deutscher Dichter
84 quotes found
"Großmut muss eine beständige Eigenschaft der Seele sein und ihr nicht nur ruckweise entfahren."
"Das Religiöse stehet der weiblichen Bescheidenheit sehr wohl; es gibt der Schönheit ein gewisses edles, gesetztes und schmachtendes Ansehen."
"Ein Atheist ist eine Brut der Hölle, die sich, wie der Teufel, tausendmal verstellen kann. Bald ist's ein listiger Fuchs, bald ein wilder Bär; bald ist's ein Esel, bald ein Philosoph; bald ist's ein Hund, bald ein unverschämter Poete. Kurz, es ist ein Untier, das schon lebendig bei dem Satan in der Hölle brennt, eine Pest der Erde, eine abscheuliche Kreatur, ein Vieh, das dummer ist, als ein Vieh; ein Seelenkannibal, ein Antichrist, ein schreckliches Ungeheuer."
"Die beste Lunge erschöpft sich, auch sogar eine weibliche."
"Laß dich den Teufel bey Einem Haare fassen; und du bist sein auf ewig?"
"Noch einen Schritt vom Ziele, oder noch gar nicht ausgelaufen seyn, ist im Grunde eines."
"[...] daß man den Künstler dann erst recht lobt, wenn man über sein Werk sein Lob vergißt."
"Perlen bedeuten Thränen."
"Still mit dem Aber! Die Aber kosten Überlegung."
"Thu, was du nicht lassen kannst!"
"Vor allen Dingen, eine Kleinigkeit als eine Kleinigkeit ansehen!"
"Was Gewalt heißt, ist nichts: Verführung ist die wahre Gewalt."
""Was macht die Kunst?"
"Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verlieret, der hat keinen zu verlieren."
"Wer über gewisse Dinge seinen Verstand nicht verlieret, der hat keinen zu verlieren!"
"Nicht so redlich, wäre redlicher."
"Oder meynen Sie, Prinz, daß Raphael nicht das größte malerische Genie gewesen wäre, wenn er unglücklicher Weise ohne Hände wäre geboren worden? Meynen Sie, Prinz?"
"Denn nichts ist groß, was nicht wahr ist."
"Der Name Mutter ist süß; aber Frau Mutter ist wahrer Honig mit Zitronensaft."
"Die Komödie will durch Lachen bessern, aber nicht eben durch Verlachen."
"Die Poesie geht mehr auf das Allgemeine und die Geschichte auf das Besondere."
"Ein Preservatif ist auch eine schätzbare Arzeney; und die ganze Moral hat kein kräftigers, wirksamers, als das Lächerliche."
"In der Natur ist alles mit allem verbunden, alles durchkreuzt sich, alles wechselt mit allem, alles verändert sich eines in das andere."
"Nicht jeder Kunstrichter ist ein Genie, aber jedes Genie ist ein geborener Kunstrichter."
"Nicht jeder, der den Pinsel in die Hand nimmt und Farben verquistet, ist ein Maler."
"So wie es selten Komplimente gibt ohne alle Lügen, so findet sich auch selten Grobheiten ohne alle Wahrheit."
"Das Herz redet uns gewaltig gern nach dem Maule. Wenn das Maul eben so geneigt wäre, nach dem Herzen zu reden, so wäre die Mode längst aufgekommen, die Mäuler unter'm Schlosse zu tragen."
"Freue dich mit mir! Es ist so traurig, sich allein zu freuen!"
"Ich brauche keine Gnade, ich will Gerechtigkeit."
"Man muss nicht reicher scheinen wollen, als man ist."
"Was kann der Schöpfer lieber sehen als ein fröhliches Geschöpf!"
"Der Aberglauben schlimmster ist, den seinen für den erträglicheren zu halten."
"Der Wunder höchstes ist, dass uns die wahren, echten Wunder so alltäglich werden können, werden sollen."
"Erröten macht die Hässlichen so schön."
"Es ist Arznei, nicht Gift, was ich dir reiche."
"Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten."
""Ich fürchte, grad unter Menschen möchtest du, ein Mensch zu sein verlernen."
"Jeder liebt sich selber nur am meisten."
"Kein Mensch muss müssen."
"Macht denn nur das Blut den Vater?"
"Nicht die Kinder bloß speist man mit Märchen ab."
"Und ist denn nicht das ganze Christentum aufs Judentum gebaut? Es hat mich oft geärgert, hat mich Tränen genug gekostet, wenn Christen gar so sehr vergessen konnten, dass unser Herr ja selbst ein Jude war."
"Was hätt' ein Weiberkopf erdacht, das er nicht zu beschönen wüsste."
"Der Wille und nicht die Gabe macht den Geber."
"Es eifre jeder seiner unbestochnen von Vorurteilen freien Liebe nach!"
"Damit er einst was kann von seinen Eltern erben, so lassen sie ihn jetzt vor Hunger weislich sterben."
"Es hat der Schuster Franz zum Dichter sich entzückt. // Was er als Schuster tat, das tut er noch: er flickt."
"Wer wird nicht einen Klopstock loben? // Doch wird ihn jeder lesen? Nein! // Wir wollen weniger erhoben // und fleißiger gelesen sein."
"Der Aberglaube traut den Sinnen bald zu viel, bald zu wenig."
"Der Begriff ist der Mann; das sinnliche Bild des Begriffes ist das Weib; und die Worte sind die Kinder, welche beyde hervorbringen."
"Der mitleidigste Mensch ist der beste Mensch."
"Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt."
"Die beste Anbetung, Prinz, ist dankende Freude."
"Die Menge auf etwas aufmerksam machen heißt: dem gesunden Menschenverstand auf die Spur zu helfen."
"Es ist ein Beweis für die wahre, für die richtig verstandene wahre Religion, wenn sie uns überall auf das Schöne zurückbringt."
"Für wohlgerathene Kinder können Aeltern nicht zu viel thun. Aber wenn sich ein blöder Vater für einen ausgearteten Sohn das Blut vom Herzen zapft, dann wird Liebe zur Thorheit."
"»Niemand, sagen die Verfasser der Bibliothek, wird leugnen, daß die deutsche Schaubühne einen großen Teil ihrer ersten Verbesserung dem Herrn Professor Gottsched zu danken habe.« Ich bin dieser Niemand; ich leugne es gerade zu. Es wäre zu wünschen, daß sich Herr Gottsched niemals mit dem Theater vermengt hätte."
"Reiz ist Schönheit in Bewegung."
"Töne, frohe Leier, // Töne Lust und Wein! // Töne, sanfte Leier, // Töne Liebe drein!"
"Was ist ein Held ohne Menschenliebe?"
"Welche Freude, wenn es heißt: Alter, du bist alt an Haaren, blühend aber ist dein Geist!"
"Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit und in seiner Linken den einzigen immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte und spräche zu mir: wähle! Ich fiele ihm mit Demut in seine Linke und sagte: Vater gib! die reine Wahrheit ist ja doch nur für dich allein!"
"Was ihn bewegt, bewegt; was ihm gefällt, gefällt. // Sein glücklicher Geschmack ist der Geschmack der Welt."
"Am letzten Tage glaubte er sich außerordentlich wohl zu befinden, wie er sich aber abends ins Bett legen ließ, befiel ihn die Engbrüstigkeit so heftig, dass er nach wenigen Minuten, sich und den Umstehenden unvermutet, starb."
"Denn zu einem großen Manne gehört beides: Kleinigkeiten als Kleinigkeiten, und wichtige Dinge als wichtige Dinge zu behandeln."
"Perlen bedeuten Tränen."
"Besserer Rat kommt über Nacht."
"Und ein Vergnügen erwarten, ist auch ein Vergnügen."
"If no historical truth can be demonstrated, then nothing can be demonstrated by means of historical truths. That is: accidental truths of history can never become the proof of necessary truths of reason. [...] That, then, is the ugly, broad ditch which I cannot get across, however often and however earnestly I have tried to make the leap."
"The true value of a man is not determined by his possession, supposed or real, of Truth, but rather by his sincere exertion to get to the Truth. It is not possession of the Truth, but rather the pursuit of Truth by which he extends his powers and in which his ever-growing perfectibility is to be found. Possession makes one passive, indolent, and proud. If God were to hold all Truth concealed in his right hand, and in his left only the steady and diligent drive for Truth, albeit with the proviso that I would always and forever err in the process, and offer me the choice, I would with all humility take the left hand, and say: Father, I will take this one—the pure Truth is for You alone."
"I, who ne'er Went for myself a begging, go a borrowing, And that for others. Borrowing's much the same As begging; just as lending upon usury Is much the same as thieving."
"The worst of superstitions is to think One's own most bearable."
"Der Mensch, wo ist er her? Zu schlecht für einen Gott, zu gut fürs Ungefähr."
"Trust no friend without faults, and love a maiden, but no angel."
"Es ist unendlich schwer, zu wissen, wenn und wo man bleiben soll, und Tausenden für einen ist das Ziel ihres Nachdenkens die Stelle, wo sie des Nachdenkens müde geworden."
"Eben die Bahn, aus welcher das Geschlecht zu seiner Vollkommenheit gelangt, muß jeder einzelne Mensch (der früher, der später) erst durchlaufen haben."
"... Shakespeare conquered Germany with his word and thought: then England, for the first time, had a voice on the Rhine and by the Danube, and became a force in the growth of German culture. The man who was chiefly instrumental in bringing this about was Lessing. Many educated Germans felt about Shakespeare as he felt, and some of our literary men were working in the same direction in which he worked; but Lessing produced the strongest argument."
"There is a nimiety — a too-muchness — in all Germans. It is the national fault. Lessing had the best notion of blank verse. The trochaic termination of German words renders blank verse in that language almost impracticable."
"Lessing, who chafed under the sense of various limitations, makes one of his characters say: No one must do anything. A clever pious man said: If a man wills something, he must do it. A third, who was, it is true, an educated man, added: Will follows upon insight. The whole circle of knowledge, will, and necessity was thus believed to have been completed. But, as a rule, a man's knowledge, of whatever kind it may be, determines what he shall do and what he shall leave undone, and so it is that there is no more terrible sight than ignorance in action."
"Lessing was the literary Arminius who emancipated our theatre from that foreign rule. He showed us the vapidness, the ridiculousness, the tastelessness, of those apings of the French stage, which itself was but an imitation of the Greek. But not only by his critiques, but also through his own works of art, did he become the founder of modern German original literature. All the paths of the intellect, all the phases of life, did this man pursue with disinterested enthusiasm. Art, theology, antiquarianism, poetry, dramatic criticism, history, — he studied these all with the same zeal and with the same aim. In all his works breathes the same grand social idea, the same progressive humanity, the same religion of reason, whose John he was, and whose Messiah we yet await."
"One seldom finds an author who is so pleasant to have to do with as Lessing. And how comes it to be so? Because, I think, he is so sure of himself. All this trivial and comfortable intercourse between a distinguished man and one less distinguished: that the one is a genius and master, the other pupil, messenger, slave and so forth, is here excluded. Even if I strove with might and main to become Lessing’s disciple, I could not, for Lessing has prevented it. Just as he himself is free, so I imagine that he desires to make everyone else free in relation to himself. He begs to be excused the exhalations and gaucheries of the disciple, fearing to be made ridiculous through repetitioners who reproduce what is said like a prattling echo."
"Lessing opposes what I would call quantifying oneself into a qualitative decision; he contests the direct transition from historical reliability to a decision on an eternal happiness. He does not deny that what is said in the Scriptures about miracles and prophecies is just as reliable as other historical reports, in fact, is as reliable as historical reports in general can be. But now, if they are only as reliable as this why are they treated as if they were infinitely more reliable-precisely because one wants to base on them the acceptance of a doctrine that is the condition for an eternal happiness, that is, to base an eternal happiness on them. Like everyone else, Lessing is willing to believe that an Alexander who subjugated all of Asia did live once, but who, on the basis of this belief, would risk anything or great, permanent worth, the loss of which would be irreparable?"
"Lessing had a genuine French talent, and, as writer, went most assiduously to the French school. He knows well how to arrange and display his wares in his shop-window. Without this true art his thoughts, like the objects of them, would have remained rather in the dark, nor would the general loss be great. His art, however, has taught many (especially the last generation of German scholars) and has given enjoyment to a countless number. It is true his disciples had no need to learn from him, as they often did, his unpleasant tone with its mingling of petulance and candour.—Opinion is now unanimous on Lessing as “lyric poet,” and will some day be unanimous on Lessing as “dramatic poet.”"
"For me the greatest beauty always lies in the greatest clarity."