of manipulation."
"All of my films constitute a reaction against mainstream cinema. Every serious form of art sees the receiver as a partner in the undertaking. In fact, that's one of the preconditions of humanistic thought. In cinema, this fact, which should be self-evident, has been overlooked and replaced by an emphasis on the commercial aspects of the medium."
"Today's conventional cinema, or mass cinema, doesn't take the receiver seriously as a partner. It sees the audience member as a bank machine, whose only function is to spit out money."
"My films are intended as polemical statements against the American 'barrel down' cinema and its dis-empowerment of the spectator. They are an appeal for a cinema of insistent questions instead of false (because too quick) answers, for clarifying distance in place of violating closeness, for provocation and dialogue instead of consumption and consensus."
"Pornography, it seems to me, is no different from war films or propaganda films in that it tries to make the visceral, horrific, or transgressive elements of life consumable. Propaganda is far more pornographic than a home video of two people fucking."
"Film is 24 lies per second at the service of truth, or at the service of the attempt to find the truth."
"My favourite film-maker of the decade is Abbas Kiarostami. He achieves a simplicity that's so difficult to attain."
"I do think that our perception of reality is fragmentary, and in 20th-century literature, it's totally normal to not describe reality as something whole and completely transportable and explicable. That's been accepted in novels. But genre films always pretend that reality is transportable, which means that it is explicable."
"Consider the pigeon just a pigeon...There are lots of pigeons in Paris."