Schweizer Philosoph, Kunst- und Kulturhistoriker
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"Denn der Geist hat Wandelbarkeit, aber nicht Vergänglichkeit."
"Und nun ist die Macht an sich böse, gleichviel wer sie ausübe. Sie ist kein Beharren, sondern eine Gier und eo ipso unerfüllbar, daher in sich unglücklich und muß also andere unglücklich machen."
"Aber so wenig als im Leben des Einzelnen ist es für das Leben der Menschheit wünschenswert, die Zukunft zu wissen."
"Alle echte Überlieferung ist auf den ersten Anblick langweilig, weil und insofern sie fremdartig ist. Sie kündet die Anschauungen und Interessen ihrer Zeit für ihre Zeit und kommt uns gar nicht entgegen, wärend das moderne Unechte auf uns berechnet, daher pikant und entgegenkommend gemacht ist."
"Auch auf das Schrecklichste, was geschehen, muss ja die Menschheit sich wieder einrichten, ihre noch heilen Kräfte herbeibringen und weiterbauen."
"Das Allerseltenste aber ist bei weltgeschichtlichen Individuen die Seelengröße."
"Das Ende vom Liede ist: Irgendwo wird die menschliche Ungleichheit wieder zu Ehren kommen. Was aber Staat und Staatsbegriff inzwischen durchmachen werden, wissen die Götter."
"Der Geist ist die Kraft, jedes Zeitliche ideal aufzufassen."
"Der Kleinstaat ist vorhanden, damit ein Fleck auf der Welt sei, wo die größtmögliche Quote der Staatsangehörigen Bürger im vollen Sinne sind."
"Der Ruhm, welcher von denen flieht, die ihn suchen, folgt denen nach, welche sich nicht um ihn bemühen."
"Die Anschauung von einem Glück, welches in einem Verharren, in einem bestimmten Zustande bestände, ist an sich falsch."
"Die Religionen sind der Ausdruck des ewigen und unzerstörbaren metaphysischen Bedürfnisses der Menschennatur."
"Die Weltreligionen sind es, welche die größten historischen Krisen herbeiführen. Sie wissen von Anfang an, dass sie Weltreligionen sind, und wollen es sein."
"Die wirkliche Größe ist ein Mysterium."
"Jede erfolgreiche Gewalttat ist allermindestens ein Skandal, das heißt, ein böses Beispiel."
"Mächtige Regierungen haben einen Widerwillen gegen das Geniale."
"Nicht jede Zeit findet ihren großen Mann, und nicht jede große Fähigkeit findet ihre Zeit."
"Nur in der Bewegung, so schmerzlich sie sei, ist Leben."
"Sprichwörtlich heißt es: Kein Mensch ist unersetzlich. Aber die wenigen, die es eben doch sind, sind groß."
"Wenn der Geist sich einmal seiner selbst bewusst geworden, bildet er von sich aus seine Welt weiter."
"Wir sind aber nicht eingeweiht in die Zwecke der ewigen Weisheit und kennen sie nicht. Dieses kecke Antizipieren eines Weltplanes führt zu Irrtümern, weil es von irrigen Prämissen ausgeht."
"Zu Alberti verhielt sich Leonardo da Vinci wie zum Anfänger der Vollender."
"In the life of the mind they [the Greeks] reached frontiers which the rest of mankind cannot permit themselves to fall short of, at least in their attempts to acknowledge and to profit, even where they are inferior to the Greeks in the capacity for achievement. It is for this reason that posterity needs to study the Greeks; if we ignore them we are simply accepting our own decline."
"Their knowledge and their faculty of observation were extraordinary. By their study of the world the Greeks illuminate not only their own nature but that of all other ancient peoples; without them, and the phillhellenic Romans, there would be no knowledge of past times, for all other nations attended to nothing but themselves, their own citadels, temples and gods."
"All subsequent objective perception of the world is only elaboration on the framework the Greeks began. We see with the eyes of the Greeks and use their phrases when we speak."
"Burckhardt's Cultur der Renaissance in Italien is the most penetrating and subtle treatise on the history of civilisation that exists in literature; but its merit lies in the originality with which the author uses common books, rather than in actually new investigations."
"In reality, then, it was the Swiss historian, Jakob Burckhardt, who in 1860 established the concept that has been current in our time—the idea of a Renaissance as a general movement, particularly associated with the fifteenth century, coming to its climax around the year 1500, and primarily taking place in Italy. It was Burckhardt who conceived of the term Renaissance as descriptive of a whole historical period, as a great chapter in Italian history, and as a decisive stage or turning-point in the development of an entire civilisation, so that things which had hitherto been considered separate—the development of the modern state, for example—had now become enveloped by the concept too. And Burckhardt was one of the founders of what we call Kulturgeschichte, coming to this particular subject, indeed, with many of the prepossessions of the art-historian."